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Fazit | Beitrag vom 01.11.2020

Aktion "sangundklanglos"20 Minuten Stille gegen den Kultur-Lockdown

Beate Springorum im Gespräch mit Marietta Schwarz

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Die Münchner Philharmoniker in einem leeren Konzertsaal. (Andreas Gebert/dpa)
Die Münchner Philharmoniker werden am Montagabend zwar auftreten, aber nicht musizieren - und nach 20 Minuten ist Schluss. (Andreas Gebert/dpa)

Große wie kleine Kultureinrichtungen müssen ab Montag wieder schließen. Doch diesmal wollen sie nicht einfach ins Netz abwandern und dort musizieren, sondern auf der Bühne verstummen und damit ein Zeichen setzen.

"Man sollte anfangen, ein bisschen von der Angst wieder zu nehmen", sagt die Bratschistin Beate Springorum von den Münchner Philharmonikern zu den Auswirkungen der Pandemie. "Musik, Kultur, Theater – das sind alles Dinge, die helfen." Doch ab Montag müssen diese Einrichtungen wieder schließen.

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Dafür hat Beate Springorum kaum Verständnis. Ihrer Ansicht nach zählen gerade Theater und Konzertsäle momentan dank riesiger Säle, moderner Lüftungsanlagen und funktionierender Hygienekonzepte zu den sichersten Orten.

Deswegen haben die Münchner Philharmoniker und das Bündnis #AlarmstufeRot die Aktion "20 Minuten Stille" ins Leben gerufen. Für Montagabend um 20 Uhr sind mehrere Aktionen unter dem Hashtag #sangundklanglos geplant. Neben den Münchner Philharmonikern planen auch das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Bayerische Staatsoper, die Staatskapelle Berlin und viele weitere Orchester Konzertauftritte, bei denen sie nicht musizieren werden und nach 20 Minuten Stille wieder abtreten.

Erst Drängen ins Netz, nun Rückzug in die Stille

Es gehe darum, sich mit der gesamten Branche solidarisch zu zeigen, erklärt Springorum, die auch im Vorstand ihres Orchesters ist:

"Wir als Philharmoniker sind natürlich noch in der sehr privilegierten Situation der Festanstellung. Das entbindet uns aber überhaupt nicht vom Gefühl der tiefen Verbundenheit mit allen, die seit dem ersten Lockdown wirklich nach Luft schnappen, um irgendwie überleben zu können."

Suchte man während des erstens Lockdowns noch Öffentlichkeit im Netz, so soll es diesmal also Stille sein, mit der die Kulturschaffenden auf sich aufmerksam machen wollen.

Auf der Website des Bündnisses #AlarmstufeRot gibt es am Aktionstag eine Social-Media-Wall, auf der die Beiträge aller Teilnehmer gesammelt sichtbar werden. Jeder kann mitmachen.

(ckr)

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