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Interview / Archiv | Beitrag vom 09.05.2016

Wertekonferenz der SPD Auf der Suche nach der klaren Kante

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Zu sehen ist das Logo der SPD, davor unscharf eine Person, die vorbeigeht. (picture-alliance / dpa / Fredrik Von Erichsen)
Quo vadis, SPD? Die "Wertekonferenz Gerechtigkeit" soll das klären. (picture-alliance / dpa / Fredrik Von Erichsen)

Steckt da noch drin, was drauf steht? Viele Wähler fragen sich, wofür die SPD heute noch steht. Die Partei müsse sich dringend klarer profilieren, rät der Philosoph Michael Reden den Sozialdemokraten vor ihrer Wertekonferenz, denn: "Wir brauchen in der Mitte mehr Streit".

Ein "heißes Herz und klare Kante" hatte der ehemalige SPD-Chef Franz Müntefering seinen Sozialdemokraten einst empfohlen. Wenn man sich die Umfragen ansieht, scheinen die Wähler genau das allerdings zu vermissen. Eine "Wertekonferenz Gerechtigkeit" soll nun am Profil der Genossen feilen und das Programm für den Wahlkampf 2017 vorbereiten. Und da haben sie laut dem Philosophie-Professor Michael Reder aus München noch einiges zu tun.

Die SPD tue gut daran, wieder mehr über soziale Gerechtigkeit nachzudenken, so Reder im Deutschlandradio Kultur. Das Thema tauche zwar in den Wahlprogammen immer wieder auch, allerdings nicht eindeutig genug. Gerade in der politischen Mitte brauche es wieder mehr Streit:

"Die lange Große Koalition hat das ein bisschen eingelullt, dass wir nicht mehr klare, scharfe Positionierung haben. Studien zeigen auch, dass das ein Mitgrund ist, dass an den Rändern, gerade an den rechten Rändern, sich neue Bewegungen geformt haben."

Außerdem sei der Gerechtigkeitsbegriff der SPD zu eng gefasst, so Reder: "Man müsste über ökologische Aspekte, über Zukunftsaspekte neu nachdenken, um wirklich ein profiliertes Verständnis von Gerechtigkeit zu entwickeln." Insgesamt führe die SPD die Debatte "zu passiv und zu wenig ausgetragen".

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