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Kulturnachrichten

Samstag, 10. Mai 2014

Ai-Weiwei-Ausstellung: Schon 100.000 Besucher in Berlin

Ai Weiwei ist sehr erfreut über den großen Zulauf in Berlin.

Das sagte der Leiter des Martin-Gropius-Bau, Gereon Sievernicht, der Deutschen Presse-Agentur. Seit Anfang April hätten 100.000 Besucher die Ausstellung des chinesischen Regimekritikers angeschaut. Das Interesse sei nach wie vor ungebrochen groß. Anzeichen, dass Ai Weiwei doch noch nach Berlin kommen könne, gebe es bisher nicht. Dem in China geächteten Künstler wird seit drei Jahren der Pass vorenthalten. Seine Ausstellung mit vielen eigens für Berlin geschaffenen Installationen läuft noch bis zum 7. Juli.

"Die andere Heimat" gewinnt Deutschen Filmpreis in Gold

Das Drama "Die andere Heimat" ist als bester deutscher Spielfilm ausgezeichnet worden.

Regisseur Edgar Reitz erzählt die Geschichte eines jungen Mannes im Hunsrück des 19. Jahrhunderts, der davon träumt, nach Brasilien auszuwandern. Acht Auszeichnungen erhielt der Alpen-Western "Das finstere Tal" von Andreas Prochaska. Die Lolas als beste Darsteller gingen an Jördis Triebel und Dieter Hallervorden. Der Regisseur Helmut Dietl erhielt den Preis für sein Lebenswerk. - Der Deutsche Filmpreis wird von der Deutschen Filmakademie vergeben und ist der am höchsten dotierte deutsche Kulturpreis: Das Preisgeld der 16 Kategorien und des Ehrenpreises beträgt insgesamt knapp drei Millionen Euro.

Londoner Museumschef: Gurlitts Sammlung gehört nicht in ein Kunstmuseum

Gurlitts Sammlung gehört aus historischen und ethischen Gründen nicht in ein Kunstmuseum.

Dieser Ansicht ist der Leiter des Londoner Victoria and Albert Museum, Martin Roth. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur, er könne sich die zahlreichen Bilder noch am ehesten als Dauerleihgabe im Israel-Museum in Jerusalem vorstellen. Gurlitt war Anfang der Woche im Alter von 81 Jahren gestorben und hat seine Sammlung dem Kunstmuseum Bern in der Schweiz vermacht. Roth sagte dazu, er sei sich sicher, dass die Verantwortlichen die Annahme des Erbes gut überlegten. Bislang hat die dortige Leitung noch nicht entschieden, ob sie die Erbschaft antreten will.

"Lesen gegen das Vergessen" am Jahrestag der Bücherverbrennung in Berlin

Die Nationalsozialisten haben ihre Bücher verbrannt.

Heute werden einige Texte der damals verbotenen Schriftsteller bewusst vorgelesen. Am Jahrestag der Bücherverbrennung findet am Nachmittag in Berlin die Gedenkveranstaltung "Lesen gegen das Vergessen" statt. Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, und die 103-jährige Autorin Elfriede Brüning werden unter anderem als Vortragende erwartet. - Am 10. Mai 1933 verbrannten nationalsozialistische Studenten in Berlin die Werke von mehr als 90 Schriftstellern. Den Autoren wurde ein "undeutscher Geist" vorgeworfen.

Lettland: Öffentlich-rechtliche Konkurrenz zu russischsprachigem Privatsender

In Lettland haben viele Menschen genug von der einseitigen Berichterstattung des russischsprachigen Privatsenders "PBK".

Aus diesem Grund will die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt "Latvijas Televizija" demnächst ihr eigenes Angebot in russischer Sprache deutlich erhöhen. Vorstandschef Ivars Belte sagte, man wolle ab September im Sender LTV7 zehn Stunden lang Nachrichten und Unterhaltungssendungen auf Russisch zeigen, und zwar mit eigenen Inhalten. Die Regierung habe bereits 700.000 Euro für die notwendigen Vorarbeiten bewilligt. Zusätzlich geplant sei außerdem eine Ausweitung des russischen Angebots im öffentlich-rechtlichen Hörfunksender "LR4".

In Lettland sind mehr als ein Drittel der Einwohner Russen, von denen viele nach wie vor nur mangelhaft oder gar kein Lettisch sprechen.

Polen: Flugreisen für Homosexuelle sorgen für Diskussionen

Homosexualität ist in Polen ein heftig umstrittenes Thema.

Da wollte die staatliche polnische Fluggesellschaft LOT ein Zeichen setzen. Auf der Internetseite warb sie mit Flugzielen, an denen der Passagier - Zitat - "er selbst sein kann". Die Gesellschaft wollte damit auf Urlaubsreisen in Städte wie London, Barcelona oder Chicago aufmerksam machen, wo man Lesben und Schwulen, aber auch Bi - und Transsexuellen freundlich gesonnen sei. Obwohl die Werbung in Polen viele Unterstützer fand, hielt sie den konservativen Protesten nicht lange stand. So fragte die rechtskatholische Zeitung "Fronda", ob schon Darkrooms in den Flugzeugen eingerichtet seien. - Seit gestern ist die schwulen- und lesbenfreundliche Werbung wieder verschwunden.

Kölner Lyrikfestival präsentiert Gedichte aus Afrika

Wie vielfältig und experimentierfreudig ist die afrikanische Lyrik?

Darauf will das neue Festival "Poetic Voices Africa" in Köln Antworten geben. Wie die Veranstalter mitteilten, wurden 20 Schriftsteller eingeladen, darunter Ben Okri aus Nigeria und Chirikure Chirikure aus Simbawe. Es sollen auch deutsche Lyriker kommen. Die Organisatoren wollen auf dem interkulturellen Treffen auch einen Bogen zur deutschsprachigen Literatur schlagen. So gehe es in den Texten zum Beispiel darum, wie zugänglich Poesie aus einem fremden Sprachraum sei.

Das Festival "Poetic Voices Africa" findet vom 22.-24. Mai in Köln statt.

Nationalbibliothek in Sarajevo feierlich wieder eröffnet

Im Bosnienkrieg brannte sie bis auf die Grundmauern nieder.

Jetzt ist die Nationalbibliothek von Bosnien-Herzegowina wieder eröffnet worden. Der Bürgermeister von Sarajevo sagte bei der feierlichen Zeremonie, das Haus sei ein Symbol der Stärke, die Vergangenheit zu überwinden und Hoffnung für eine bessere Zukunft zu geben. Die Nationalbibliothek war 1896 erbaut worden; 1992 wurde sie von den Serben zerstört. Der Wiederaufbau kostete insgesamt zwölf Millionen Euro; davon steuerte die EU neun Millionen Euro bei.

Sarajevo wurde während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 über Monate von den Serben belagert und bombardiert. Zehntausende Menschen starben.

Vetternwirtschaft beim ZDF: Sender trennt sich von Redakteurin

Wegen Vetternwirtschaft hat sich das ZDF von einer leitenden Redakteurin getrennt.

Sie soll dem Sender über einen längeren Zeitraum Drehbücher untergeschoben haben, die ihr Ehemann unter einem Pseudonym verfasst habe. Das berichtet die "Bild am Sonntag". Demnach war die Redakteurin unter anderem für die Sendungen "Der Alte", "Küstenwache" und "Ein Fall für Zwei" zuständig. Der Sprecher der ZDF-Intendanz, Alexander Stock, sagte zu dem Vorfall, der Sender habe sich bereits vor Monaten im gegenseitigen Einvernehmen von der Redakteurin getrennt. Ein Schaden sei dem ZDF nicht entstanden.

Odenwaldschule muss sich neuen Missbrauchsvorwürfen stellen

An der Odenwaldschule im hessischen Heppenheim gibt es neue Missbrauchsvorwürfe.

Wie mehrere Zeitungen berichten, geht es diesmal um Untersuchungen durch einen Kinderarzt. Schüler hätten den Vorwurf erhoben, dass sie sich für medizinische Untersuchungen ausziehen mussten und dabei in unangemessener Weise abgetastet worden seien. Der Landrat des Kreises Bergstraße verlangte die vollständige Aufklärung der Vorwürfe. - An der Odenwaldschule wurden Schüler vor Jahrzehnten von Lehrern sexuell missbraucht. In einem Abschlussbericht dazu heißt es, es habe mindestens 132 Opfer gegeben.

Missbrauchsprozess gegen BBC-Moderator Harris begonnen

Rolf Harris habe seine Berühmtheit gnadenlos ausgenutzt.

Das wirft die Londoner Staatswaltschaft dem langjährigen BBC-Moderator zum Auftakt eines Missbrauchsprozesses vor. Der 84-Jährige soll zwischen 1968 und 1986 mindestens zwölf Kinder missbraucht haben. Nach Ansicht der Ankläger versteckte sich hinter dem charmanten und liebenswerten Entertainer ein Mann, der die abhängigen Kinder ausbeutete. Harris war vor einem Jahr im Zuge des Missbrauchsskandals um den früheren BBC-Moderator Jimmy Savile festgenommen und später gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden.

Tag der offenen Klöster: 350 Einrichtungen beteiligen sich

Klöster in ganz Deutschland wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen.

Dazu veranstalten sie heute zum ersten Mal einen Tag der offenen Tür. Mehr als 350 Einrichtungen beteiligen sich an der Aktion. Darunter sind alte Einrichtungen wie die Abtei Ottobeuren im Allgäu, die in diesem Jahr ihr 1.250-jähriges Bestehen feiert. Aber auch junge Gemeinschaften stellen sich mit einem jeweils individuellen Programm vor.

Dramaturg Lilienthal: Nach Beirut war Deutschland ein Friedhof

Nach seiner Zeit in Beirut empfand er Deutschland wie einen großen Friedhof.

Diesen Vergleich zieht der Dramaturge Matthias Lilienthal in der "tageszeitung". Das Leben im Libanon sei für ihn sehr intensiv gewesen - mit vielen Menschen auf der Straße, mehr Flirts, mehr Auseinandersetzungen. Lilienthal berichtet, dass das Theater in dem Land zwar einen anderen Stellenwert habe, weil die Menschen eher ans Überleben denken würden. Trotzdem gebe es in Beirut eine streitlustige Intellektuellenszene, in der künstlerische Arbeiten auf einem hohen Niveau diskutiert würden - vorzugsweise in der Kneipe. - Matthias Lilienthal leitet in diesem Jahr das Festival "Theater der Welt" in Mannheim. Dort werden auch viele Arbeiten aus dem Mittleren Osten zu sehen sein.

Schriftstellerin Thúy: Burnout brachte sie zum Schreiben

In Kanada wird ihr Roman "Der Klang der Fremde" an der Schule gelesen - auch in Deutschland gibt es kommentierte Ausgaben.

Damit hat die kanadische Autorin Kim Thúy nicht gerechnet. Sie sagte der "tageszeitung" in Berlin, sie habe nie Schriftstellerin werden wollen. Jahrelang sei sie als Anwältin tätig gewesen, später habe sie ein Restaurant in Montreal eröffnet. In ihrem Bistro sei sie allerdings auch fast einem Burnout nahe gewesen. Da habe sie eines Tages spontan mit dem Schreiben angefangen. In ihrem ersten Roman "Der Klang der Fremde" verarbeitet Thúy viele autobiografische Erlebnisse, unter anderem die Flucht aus Vietnam nach Kanada.

Mittlerweile ist ihr zweites Buch unter dem Titel "Der Geschmack der Sehnsucht" erschienen.

Ehrengaben der Schillerstiftung für Fritsch und Schiffner

Die Deutsche Schillerstiftung hat in Weimar ihre Ehrengaben 2014 verliehen.

Die mit jeweils 5.000 Euro dotierten Preise gingen an den Schriftsteller Werner Fritsch und an die Lyrikerin Sabine Schiffner. Fritsch wurde unter anderem für seinen Debütroman "Cherubim" ausgezeichnet. Schiffner hatte die Jury mit ihren Gedichtbänden "Dschinn" und "fremd gedanken" auf sich aufmerksam gemacht. Die Preise wurden vom Präsidenten der Klassik Stiftung Weimar, Seemann, übergeben.

Finale im Eurovision Song Contest: 26 Länder im Wettbewerb um die Gesangskrone

Bei manchen hat der Wettbewerb Kultstatus, anderen ist er fast schon verhasst.

Beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen treten heute Abend Sänger und Bands aus 26 Ländern an. Als Favoriten gelten Schweden und die Niederlande. Auch der österreichische Travestie-Star Conchita Wurst hat gute Chancen auf den Titel - er bekam im Halbfinale den größten Jubel beim Publikum. Für Deutschland geht das Frauen-Trio Elaiza ins Rennen. - Mit Spannung wird auch der Auftritt Russlands erwartet. Wegen des Konfliktes in der Ukraine wurden die Tolmachevy Sisters im Halbfinale ausgepfiffen.

Der Eurovision Song Contest wird schätzungsweise von 120 Millionen Fernsehzuschauern verfolgt. Er ist damit einer der größten Musikwettbewerbe der Welt.

Grauhörnchen-Streit in Großbritannien

In Großbritannien wird über den Schutz von Eichhörnchen diskutiert.

Die nämlich werden Schätzungen zufolge zunehmend von Grauhörnchen verdrängt - einer Art, die ursprünglich nicht auf den britischen Inseln heimisch war. Nun schlägt die Tierschutz-Organisation PETA Alarm. Der Protest richtet sich dagegen, dass Prinz Charles ein Vorhaben befürwortet, mit dem der Grauhörnchen-Bestand eingedämmt werden soll: indem die Tiere gefangen und - so lässt sich der Leiter des Projekts zitieren - auf humane Weise ums Leben gebracht werden.

Jamie Oliver muss seine Metzgerei zeitweise schließen

Als TV-Koch und Buchautor hat er Riesen-Erfolg, als Metzgerei-Chef im Moment weniger.

Der britische Fernseh-Star Jamie Oliver muss sich mit einem Hygieneproblem auseinandersetzen. Die von ihm betriebene Nobel-Metzgerei in London hat deshalb vorübergehend schließen müssen. Inspekteure der britischen Behörde für Lebensmittelgesundheit hatten die so genannte Barbecoa-Metzgerei in der Londoner Innenstadt besucht und anschließend festgestellt, hier sei eine "erhebliche Verbesserung notwendig". Die "Times" schrieb - alles sehr unappetitlich - von Mäusedreck und schimmeligen Tierkadavern.

Studentische Fotoaktion: Die Welt am 10. Mai um 14 Uhr

Was passiert heute in der Welt, genau um 14 Uhr?

Diese Frage stellen sich Studenten der Fachhochschule Wismar und haben zu einer weltweiten Fotoaktion aufgerufen. Jeder, der will, kann um 14 Uhr ein Bild aufnehmen und es auf einer Web-Seite der Hochschule laden. Die Studierenden schreiben zu ihrem Projekt, es gehe ihnen nicht darum, das Leben anderer auszuspionieren. Sie seien schlicht von ihrer Neugier getrieben. Sie könnten sich auch vorstellen, das Material später für Ausstellungen zu verwenden. - Fotos mit pornografischem oder diskriminierendem Inhalt sind nicht erwünscht.

Nähere Informationen finden sich hier.

Deutsche Regisseurin Irmgard Lange gestorben

Die deutsche Theater-Regisseurin, Irmgard Lange, ist tot.

Sie starb im Alter von 72 Jahren in Berlin, wie das Theater Baden-Baden mitteilte. Dort hatte sie bis zuletzt Stücke inszeniert. Lange habe für und mit dem Theater gelebt, hieß es. Neben ihrer Arbeit als Regisseurin war sie auch als Dozentin an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig tätig. Ihre Inszenierung "Glaube Liebe Hoffnung" von Ödön von Horvráth wurde 1995 zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

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