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Zeitfragen | Sendung am 24.04.2018 um 19:30 Uhr

Wirtschaft denken (4): Wie werden wir arbeiten? Unterwegs mit den Fahrern von Deliveroo, Foodora und Co.

Von Barbara Eisenmann

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Ein Fahrradkurier ist im Auftrag der Firma Deliveroo unterwegs. Deliveroo beliefert Kunden mit Essen aus Restaurants. (picture alliance/dpa/Gregor Fischer)
Essenlieferanten leben gefährlich: Ein Fahrradkurier von Deliveroo unterwegs im Berliner Verkehr. (picture alliance/dpa/Gregor Fischer)

Dass das Normalarbeitsverhältnis - Vollzeit, sozial abgesichert, unbefristet - nicht mehr zu halten ist, gilt als ausgemacht. Es sind Unternehmen wie Amazon, Google, Facebook, aber auch die Start-ups der Essenslieferdienstbranche, die die Arbeitsformen umkrempeln.

Die klassische lohnabhängige Beschäftigung ist auf dem Rückzug und gerät bei fortschreitender Digitalisierung der Arbeitswelt weiter unter Druck. Das konstatiert auch das Bundesarbeitsministerium in einem Grünbuch zu Arbeit 4.0.

Dort heißt es: "Im Zusammenhang mit der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschafts- und Arbeitswelt wird derzeit vielfach ein weiterer Anstieg der Solo-Selbständigkeit prognostiziert, die ohnehin in den letzten Jahrzehnten deutlich angewachsen ist." Und weiter: "Wie können wir in flexiblen Arbeitswelten sicherstellen, dass der Einzelne seine Existenz selbst sichern kann?" Aber auch: "Wie können wir ein neues Normalarbeitsverhältnis gestalten?". Dass das alte Normalarbeitsverhältnis - Vollzeit, sozial abgesichert, unbefristet - nicht mehr zu halten ist, gilt offenbar als ausgemacht.

Es sind Plattformunternehmen wie Amazon, Google, Facebook, aber auch die kleinen Start-ups der Essenslieferdienstbranche wie in Berlin vor allem Foodora oder Deliveroo, die die Digitalisierung des Dienstleistungssektors vorantreiben und Arbeitsformen, Marktstrukturen und Unternehmensstrategien dabei grundlegend umkrempeln.

Arbeitskraft qua Algorithmen

Wie die Transformation von Arbeit aussieht, wird am Beispiel der Fahrer der Essenlieferdienstbranche in den Blick genommen werden. Es geht hier um die digitale Kontrolle und Ausbeutung der Arbeitskraft qua Algorithmen einerseits und die Erzeugung einer prekären, jederzeit abrufbaren Arbeitskraft andererseits, mit der die Plattformunternehmen extrem flexibel auf Marktschwankungen reagieren können, während die Arbeitenden selbst nur wenig flexibel sind.

(Katapult / Deutschlandradio)Anteil der Beschäftigten, die Tariflohn erhalten (Katapult / Deutschlandradio)

Es sieht ganz so aus, als ob die Arbeitsverhältnisse, die in der Plattformökonomie gerade Gestalt annehmen, sich den in der neoklassischen Volkswirtschaftslehre postulierten reinen, idealen Arbeitsmärkten immer mehr annäherten, da Verzerrungen wie Mindestlöhne, Tarifverträge, soziale Absicherung, gewerkschaftliche Interessenvertretung zunehmend umgangen werden.

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