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Interview / Archiv | Beitrag vom 07.08.2016

25 Jahre World Wide Web"Wir drohen unterzugehen in der Informationsflut"

Werner Zorn im Gespräch mit Elke Durak

Sie sehen zwei Hände auf einer beleuchteten Tastatur im Dunklen. (picture-alliance / dpa / Silas Stein)
Fluch und Segen: die Daten- und Informationsflut im Internet. (picture-alliance / dpa / Silas Stein)

Vor 25 Jahren wurde die erste Website der Welt öffentlich gemacht. Der Internet-Pionier Werner Zorn rechtfertigt, dass die Erfinder des Word Wide Web damals auf Patente verzichteten und befürchtet einen Überfluss von leerem Wissen, das niemanden nütze.

Was schrittweise begann, hat sich zu einer Plattform für eine Flut von Informationen entwickelt: das World Wide Web.

Werner Zorn ist ein Internet-Pionier, er gründete 1989 einen der ersten Provider und hat als Professor für Kommunikationssysteme am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam und zuvor an der Universität Karlsruhe als Leiter eines Rechenzentrums gearbeitet. Dass das Internet auch eine Fülle manipulierter Inhalte biete, sei kein Problem der Struktur an sich. Zorn sagte im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur:

"Das Netz hat natürlich die Möglichkeit, Inhalte aller möglichen Qualitäten einzustellen. Es kann sich jeder selbst dort präsentieren und es gibt keine zentrale Überwachungsstelle, die sicherstellt, dass die Inhalte auch korrekt sind."

Verzicht auf Patente und Lizenzen

Beispielsweise auf Wikipedia werde die Richtigkeit der Angaben sehr genau kontrolliert, an anderer Stelle herrsche zum Teil Chaos  - "und auch fehlerhafte Inhalte bleiben beliebig lange stehen". 

Vor 25 Jahren wurden die technischen Möglichkeiten des Internets der breiten Öffentlichkeit übergeben. Der große Fortschritt des World Wide Web sei es gewesen, so Zorn, dem einzelnen Menschen durch eine nutzerfreundliche Oberfläche Zugang zum Netz zu schaffen. Dass die verantwortlichen Wissenschaftler damals auf Patente und Lizenzen verzichtet haben, hält der emiretierte Professor noch immer für richtig und wichtig. "Das hat im Grunde erst zur weiten Verbreitung beigetragen", sagte Zorn.

Für die Zukunft des WWW befürchtet Zorn einen Überfluss an unnützen Informationen. "Wir drohen unterzugehen in der Informationsflut", sagte der Wissenschaftler. Die mangelnde Qualität einer großen Menge an Inhalten sei ein ernstzunehmendes Problem: Wahres Wissen sei herrlich, leeres Wissen riskant.

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