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Fazit / Archiv | Beitrag vom 10.07.2016

Amos Gitaï: "Chronique d’un Assassinat"Hommage an Yitzhak Rabin

Von Eberhard Spreng

(Eberhard Spreng)
Der israelische Filmregisseur Amos Gitai während der Pressekonferenz in Avignon. (Eberhard Spreng)

In seinen Filmen thematisiert der israelische Regisseur Amos Gitai immer wieder die jüngste Geschichte Israels, den Palästinenserkonflikt. Nun wechselt er auf die Bühne: Im Papstpalast in Avignon inszeniert er "Yitzhak Rabin - Chronique d’un Assassinat", eine Auseinandersetzung mit dem Mord an Ministerpräsident Yitzhak Rabin 1995.

Ein Flügel steht auf der weiten Bühne und ein großer Tisch mit zwei Mikrofonen. Wie ein Oratorium inszeniert Amos Gitaï seine Hommage an den 1995 ermordeten Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin. Am Tisch in der Mitte sitzen zwei Schauspielerinnen, daneben zwei Musikerinnen. Links wartet ein Chor. Die vier Frauen stehen für die 2000 verstorbene Leah Rabin, die Witwe des Ermordeten.

Unterbrochen von den musikalischen Interventionen teilen sich die bekannte palästinensische Filmschauspielerin Hiam Abbass und die israelisch-französische Darstellerin Sarah Adler die Lektüre von Leah Rabins Erinnerungen.

Mit einigen riesig, auf die Papstpalastfassade projizierten Ausschnitten damaliger Fernsehbilder dokumentiert Gitaï auch das gefährliche politische Klima im Israel des Jahres 1995, die Massendemonstrationen des rechten, friedensunwilligen Lagers und deren Legitimierung des Mordanschlags.

Amos Gitaï, der in zahllosen Filmen die Entwicklung seines Landes nachgezeichnet hat, weist in diesem Requiem zurück auf den Moment eines historischen Umbruchs in der Geschichte Israels und legt den Finger in eine Wunde, die seitdem nicht mehr verheilt. So erreicht seine Beschäftigung mit "Yitzhak Rabin - Chronique d’un Assassinat" als politische Manifestation nach seinem Dokumentarfilm und einer Multimediainstallation in Rom jetzt die große Bühne in Avignon.

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