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Interpretationen / Archiv | Beitrag vom 01.11.2015

4. Klavierkonzert von Sergej ProkofjewFür einhändige Virtuosen

Gast: Rainer Maria Klaas, Pianist und Klavierforscher / Moderation: Philipp Quiring

Undatierte Aufnahme des russischen Komponisten und Pianisten Sergej Prokofjew. Er wurde am 27. April 1891 in Sonzowka geboren und ist am 5. März 1953 in Moskau gestorben. (picture-alliance / dpa / Röhnert)
Undatierte Aufnahme des russischen Komponisten und Pianisten Sergej Prokofjew (1891-1953) (picture-alliance / dpa / Röhnert)

Der Pianist Paul Wittgenstein verlor während des Ersten Weltkrieges seinen rechten Arm und gab das Konzert bei Sergej Prokofjew in Auftrag. Die Uraufführung 1956 spielte allerdings Siegfried Rapp - den derselbe Schicksalsschlag im Zweiten Weltkrieg getroffen hatte.

Nachdem Prokofjew seine ersten beiden Klavierkonzerte während der Studienzeit in Moskau und das dritte während seiner Auslandsphase in Chicago komponierte, entstand das 4. Klavierkonzert in B-Dur Op. 53 1931 in Paris.

Eng verbunden sind die Anfänge des viersätzigen Werkes mit zwei Pianisten und deren tragischen Schicksalsschlägen. Paul Wittgenstein verlor während des Ersten Weltkrieges seinen rechten Arm. Er gab das Konzert bei Prokofjew in Auftrag und wurde dessen Widmungsträger. Das Recht an der Uraufführung übte er jedoch nicht aus, weil ihm das Stück nicht sonderlich gefiel "Ich verstehe keine einzige Note".

So wurde Prokofjews 4. Klavierkonzert für die linke Hand erst 25 Jahre später durch den Chemnitzer Pianisten Siegfried Rapp, der während des Zweiten Weltkrieges seinen rechten Arm verlor, in Berlin uraufgeführt.

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