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Einstand | Beitrag vom 27.04.2020

Ausbildung an MusikhochschulenÜber die Kunst, Gesang zu unterrichten

Von Carola Malter

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Eine Frau reißt ihren Mund weit auf, der Mann neben ihr auf dem Sofa schreckt zurück. (imago images / United Archives)
„Wenn ein Ton zum Schrecken wird“ – Loriot-Szene mit Dagmar Biener und Loriot (imago images / United Archives)

Professorin Hedwig Fassbender weiß um den langen Weg zur großen Bühne. Wenn junge Sänger an eine Hochschule kommen, haben sie große Träume. Die Lehrenden haben dann eine große Verantwortung, denn für Mittelmaß ist kein Platz mehr.

Ein Gesangsstudium steht an deutschen Musikhochschulen hoch im Kurs. Zwischen den Jahren 2000 und 2016/17 stieg die Zahl der Studierenden von 995 auf 1624; das ist ein Plus von 63 Prozent. Doch nur die wenigsten dürfen nach einem langen Ausbildungsweg auf eine feste Anstellung hoffen. Sie werden freiberuflich als Künstlerin unterwegs sein, mit wenig Geld, immer auf der Suche nach Konzerten, neuen Rollen in Operninszenierungen und Engagements.

Wenn die Bühne ruft

Dennoch hat der Beruf des Sängers und der Sängerin nach wie vor etwas magisches: es ist der wohl schönste Beruf auf dieser Welt. Die meisten Absolventen sehen ihre individuelle Berufs- und Lebens-Zufriedenheit überwiegend positiv. Das bestätigt auch die Forschungsarbeit "Sänger*innen und ihr Übergang vom Studium in den Beruf" von S. Simon und G. Wroblewsky.

Die Königien der Nacht hat Pamina einen Dolch aufgezwungen. (mago images / Michel Neumeister / Renate Neder)Juliane Banse und Diana Damrau haben sich den Traum einer Opern-Karriere erfüllen können, hier in "Die Zauberflöfte", München Bayerische Staatsoper 2004. (mago images / Michel Neumeister / Renate Neder)

Eine große Verantwortung auf dem Weg in den Beruf haben die Dozenten und Professoren an den Musikhochschulen. In den Eignungsprüfungen müssen sie oft "im Trüben" fischen und versuchen, künstlerisches Potential zu erkennen.

In den folgenden Jahren begleiten sie die jungen Studierenden auf einer spannenden Reise, denn es braucht viel psychologisches Einfühlungsvermögen und Klarheit, damit die zukünftigen Sänger eigene Resonanzräume finden und eine künstlerische Aussage entwickeln können. 

Die Sängerin sitzt in einer weißen Bluse mit weitem Kragen vor einem Bücherregal und schaut lächelnd in die Kamera. (Hedwig Fassbender / Matthias Baus)Hedwig Fassbender gibt ihr Wissen aus der eigenen Karriere gern und fundiert weiter. (Hedwig Fassbender / Matthias Baus)

Die drei Professoren Hedwig Fassbender, Yaron Windmüller und Martin Bruns erzählen in dieser Sendung über die Herausforderungen im Gesangsstudium, über Unwägbarkeiten auf dem Weg ins Rampenlicht, über veränderte Ansprüche in einer digitalen Welt und steigenden Druck.

Nichts ist sicher, nur eines ist klar: Eine goldene Regel sucht man in dieser Kunst vergeblich.

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