Seit 13:05 Uhr Breitband

Samstag, 24.02.2018
 
Seit 13:05 Uhr Breitband

Literatur / Archiv | Beitrag vom 30.07.2017

SizilienLiteraturbetrieb in flirrender Hitze

Von Maike Albath

Podcast abonnieren
Blick von Taormina - einem malerischen Ort an der Ostküste Siziliens - auf eine Meeresbucht. (picture alliance / dpa / Reinhard Kaufhold)
Der Ort Taormina liegt an der Ostküste Siziliens - viele Touristen kommen wegen des Wetters, doch Sizilien hat auch kulturell viel zu bieten. (picture alliance / dpa / Reinhard Kaufhold)

Im 19. Jahrhundert gründeten sich Verlage, Literaturzirkel und Zeitschriften auf Sizilien - der Auftakt zur Entstehung einer einflussreichen Literaturszene. Eine Entwicklung, die bis heute anhält.

Sizilien sei viel zu heiß, um etwas zu ändern, so beschrieb es der Fürst Don Fabrizio Salina in Giuseppe Tomasi di Lampedusas Klassiker "Der Leopard" von 1958.

Die Passivität ist aber nur die eine Seite der süditalienischen Insel. Während in Palermo der alteingesessene Adel müde über seine Besitztümer wachte, herrschten in Catania umtriebige Patrizierfamilien. Nach dem Erdbeben von 1693 bauten sie die Stadt wieder auf und im 19. Jahrhundert etablierten sich Theater, Verlage, Literaturzirkel und Zeitschriften.

Im Mailand des Südens erfand Giovanni Verga den Verismus, die italienische Variante des Naturalismus. Sizilien brachte mit Luigi Pirandello und Salvatore Quasimodo zwei Nobelpreisträger hervor und einen Aufklärer wie Leonardo Sciascia, der als erster Schriftsteller von der Mafia erzählte. Heute ist Sizilien als Fluchtpunkt der Migration aus Afrika wieder ein Laboratorium der Zukunft. In Palermo findet neuerdings ein arabisch-italienisches Literaturfestival statt.

Mehr zum Thema

Eine Lange Nacht über das Mittelmeer - Zwischen Sehnsucht und Sterben
(Deutschlandfunk Kultur, Lange Nacht, 05.11.2016)

Literat Elio Vittorini - Die Macht des dichterischen Wortes
(Deutschlandfunk Kultur, Kalenderblatt, 12.02.2016)

Literatur

Der Marsyas-MythosDer Musikwettstreit zwischen Apoll und Marsyas
Dieses Gemälde aus dem 17. Jahrhundert zeigt, wie Apoll Marsyas häutet (Active Museum). (imago stock&people)

Marsyas spielte so lustvoll auf der Doppelflöte, dass er den Gott Apoll zum Wettstreit herausforderte und besiegte. Dafür ließ ihn Apoll bei lebendigem Leib häuten. Der Marsyas-Mythos dient bis heute als Parabel über das Verhältnis von Schönem und Hässlichem, Ohnmacht und Macht.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur