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Echtzeit | Beitrag vom 06.06.2020

Attraktion GroßstadtHält sie noch, was sie verspricht?

Moderation: Susanne Balthasar

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Vor der Skyline der Großstadt bewegt sich eine kleine Gruppe aus vier Leuten mit Mundschutz. (laif/  Xinhua / eyevine/ Michael Nagle)
Was macht Corona mit unseren Metropolen? (laif/ Xinhua / eyevine/ Michael Nagle)

Arbeit, Anonymität, Kultur, Gemeinschaft, Diversität und die unendliche Verfügbarkeit von Gütern – so lauten die Versprechen der Großstadt. Mit der Coronapandemie werden nun viele Gewissheiten über den Haufen geworfen.

New York ist besonders heftig von der Coronapandemie getroffen. Der brodelnde Großstadtdschungel hält den Atem an und das, was die Stadt einst ausmachte, ist in weite Ferne gerückt. Nicht nur Kellner, Tellerwäscher und Broadwaytänzer haben ihre Jobs verloren. Die Mieten bleiben indes immens hoch. Aber selbst die, die genug Geld haben, fragen: Wollen wir bleiben?

Selbstermächtigung in Argentinien

In den Elendsvierteln von Buenos Aires, haben die Bewohner keine Wahl. Sie müssen mit den Umständen leben. Vor allem die Frauen versuchen hier, das Leben in Coronazeiten erträglich zu machen. Sie kochen für die Bewohner, nähen Schutzkleidung, geben Halt. Und bemerken dabei, wie viel sie bewegen können – ohne staatliche Hilfe und ohne Männer.

Die Sorge vor Städten aus "Ruinen"

Der Architekt Niklas Maak geht davon aus, dass in den Städten immer mehr "Ruinen" entstehen werden. Denn wenn zu Hause gearbeitet, online eingekauft und mit dem Fahrrad statt mit dem Auto gefahren wird, könnten Bürotürme, Einkaufszentren und Parkhäuser irgendwann leerstehen. Vielleicht kann hier dann das entstehen, was jeder Großstadt fehlt – Wohnraum und Grünflächen.

Städte für Menschen und nicht für Autos

Wofür Stadtplaner, Anwohner, Bürgerinitiativen mitunter seit Jahren kämpfen, dank Corona ist es auf einmal binnen kürzester Zeit möglich geworden: Überall auf der Welt – von Bogota über Barcelona bis Berlin – werden Bürgersteige neu ausgemessen und ganze Straßenzüge für Fußgänger geöffnet. Kinder spielen, Erwachsene flanieren, Bars bieten Bier und Cocktails an. Und plötzlich fühlt sich die Großstadt fast wie ein Dorf an.

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