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Kompressor | Beitrag vom 26.08.2020

21 Downbeat beim Festival Pop-KulturMit Deutschpop gegen die Unsichtbarkeit

Hieu Pham und Jacob Höhne im Gespräch mit Massimo Maio

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Mehrere Menschen in grünen Hosen stehen hinter einer Fensterscheibe, die Handflächen liegen auf der Scheibe, hinter ihnen lila Licht.  (MvKummer)
Die inklusive Band "21 Downbeat" präsentiert beim Festival Pop-Kultur ihre erste Produktion seit der Coronakrise: das Musikvideo "Der rote Cowboy" (MvKummer)

Beim Festival Pop-Kultur feiert das neue Video von 21Downbeat Premiere. Die Gruppe ist Hausband des wegen Corona geschlossenen, inklusiven RambaZamba Theaters in Berlin. Dessen Intendant hofft, dass Menschen mit Behinderung wieder sichtbarer werden.

Am Mittwoch beginnt die sechste Ausgabe des Berliner Festivals Pop-Kultur. Diesmal aber, wie so viele andere Festivals und öffentliche Veranstaltungen, im digitalen Raum. Ein fester Baustein des Programms ist das inklusive RambaZamba Theater im Bezirk Prenzlauer Berg, in dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammen Theater machen, und seine Hausband 21Downbeat.

In diesem Jahr ist die Band mit einer Video- und Songpremiere beim Festival vertreten: "Der rote Cowboy", die Vertonung eines Textes, den die Autorin Yoko Tawada für die Band geschrieben hat. Das Video, so viel kann man vorab schon sagen, vermittelt eine starke Körperlichkeit. Die Musikerinnen und Musiker tanzen und zeigen viel nackte Haut, dazu gibt es wildes Stroboskoplicht.

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Den Text von Yoko Tawada finde sie sehr beeindruckend, sagt Hieu Pham, Sängerin bei 21Downbeat. Beim Videodreh habe sie viel Stärke gespürt.

Rückkehr aus dem digitalen Exil

Das Werk ist unter den besonderen Umständen der vergangenen Monate entstanden: Das RambaZamba Theater ist wegen der Coronapandemie geschlossen. Die Musikerinnen und Musiker hätten sich Anfang des Sommers in dem riesigen Raum des Theaters getroffen und gemeinsam, aber mit Sicherheitsabstand, den Song komponiert und produziert, erzählt Jacob Höhne, Intendant des RambaZamba Theaters. "Die Coronazeit ist eine sehr schwere Zeit für das Theater, aber auch das Ensemble." Es sei ein erster Schritt gewesen, wieder zusammenzufinden und sich außerhalb des digitalen Exils zu begegnen.

Sie habe es erleichternd gefunden, die anderen Mitglieder von 21Downbeat wieder zu Bandproben zu treffen, sagt Musikerin Hieu Pham. "Es war auch aufregend, wieder mit anderen 21Downbeat-Sängern und -Sängerinnen zu arbeiten."

Mit der Videopremiere beim Festival Pop-Kultur sei die Hoffnung verbunden, wieder stärker ins Bewusstsein zu gelangen, sagt Intendant Jacob Höhne. Die Coronazeit sei "eine Katastrophe" für Sichtbarkeit und Teilhabe von Menschen mit Behinderung: Viele von ihnen zählen zu Risikogruppen. Deshalb seien viele inklusive Gruppen in Deutschland derzeit besonders vorsichtig.

(jfr)

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