"Ad Girls Club"

    Initiative will Sexismus in Werbebranche stoppen

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    Eine rosa Korsage liegt auf rosa Hintergrund – dort wo beim Tragen die Brüste wären, sind zwei Orangen platziert.
    "Sex sells" wird in der Werbebranche immer wieder behauptet. Der "Ad Girls Club" will das und noch mehr ändern. © Unsplash / Dainis Graveris on Sexual Alpha
    Lisa Eppel im Gespräch mit Max Oppel · 20.10.2021
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    Der "Ad Girls Club" setzt sich für Geschlechtergerechtigkeit in der Werbebranche ein und fordert eine Quote, Lohngleichheit und genderneutrale Sprache. Wie das alles umgesetzt werden kann, erläutert Mitgründerin Lisa Eppel.
    Wie überall gibt es auch in der Werbebranche Sexismus. Zuletzt waren Missstände bei der Agentur Scholz & Friends ans Licht gekommen: Es ging um männliche Führungskräfte, die sich abfällig gegenüber Frauen geäußert und verhalten haben sollen.
    Um dem Sexismus entgegenzutreten, hat sich die Initiative "Ad Girls Klub" gegründet und ein Manifest veröffentlicht.
    Darin wird unter anderem eine Frauenquote von 50 Prozent gefordert, Lohngleichheit und genderneutrale Sprache. Außerdem will die Initiative Ansprechpartner für von Sexismus Betroffene sein.
    "Wir sind noch am Anfang, aber Sexismus braucht ein Ende!" heißt es in dem Text.

    Flache Hierarchien bis zum Feierabend-Bier

    Flache Hierarchien seien typisch für die Werbebranche, sagt Mitgründerin Lisa Eppel: "Man ist verkumpelt miteinander, alles ist ein bisschen lockerer im Umgang. Es wird lange gearbeitet, zusammen Bier getrunken und dann verschwimmen oft die Grenzen."
    Werbung beeinflusse die Gesellschaft, betont Eppel: "Das Besondere an der Werbebranche ist, dass wir mit der Werbung, die wir schaffen, auch die Realitäten schaffen, die wir uns anschauen als Bürgerinnen und Bürger."
    Die Forderungen der Initiative seien nicht zu hoch gegriffen, meint sie: "Das sind Dinge, die normal seien sollten." Eigentlich würden 60 Prozent Frauen in der Branche arbeiten, doch auf der Geschaftsführungsebene kehre sich das Geschlechterverhältnis um: "Da sind es nur noch 18 Prozent Frauen."

    Alle können gendern, wie sie wollen

    Bei der gendergerechten Sprache mache der "Ad Girls Club" wenige Vorgaben: "Es gibt verschiedene Ansätze, und die müssen gucken, was für sie am besten funktioniert." Es gebe aber einen Leitfaden, der Anhaltspunkte liefere.
    Damit es nicht bei Lippenbekenntnissen bleibt, will der Club mit dem Branchenverband GWA zusammenarbeiten: "Um zu schauen, wie wir das messbar machen können, damit das auch valide ist", sagt Eppel.
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