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Tonart | Beitrag vom 11.06.2018

Angelique Kidjo covert "Remain in Light" Aneignung einer kulturellen Aneignung

Jan Kedves im Gespräch mit Vivian Perkovic

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Die in Benin geborene Sängerin/ Songwriterin Angelique Kidjo auf dem 50th Montreux Jazz Festival, Schweiz, 2016 (dpa / picture alliance / EPA/ MANUEL LOPEZ )
Bringt "Remain in Light" in ihre Heimat: Angelique Kidjo (dpa / picture alliance / EPA/ MANUEL LOPEZ )

Auf ihrem 1980er-Jahre-Album "Remain in Light" hatten sich die Talking Heads großzügig an afrikanischen Sounds bedient. Die in Benin geborene Sängerin Angelique Kidjo hat nun das Album komplett gecovert.

Sie nennt sich selbst einen "Musik-Junkie": Angelique Kidjo. In Benin aufgewachsen, zog sie Anfang der 80er-Jahre nach Paris. Sie kannte amerikanischen Pop schon von zu Hause, aber während der Diktatur in Benin war Popmusik verboten worden. In Paris indes sog Angelique Kidjo dann alles auf, was ihr unter die Ohren kam. Darunter war auch ein Song der Talking Heads: "Once in a lifetime" vom Album "Remain in Light". Lange Zeit war Angelique Kidjo nur dieser Song des Albums bekannt.

Als Donald Trump 2016 zum Präsidenten gewählt worden war, hörte sie auf Anregung ihres französischen Ehemannes das ganze Album. Und erkannte darin so viele afrikanische Elemente und so vieles von dem, was sie an ihre Kindheit und Heimat erinnerte, dass sie sich entschloss: "Das bringe ich jetzt zurück nach Afrika" und hat das vollständige Album der Talking Heads gecovert.

Im Gespräch mit Tonart-Moderatorin Vivian Perkovic beleuchtet der Musikjournalist Jan Kedves die Hintergründe dieser "Aneignung einer kulturellen Aneignung" – immerhin hatten sich die Talking Heads auf "Remain in Light" afrikanischer Sounds und Rhythmen bedient. 

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