20 Jahre iPod

    Eine Revolution für Apple und die Popmusik

    07:17 Minuten
    Zwei Japanerinnen hören Musik auf dem Apple iPod der ersten Generation.
    Tausende Songs auf einem Gerät: Der iPod von Apple hat den Musikkonsum nachhaltig verändert, sagt Tobi Müller. © AFP / Toru Yamanaka
    Tobi Müller im Gespräch mit Dieter Kassel · 23.10.2021
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    Vor 20 Jahren stellte Apple-Chef Steve Jobs den ersten iPod vor. Der mp3-Player machte Apple reich. Auch für den Pop war es ein Einschnitt, sagt der Kulturjournalist Tobi Müller. Das liege am Zufallsprinzip.
    Als der damalige Apple-Chef Steve Jobs im Jahr 2001 der Welt den ersten iPod vorstellte, hatte die Firma noch einen verschwindend geringen Marktanteil. Ihre Computer verkauften sich nicht gerade berauschend. Mit dem iPod kam die Wende: Das digitale Abspielgerät für unterwegs machte Apple im Verlauf der folgenden Jahre "zur teuersten Firma der Welt", wie der Kulturjournalist Tobi Müller sagt.
    Über die Plattform iTunes, die ein halbes Jahr zuvor auf den Markt gekommen war, ließen sich nicht nur ganze Alben, sondern nun auch einzelne Tracks laden. Das sei das Revolutionäre gewesen, sagt Müller. Die Musikindustrie, die zuvor mit überteuerten CDs riesige Gewinne gemacht hatte, stürzte in eine Krise; Apple stieg zu einer historisch einmaligen Marktmacht auf.
    Für die Popmusik sei besonders die Shuffle-Funktion des iPods folgenreich gewesen, so Müller, das unkuratierte Musikhören nach dem Zufallsprinzip:
    "Das entkoppelt natürlich auch ein bisschen die Beziehung, die Erzählung, wenn man so möchte, die wir mit Pop ja auch immer verbinden. Das ist, glaube ich, ein sehr weitreichender Einschnitt, dass Pop oder Popmusik plötzlich in einer sehr zufälligen Reihenfolge stattfindet. Das rauscht dann eben so ein bisschen durch."

    Der Walkman brachte die Autonomie

    Und doch war die Einführung des Walkman 20 Jahre früher nach Überzeugung des Journalisten "der größere Schritt" im Vergleich zum iPod. Der Walkman habe zu mehr Autonomie geführt: "Man war dem überwachenden Blick der Eltern damals entzogen." Man habe unterwegs Musik hören und seinem Weg durch die Stadt mit einem eigenen Soundtrack folgen können. "Heute würde man sagen: Das war empowernd."
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