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Sonntag, 17.12.2017

Sonntagmorgen | Beitrag vom 07.05.2017

Vom Verlust der ErinnerungVergiss es!

Von Olga Hochweis

Johannes Mallow aus Magdeburg sitzt am 26.07.2013 im Kurhaus in Isny (Baden-Württemberg) bei der Deutschen Gedächtnismeisterschaft vor einer Aufgabe. 25 Erwachsene und 20 Jugendliche nehmen an der Gedächtnismeisterschaft teil. Mallow erreichte am 26.07.2013 einen neuen Gedächtnis-Weltrekord (picture alliance/dpa/Felix Kästle)
Einprägen nach Prioritätenliste: Vermutlich machen es so auch die Teilnehmer der Deutschen Gedächtnismeisterschaften. (picture alliance/dpa/Felix Kästle)

Vergesslichkeit genießt allgemein keinen guten Ruf. Dabei kann das Vergessen in bestimmten Lebenssituationen - vom Liebeskummer bis zu unliebsamen Urlaubserfahrungen - durchaus heilsame Wirkung haben. Entspannter gehen meist diejenigen durchs Leben, deren Gedächtnis negative Dinge schneller ausblendet.

Auch die antiken Götter hat das Vergessen beschäftigt. Neben Mnemosyne, dem Fluss der Erinnerung, kennt die griechische Mythologie einen weiteren Fluss in der Unterwelt: Lethe bedeutet Vergessenheit - im Wortstamm aber auch Unverborgenheit und Wahrheit. Wer vom Wasser der Lethe trinkt, so glaubten die alten Griechen, der verliert seine Erinnerung vor dem Eingang ins Totenreich - auch zum Zweck einer neuerlichen Wiedergeburt. 

Es gibt, jenseits krankheitsbedingter Veränderungen des Gehirns bei Demenz oder jenseits des plötzlichen Gedächtnisverlusts durch eine Amnesie, viele psychologische und soziale Faktoren, warum wir im Alltag ständig Dinge vergessen: die neuen Vokabeln einer Fremdsprache genauso wie den Geburtstag der Schwiegermutter oder ein bestimmtes Lebensmittel während des Einkaufs. Die Emotion einer Erinnerung spielt dabei ebenso eine Rolle wie die subjektiv wahrgenommene Wichtigkeit einer Information. Schon diese Aspekte lassen ahnen, warum wir trotz aller Vergesslichkeit doch ganz selten Songs und Musik vergessen, die uns etwas bedeuten.

Musikalische Histörchen

Im Alter von 25 Jahren hatte Reginald Kenneth Dwight genug von seinem Geburtsnamen und änderte ihn offiziell. Fortan und das bis heute firmiert er unter Elton Hercules John. 1998 wurde dieser Herkules von der Queen zum Knight Bachelor geschlagen und darf nun, als Ritter, ein Sir vor seinen Namen setzen. Ein harter, aber erfolgreicher Weg lag hinter dem 1947 in Pinner, Middlesex, geborenen Musiker, der bei seiner Großmutter aufwuchs, nachdem sich die Eltern früh getrennt hatten.

Zusammen mit seinem langjährigen Texter Bernie Taupin nahm Elton John 1967 seinen ersten Song auf: "Scarecrow". Zwei Jahre später erschien dann mit "Empty Sky" sein erstes Album, das von der Kritik zwar wohlwollend, von den Käufer aber eher nicht  angenommen wurde. 1970 stand der 23-Jährige dann erstmals auf Platz 1 der Charts, "Your Song" hatte es möglich gemacht. Fortan und das Jahrzehnt hindurch war er ein Hitgarant. Ob die Kerze im Wind (Candle in the Wind), der Raketen Mann (Rocket Man) oder Crocodile Rock, die Popwelt sang seine Lieder mit.

Der Glamour der 70er wurde durch Elton John geadelt und sein Brillentick erfreute so manchen Augenoptiker. Unvergessen auch sein Auftritt als Pinball Wizzard in der Verfilmung der Who-Rockoper "Tommy". Bis heute hat Sir Elton mehr als 900 Millionen Tonträger verkauft und rangiert damit Platz 5 der Bestenliste.

Elton John bei einem Konzert in Albuquerque, New Mexico am 22. März 2017. (imago - ZUMA Press)Elton John bei einem Konzert in Albuquerque, New Mexico am 22. März 2017. (imago - ZUMA Press)

Rätsel

Von welchem Dichter des Mittelalters stammt dieser Ausschnitt, den Klaus Kinski gelesen hat?

Auflösung:
Francois Villon, Vater aller Liedermacher, wurde gesucht. Klaus Kinski rezitierte einen Ausschnitt aus dem fast vergessenen Testament.

Brillant oder Bullshit!? Das Wochenchaos #18-2017 Meinungsfreiheit für Dummies

Das war die Woche der Meinungsfreiheit. Für Dummies. Zwar wurde die Idee am Internationalen Tag der Pressefreiheit eigentlich ganz gut erklärt - aber eben nicht gut genug für manche Medien. Der Österreichische Bundespräsident dagegen hat komplett begriffen: Meinungsfreiheit taugt nur was, wenn sie auch für dumme Meinungen gilt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

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