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Interview / Archiv | Beitrag vom 19.11.2015

700 Kino-Premieren pro Jahr"Wir brauchen weniger Filme, aber bessere"

Matthias Elwardt im Gespräch mit Nicole Dittmer und Frank Meyer

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Studenten der Universität Duisburg/Essen verfolgen im großen Saal des Essener Multiplex-Kinos eine Vorlesung (Foto vom 17.10.2011). Die Universität ist zum Semesterstart proppenvoll. (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)
Kino ist ein kollektives Erlebnis: Zu viele Filme buhlen inzwischen um die Gunst des Publikums (picture alliance / dpa / Roland Weihrauch)

Cineasten warten auf Donnerstag: Dann kommen die neuen Filme in die Kinos. In dieser Woche sind es 13, oft starten aber auch 15 oder 16 neue Streifen auf einmal. Zu viele? Ja, sagt der Kinobetreiber Matthias Elwardt.

Vor zehn Jahren seien im Jahr rund 300 Filme neu in die Kinos gekommen, inzwischen seien es rund 700, berichtet der Betreiber des Hamburger Szene-Kinos Abaton, Matthias Elwardt. Die Besucherzahlen sind hingegen weitgehend gleich geblieben – was heißt, dass jeder Film im statistischen Mittel nur noch die Hälfte an Zuschauern hat.

Die Produktionsfirmen müssen drehen - und verfilmen so schlechte Drehbücher

Der Grund für den Boom: Die Digitalisierung habe dazu geführt, dass man billiger drehen könne, so Elwardt. "Wir bräuchten weniger Filme, aber bessere", meint er. Eine längere Arbeit am Drehbuch würde vielen Streifen gut tun.

Ein Problem sieht Elwardt auch in Zwängen, denen viele Produktionsfirmen ausgesetzt sind. Diese müssten oft einfach irgendwann anfangen zu drehen, weil sonst zu viel Geld verloren gehe. Die Firmen könnten es sich nicht leisten, hundert- oder zweihunderttausend Euro einfach abzuschreiben. So würden Drehbücher verfilmt, von denen alle wüssten: "Das ist nicht richtig gut."

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