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Sonntagsrätsel / Archiv | Beitrag vom 24.09.2017

AuflösungGesucht wurde: Stimme

Moderation: Ralf Bei der Kellen

Kinder einer Hamburger Kita stimmen über den Essensplan ihrer Einrichtung ab.  (picture-alliance / dpa / Markus Scholz)
Kinder in einer Kita stimmen ab. (picture-alliance / dpa / Markus Scholz)

Wir suchen ein Hauptwort mit sechs Buchstaben und zwei Silben, das zur Wahl passt. Auch das dazugehörige Verb spielt eine große Rolle. Im Folgenden finden Sie noch einmal die Fragen und die entsprechenden Antworten.

1. Frage
Dass Politiker nicht unmusikalisch sein müssen, wissen die meisten seit Walter Scheel, der mit "Hoch auf dem gelben Wagen" zur Jahreswende 1973/74 die westdeutschen Hitparaden stürmte. Andere Politiker machten nicht nur den Mund auf, sondern waren auch ganz passable Instrumentalisten. So wie der gesuchte Mann. 1981 sah es nicht gut für ihn aus: Beim Volk und in der eigenen Partei war er unpopulär geworden. Im Herbst musste ihm dann auch noch ein Herzschrittmacher eingesetzt werden – was ihn aber nicht davon abhielt, im Dezember in den Abbey Road Studios in London aufzutauchen, um dort gemeinsam mit Justus Frantz und Christoph Eschenbach Mozarts Konzert für drei Klaviere und Orchester, KV 242 aufzunehmen. Mozart hatte das Stück 1776 für die Gräfin Antonia Lodron und ihre beiden Töchter komponiert. Die jüngste war damals um die zehn Jahre alt und hatte erst seit kurzem Unterricht. Die pianistischen Anforderungen an den gesuchten Politiker waren daher nicht allzu hoch. Wir suchen den ersten Buchstaben aus seinem Familiennamen.

S - Helmut Schmidt 

2. Frage
Der in Frage 1 gesuchte Politiker war ein Freund der Klassik, für Marschmusik hatte er dagegen nicht viel übrig. In seiner Funktion als Verteidigungsminister wohnte er im Mai 1970 einer Musicalaufführung durch Angehörigen des Panzerartilleriebataillons 335 der Bundeswehr bei. Das brachte ihn auf eine Idee, dass seine Soldaten doch auch mal Jazz und Swing spielen könnten statt immer nur Märsche! Daraufhin wird 1971 die Big Band der Bundeswehr ins Leben gerufen. Der Gesuchte leitete die Gruppe bis 1983. 1961 wurde er Pianist des RIAS-Tanzorchesters, er ging mit Hildegard Knef auf Tournee und nahm eine Fülle von Tanzplatten auf. Wenn Sie den Umlaut als einen Buchstaben zählen, dann ist der vierte Buchstabe aus seinem Vornamen der richtige.

T - Günter Noris

3. Frage
1971 erschien eine Platte, die gleichermaßen Musik- wie Kabarett-Geschichte schrieb: die "Pol(h)itparade", erdacht von Autor und Regisseur Volker Kühn. Lange, bevor man mit Computern Klangschnipsel in andere Musiken einspielen konnte – eine Technik, die als "Sampling" bekannt wurde – schnitt Kühn Politikerreden zusammen und ließ im Studio eine Band so lange dazu spielen, bis es passte. Auf der zweiten LP von 1973 fand sich ein Lied mit dem Titel "Deutschland braucht Bayern". Der "Sänger" war – natürlich – Franz-Josef Strauß. Herbert Wehner zitierte das Lied im Bundestag und Volker Kühn berichtete immer wieder stolz, dass er gemeinsam mit FJS die Les Humphries-Singres von Platz Eins der Hitparade von Radio Luxemburg verscheucht hätte. Damit verbunden war die Frage nach dem Namen der Frau von Franz Josef Strauß. Aus ihrem Vornamen sollten Sie den vierten Buchstaben notieren.

I - Marianne Strauß

4. Frage
Das berühmte Zitat von Tucholsky "Was darf die Satire? Alles!" wird von Politikern gerne mit dem Hinweis auf den "guten Geschmack" in seine Schranken gewiesen. Das tat auch Franz-Josef Strauß in einem Interview mit Volker Kühn und fügte hinzu: "(…) Künstler haben auch manchmal ihre schwachen Seiten. Schon bei Homer hieß es, dass sie gelegentlich blind gewesen seinen." 1972 wurde für die ZDF-Satiresendung "Express" eine Cover-Version des Paul McCartney-Titels "Give Ireland Back To The Irish" unter dem Titel "Gebt Bayern zurück an die Bayern" eingespielt – eine etwas ungehobelte Abrechnung mit der Rhetorik von Franz-Josef Strauß, die in satirischer Übertreibung zur Abrechnung mit ganz Bayern getriet. Laut eines Spiegel-Artikels wurde die zugehörige Single kurz nach Erscheinen wieder vom Markt genommen, sogar Bombendrohungen soll es gegeben haben. Wir suchten den 1948 in Düsseldorf geborenen Sänger, dem später sogar das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde. Das gespielte Lied war die erste Schallplatte, die unter seinem Namen erschien. Als Schauspieler hatte er schon früher auf Theaterbühnen und vor Fernsehkameras gestanden. Aus seinem Namen sollten Sie den ersten Buchstaben des Vor- oder des Familiennamens aufgeschrieben.

M - Marius Müller-Westernhagen

5. Frage
Politiker legen sich selten Künstlernamen zu – mit einer bedeutenden Ausnahme: Willy Brandt. Der behielt seinen "Kampfnamen", der ihm während seiner Mitgliedschaft in der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands verpasst wurde, auch nach seiner Rückkehr aus dem norwegischen Exil. In der Sendung zu hören war ein Kuriosum aus dem Jahr 1973: Die Sängerin Carola mit dem Lied "Oh Willy Brandt". Dazu wurde nach dem Geburtsnamen von Willy Brandt gefragt. Von diesem sollen Sie den fünften, den letzten Buchstaben notieren.

M - Herbert Ernst Karl Frahm

6. Frage
Für die letzte Frage kehrten wir zurück zu den Anfängen der deutschen Demokratie – zur Weimarer Republik. Am 30. November 1918 wurde das Frauenwahlrecht auf nationales Ebene beschlossen. In der Sendung war ein Lied von 1926 zu hören: "Raus mit den Männern aus’m Reichstag!" Geschrieben hatte es ein Mann – Friedrich Hollaender, berühmt gemacht hatte es eine Frau. Wie fast alle Berliner Originale wurde sie nicht in der Stadt geboren, sondern kam 1884 in Gelsenkirchen zur Welt. Von ihrem Vornamen wurde der sechste, der letzte Buchstabe gesucht.

E - Claire Waldoff

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