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Interview | Beitrag vom 24.08.2021

Alemannenschule in WutöschingenEine Schule als gelebte Utopie

Stefan Ruppaner im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Eine helle Halle mit Treppen links und rechts und Regalen und in der Mitte sitzen Schüler in kleinen Teams an Tischen: Blick in die Alemannenschule in Wutöschingen  (picture alliance / dpa / Patrick Seeger)
Keine Klassenräume, keine Schulbücher: Die Alemannenschule geht eigene Wege und hat damit Erfolg, wie Rektor Stefan Ruppaner berichtet. (picture alliance / dpa / Patrick Seeger)

Eigenständig lernen, wo und wann man will, bei bester technischer Ausstattung: Die Alemannenschule in Wutöschingen bietet besonders gute Lernbedingungen. Das sei weder teuer noch kompliziert, sagt der Rektor Stefan Ruppaner.

Was brauchen Schülerinnen und Schüler, um optimal selbstständig lernen zu können? Von dieser Frage lässt sich Stefan Ruppaner in seiner Arbeit leiten. Der Rektor der Alemannenschule im baden-württembergischen Wutöschingen beschreibt das Konzept so: "Wir sind eine ganz normale staatliche Schule, die nur einige Sachen anders organisiert."

Hier geht es zum Literatursommer von Deutschlandfunk Kultur. (Foto: imago / fStopImages / Malte Müller)

Das Ziel sei eine "Abkoppelung des Lernens von Zeit und Raum", erklärt Ruppaner. Das bedeutet in der Praxis: An der Gemeinschaftsschule gibt es keine Klassenräume, keine Schulbücher, keine althergebrachten Unterrichtsstunden. Die Kinder heißen Lernpartner und Lernpartnerinnen und haben alle ein iPad. Sie eignen sich das Wissen an, wo und wann und wie sie wollen: allein, im Team, im Freien, zu Hause, natürlich auch in der Schule. Lehrer sind "Lernbegleiter", sie haben schon vor zehn Jahren eine eigene digitale Lernplattform entwickelt.

Viel kostengünstiger als "normale" Schulen

Selbst organisiertes Lernen und Lernen durch Erleben: Dieses Konzept nennt Ruppaner "Schmetterlingspädagogik". Wie erfolgreich das ist, lässt sich laut dem Rektor einfach messen – an den Leistungen der Kinder und Jugendlichen. Bei allen Abschlüssen erzielten sie "hervorragende Ergebnisse", sagt er.

Die Schulrevolution sei nicht einmal besonders kostspielig: "Wir brauchen nicht mehr Geld als eine andere Schule", beteuert Ruppaner. Im Gegenteil: Die Kosten für Lehr- und Lernmittel pro Kopf betrügen nur noch ein Viertel dessen, was vor zehn Jahren notwendig war. Die iPads würden letztlich von Eltern finanziert. Dafür fielen andere Ausgaben wie die für Schulbücher weg. "Insgesamt ist unser System viel kostengünstiger als ein normales Schulsystem", so Ruppaner.

(bth)

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