Paraná in Argentinien

Eine der längsten Wasserstraßen trocknet aus

21:06 Minuten
Luftaufnahme des Flusses Paraná in Argentinien
Nicht nur der fehlende Regen setzt dem Paraná zu. In seinem Einzugsgebiet wird seit Jahrzehnten abgeholzt und brandgerodet. © imago / JMH-Galaxy-Contact
Von Francisco Olaso · 02.12.2021
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Der Paraná ist mit 4880 Kilometern einer der längsten Flüsse der Welt. Er ist Lebensader für Mensch und Handel in Brasilien, Paraguay und Argentinien. Aber sein Wasserstand sinkt beständig. In diesem Jahr musste Argentinien den Wassernotstand ausrufen.
Federico Clérico setzt mit dem Motorboot über. Der Paraná ist hier, bei der argentinischen Stadt Rosario, 500 Meter breit. Über dem Kielwasser schrumpft die Silhouette der Großstadt. Es öffnet sich das riesige Delta, in dem der 37-Jährige mit Kapuzenjacke und verspiegelter Sonnenbrille seit einem Jahrzehnt Bootsfahrten anbietet. Vor zwei Jahren allerdings musste er von der Insel, auf der er wohnt, in die Stadt zurückkehren. Der Paraná hatte den zweitniedrigsten Wasserstand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1884.

Über die Hälfte der Wassermenge ist einfach weg

Das Nebengewässer, das zu seinem Haus auf einer der Inseln führt, war nicht mehr schiffbar. Federico Clérico muss nun seine Dienste dem Soja- und Getreideexportkomplex anbieten, der über 30 Häfen in Rosario verfügt. Es blieb ihm nichts Anderes übrig.

„Ich habe mich neu erfunden, um weiter existieren zu können. Ich habe mit meinem Motorboot im Hafen angeheuert. Man muss rund um die Uhr telefonisch erreichbar sein, falls man jemanden auf ein Schiff bringen muss, also Inspektoren, wir fahren Angestellte von Getreidefirmen und Reedereien. Und ich fahre - so wie jetzt - auch Journalisten und Forscher.“
Forscher und Journalisten kommen, weil das Niedrigwasser des Paranás so außergewöhnlich ist, dass weltweit Ursachenforschung betrieben wird. Sicher ist, dass das Phänomen mit dem Klimawandel zu tun hat. Im Süden Brasiliens, wo der Paraná seinen Ursprung hat, hat es in den vergangenen Jahren viel zu wenig geregnet. Die Wassermenge im Fluss entspricht nur noch etwa 60 Prozent der historischen Durchschnittswerte.
Für diejenigen, die am Fluss und mit dem Fluss leben, tun sich ganz praktische Probleme auf. Sandbänke verengen die Fahrrinnen, Feuchtgebiete trocknen aus.

Eigentlich kommen die Schüler mit dem Boot

Miriam Duré, Direktorin der Schule auf einer Insel im Delta vor Rosario, hat ein ernstes Problem. Die Lagune vor der Schule, aus der sie Wasser pumpt, wurde vom Fluss abgetrennt. Ihr Wasserstand sinkt täglich. Einige Kanus liegen auf dem trockenen Bett der Lagune, die man an einigen Stellen schon zu Fuß durchqueren kann.
Ausgetrocknetes Flussbett mit Boot, im Hintergrund sind Hochhäuser zu sehen.
Für die Deltabewohner bedroht das historische Niedrigwasser ihre Lebensgrundlage.© Deutschlandradio / Francisco Olaso
Die 31 Schüler stammen aus Familien, die auf der Insel wohnen. Sie leben in einer Welt, die mit der Fischerei und der Jagd verbunden ist, ganz anders als in der Großstadt Rosario, die fast gegenüberliegt. Hier gibt es keinen Asphalt. Internet gibt es nur über mobile Daten.
Miriam Duré schaut sich mit ihren Schülern online die Daten über Niederschlagsmengen und Wasserstände an. Wie viel Wasser gibt es im Oberlauf des Flusses und seinem Einzugsgebiet in Brasilien, Paraguay und Bolivien? Es ist eine Art tägliches Ritual, um zu sehen, ob flussabwärts eine Verbesserung zu erwarten ist.
„Normalerweise ist der Fluss unser Verkehrsweg. Alle Waren, die ich für die Schulspeisung  mitbringe, bringe ich mit dem Boot. Im Moment bin ich nur zu Fuß unterwegs oder mit dem Quad. Ich musste mir ein Quad kaufen. Die Kinder kommen zu Fuß, manche mit dem Fahrrad, manche vielleicht mit dem Pferd. Aber es gibt viele Schlangen. Das ist gefährlich. Ich habe zwei Mütter, die aus einer weiter entfernten Gegend kommen, sie bleiben, bis die Schule zu Ende ist.“
Die Schule, in der sie seit 20 Jahren arbeitet, ist auf drei Meter hohen Pfählen gebaut, ebenso wie die Häuser der Deltabewohner und die Wochenendhäuser, deren Besitzer kaum noch kommen. In diesem fast unbesiedelten Grüngebiet, fast so groß wie Schleswig-Holstein, gab es früher oft Überschwemmungen, deshalb die Pfahlbauten. Jetzt stehen sie wie dünne Stelzen in der Luft. Nicht einmal die sonst so gefürchteten Moskitos plagen die Besucher.

Abholzung und Brandrodung

Der Paraná ist nach dem Amazonas der zweitwichtigste Fluss in Südamerika. Nicht nur der fehlende Regen setzt ihm zu. In seinem Einzugsgebiet wird seit Jahrzehnten abgeholzt und brandgerodet. Wenn die Feuchtgebiete austrocknen und die Kanäle, die als natürliche Brandschneisen dienen, gerät das Feuer außer Kontrolle. Genau das ist nun der Fall. Die Städte an den Flussufern und sogar Buenos Aires sind oft in Rauch und Asche gehüllt.
Brände nahe des Paraná
Wenn die Feuchtgebiete austrocknen und die Kanäle, die als natürliche Brandschneisen dienen, gerät das Feuer außer Kontrolle.© Deutschlandradio / Francisco Olaso
Miriam Duré kennt das Problem aus nächster Nähe.
„Ja, das Feuer kam mehrmals in der Nähe der Schule, es war gefährlich, denn die Schule hätte Feuer fangen können. Wir haben uns alle gegenseitig geholfen, die Nachbarn, die Eltern. Denn auch die Feuerwehr kann manchmal nicht an so viele Orte gelangen, an denen es gleichzeitig brennt. Und das Wasser war weit weg. Wir hatten keine Pumpen, denn man braucht spezielle Pumpen zum Sprengen.“

Die Fische verändern ihr Verhalten

150 Kilometer flussabwärts, in der Stadt San Pedro, beobachtet Hugo Sanchez das Wasser am Ufer vor dem Hafenbecken. Die Farbe des Wassers ist grün und nicht wie üblich braun, was auf die geringe Wassermenge der Zuflüsse zurückzuführen ist, die mit ihren Sedimenten aus den Anden ankommen. Der 58-Jährige ist Fischer in der sechsten Generation und erwähnt nebenbei stolz, dass seinen Großvater der Tod auf dem Boot ereilt hat.
Der Vater von 15 Kindern, von denen einige auch Fischer sind, lebt hier in einem Viertel mit niedrigen Häusern. An deren Türen kleben Schilder, die frischen Fisch zum Verkauf anbieten.
Um fünf Uhr nachmittags rüttelt der Südostwind an rund 40 bunten Booten, die am Ufer vertäut sind. Der Wellengang, den der Wind an der Oberfläche verursacht, erweckt den Eindruck, der Fluss fließe stromaufwärts. Wind und Flut haben den Wasserpegel innerhalb weniger Stunden um 70 Zentimeter ansteigen lassen.
Der Fischer, mit einem grauen T-Shirt - so grau wie seine Haare und sein Bart, erklärt, dass dem schnellen Anstieg ein rasanter Abfall des Wasserstandes folgen wird, sobald der Wind nachlässt. Die Menschen betrachten solche paradoxen Phänomene mit Erstaunen. Die Fische aber kommen damit nicht klar.
„Die Fische ziehen aus dem Rio de la Plata in den Norden hinauf, in warme Gewässer, um zu laichen. Im März beginnt der Zug. Im September ist der Fisch wieder hier auf dem Rückweg in den Rio de la Plata. Und so geht das Jahr für Jahr. In diesem Jahr fand er die gewohnten Bedingungen nicht vor und kehrte mit den Eiern im Laib zurück. Wir haben hier Alsen gefangen, aufgeschnitten und die Eier waren drin. Der Nachwuchs geht zurück: im Winter, wenn wir Ährenfische aufspüren, fangen wir auch normalerweise kleine Goldbrassen, Alsen und Piaparas, aber diese Aufzuchtfische haben wir seit zwei Jahren nicht mehr gesehen.“
Für Hugo bedeutet der Rückgang der Fänge, dass er nun vier Tage braucht, um 80 Kilo zu fangen. Die Menge hat er früher an einem Vormittag geholt.

"Wir müssen dem Fluss eine Pause gönnen"

Zu Beginn dieses Jahrhunderts begann in Argentinien der Export von Flussfischen. Der Fischfang im Paraná wurde industrialisiert. Aber angesichts des derzeitigen Mangels haben die Regierungen einiger Flussprovinzen die Fangtage eingeschränkt.
Zwei Männer vor Fischerbooten an einem Ufer
Für Hugo Sanchez (l.) bedeutet der Rückgang der Fänge, dass er nun vier Tage braucht, um 80 Kilo zu fangen - und nicht einen Vormittag.© Deutschlandradio / Francisco Olaso
Hugo Sanchez ist nicht in der Lage, die Verluste zu tragen. Die örtliche Fischereigewerkschaft arbeitet in einem Gebäude vor seinem Haus. Ein weiteres Mitglied, Eduardo Miño, ist gekommen, um mit ihm eine Notlösung zu besprechen. Während der Pandemie hat Hugo, wie andere Fischer auch, gelegentlich staatliche Hilfe erhalten. Schon seit Wochen ist der Fischer nicht mehr rausgefahren – auch aus Überzeugung.
„Es wäre gut, wenn wir heute auf das Fischen verzichten und dem Fluss eine Pause gönnen könnten. Ich hoffe, dass alle Fischer das Gleiche tun können. Wir haben nämlich noch andere Aktivitäten, wir sind Imker, wir haben Tiere... alles, was die Insel uns bietet, nutzen wir aus. Auch die Otterjagd gewinnt an Bedeutung. Da wir nichts haben, hilft uns das auch ein bisschen. Und ich sage Ihnen, wenn wir es weiterhin so ausplündern, wie es derzeit ausgeplündert wird, dann müssen wir den Geschäftszweig wechseln. Aber nicht, weil wir es wollen, sondern weil der Fluss es verlangt, weil man nicht mehr vom Fluss leben kann.“

Energieversorgung ist in Gefahr

Aber wie soll es nun weitergehen? Im Einzugsgebiet des Paraná, also in Brasilien, Paraguay und Argentinien, wird das Wasser des Flusses zur Bewässerung der Felder gebraucht, auch die Wasserkraftwerke, die die Energieversorgung garantieren, sind vom Fluss abhängig.
Am Desaster mit schuldig ist Argentinien selbst. 1995 erteilte die damalige Regierung der belgisch-argentinischen Kapitalgesellschaft Hidrovía S.A. die Konzession für die Ausbaggerung, Markierung und Mauterhebung auf dem Paraná. Auch die Entwicklung privater Häfen wurde ermöglicht.
Ein Jahr später wurde die Genehmigung für den Anbau von gentechnisch verändertem Soja erteilt, dem inzwischen wichtigsten Exportprodukt des Landes. Die Anbauflächen für Soja dehnen sich auf Kosten der Wälder und des Ackerlandes beständig aus und der Einsatz von chemischen Substanzen nimmt genauso beständig zu.
Durch die Ausbaggerungen wurde der Paraná besser schiffbar. Schiffe von 120 Meter Länge und noch längere Konvois von Lastkähnen befahren Tag und Nacht den Fluss vom Süden Brasiliens bis zur Mündung des Río de la Plata in Argentinien. 80 Prozent der argentinischen Ausfuhren von Getreide, Ölen und Mineralien werden über den Paraná abgewickelt. Aber wegen des Niedrigwassers ist der Fluss nicht mehr überall befahrbar.

Transport von Soja und Fleisch wird teurer

Guillermo Wade, Geschäftsführer der Kammer für Hafen- und Seeverkehr, in der mehr als 50 Konsortien zusammengeschlossen sind, berät sich in seinem Büro in Rosario mit einem Angestellten über den aktuellen Pegelstand des Flusses. Ein Fiasko.
Der niedrige Wasserstand hat in der gesamten agroindustriellen Produktions- und Vertriebskette zu Verlusten geführt, die von der Börse von Rosario für die letzten zwei Jahre auf 559 Millionen Dollar geschätzt werden.
„Heute laden wir 15 bis 25 Prozent weniger als sonst. Brasilien produziert ja kein Wasser, Wasser wird durch Regen erzeugt. Und das Problem ist, dass es in den letzten Jahren viel weniger geregnet hat als im historischen Durchschnitt. Und das bedeutet, dass wir eine Menge zusätzlicher Kosten haben. Denn ein großer Teil der Waren muss anderswo verladen werden.“
Im Einzugsgebiet von Rosario befindet sich das größte Sojazentrum der Welt. China und die Europäische Union nutzen es zur Herstellung von Futtermitteln und Biokraftstoffen. Verschifft wird über den Paraná.
Inzwischen gibt es hitzige Debatten über die Kontrolle des Wasserweges. Denn am Fluss verdiente bisher vor allem der Agrarexportsektor, der es zu beträchtlichem Wohlstand gebracht hat und gleichzeitig auch für Umweltschäden verantwortlich gemacht wird. Dagegen leben 40 Prozent der argentinischen Bevölkerung in Armut. Sie profitieren nicht von den Einnahmen durch die Flussautobahn Paraná.
Im Juli 2021 ordnete die Regierung des Peronisten Alberto Fernández die Schaffung einer staatlichen Einrichtung an, die den Fluss für ein Jahr verwalten und eine neue öffentliche Ausschreibung durchführen soll, denn die alte Konzession ist abgelaufen.

Streit um staatliche oder private Verwaltung

Guillermo Wade ist gegen staatliche Eingriffe und will lieber die private Verwaltung fortsetzen. Die Kontrolle der Exporte funktioniere so besser und effektiver. Vorwürfe, dass private Verwalter Steuern hinterzogen hätten und der Schmuggel blühe, weist er zurück.
„Es gibt keine schwarze Ware. Das ist etwas, wovon die Leute hören oder worüber sie sich äußern, aber das sind Leute, die noch nie einen Fuß in den Hafen gesetzt haben. Denn die Menge an Gegenkontrollen, die durchgeführt werden, macht es unmöglich. Die Waren werden mit einer eidesstattlichen Erklärung verschifft, bei stichprobenartigen Kontrollen geöffnet um herauszufinden, ob die Waren tatsächlich mit dem Frachtbrief übereinstimmen. Wie Sie sehen, kommen die Schiffe und Käufer weiterhin, denn hier wird nichts schwarz verkauft, das gibt es nicht.“
Ein großes Schiff auf einem Fluss bläst dunklen Rauch in die Luft
Schiffe von 120 Meter Länge und noch längere Konvois von Lastkähnen befahren Tag und Nacht den Fluss.© Deutschlandradio / Francisco Olaso
Der Provinzabgeordnete Carlos del Frade, ein bekannter Enthüllungsjournalist in Rosario, schätzt die Situation ganz anders ein. Im Park am Aquarium, in dem sich an diesem Frühlingsnachmittag Familien, Kindergruppen und Verkäufer von Spritzgebäck versammeln, betont der 58-Jährige den geostrategischen Charakter des Paraná für Argentinien und plädiert für eine echte und wirksame staatliche Kontrolle.
„Denn hier werden die Importe überfakturiert, so dass man vom Staat mehr Geld zurückerstattet bekommt, und die Exporte werden unterfakturiert. Vieles, was verkauft wird, wird also ohne jegliche Buchführung verkauft, ohne jegliche Aufzeichnung in den Computern, ohne jegliche Aufzeichnung in den Zollbehörden. Was wir hier sehen, ist ein dummer und mitschuldiger Staat, der in der Regel wegschaut und nur seinen Stempel aufdrückt, als ob er etwas kontrolliert hätte. Aber was der Staat tatsächlich stempelt, als ob es in Ordnung wäre, sind die eidesstattlichen Erklärungen, die die Exporteure selbst geschrieben haben.“

Kokain auf dem Weg nach Europa

Carlos del Frade ist nicht glücklich über die Gründung der staatlichen Einrichtung, die den Fluss ein Jahr lang verwalten soll. Er befürchtet, dass diese die Konzession für ein privates Verwaltungssystem verlängern wird. Während eine Gruppe von Segelbooten hinter ihm den Fluss quer durchsegelt, warnt er vor dem lukrativsten Schmuggelgeschäft überhaupt.
Er bezieht sich dabei auf 16 Tonnen Kokain, die im Februar 2021 im Hamburger Hafen sichergestellt wurden. Zusammen mit weiteren sieben Tonnen, die in Antwerpen beschlagnahmt wurden – ein Rekord in der EU. Die in Farbdosen versteckten Drogen wurden in Paraguay auf Lastkähne verladen und fuhren zehn Tage lang problemlos den Paraná hinunter. Im Hafen von Buenos Aires wurden sie auf ein Schiff unter panamaischer Flagge umgeladen, das dann den Atlantik überquerte. Die deutsche Polizei schätzt den Marktwert auf mindestens anderthalb Milliarden Euro.
„In diese privaten Häfen kommen und gehen Drogen. Offensichtlich findet der Drogenhandel unter anderem in den Schiffen statt, deren Laderäume nicht erforscht werden können, weil ein Gesetz der Diktatur, das Gesetz über ausländische Investitionen, die Einsicht der Transitware in die Laderäume der Schiffe verhindert. Ich glaube, dass es eine große Komplizenschaft bei der Wasserschutzpolizei und beim Zoll gibt, da wird weggeschaut. Das allein macht so etwas möglich.“

Klimawandel, Landwirtschaft, Viehzucht

Der Wasserweg Paraná als Schmuggelroute, aber auch als Wirtschaftsmotor. Sollte die Verwaltung des Flusses zukünftig staatlich organisiert werden, dann wären Steuereinnahmen in beachtlicher Höhe gesichert – Geld, das die soziale Krise abfedern könnte. Aber die Diskussion, ob private oder staatliche Kontrolle besser funktioniert, erübrigt sich sowieso, falls es weiter so wenig regnet und das Niedrigwasser zum Dauerzustand wird.
Umweltgruppen fordern seit Jahren, die Ausbreitung der industriellen Landwirtschaft und Viehzucht im gesamten Delta zu stoppen und damit die Zerstörung der Feuchtgebiete aufzuhalten. Denn die Feuchtgebiete sind für die Regulierung des Wasserstandes unerlässlich.
Für die Deltabewohner bedroht das historische Niedrigwasser ihre Lebensgrundlage. Sie befürchten, dass der Klimawandel und neue Vorschriften für die Jagd und die Fischerei sie zwingen werden, in die Städte abzuwandern. Eine solche Entwicklung würde auch die Schule betreffen, in der Miriam Duré seit zwei Jahrzehnten tätig ist.
„Es besteht die Gefahr, dass, wenn Familien von hier wegziehen, wir zu wenige Schüler für die Schule haben. Das würde sich auch auf das soziale Leben der Kinder auswirken. Denn sie sind sehr an die Insel und die Lebensweise hier gewöhnt. Wir haben hier nicht viele der Dienstleistungen, die man vielleicht in der Stadt hat, aber wir haben ein anderes Leben mit Kontakt zur Natur und mit dem Fluss. Vor allem mit dem Fluss.“

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