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Lesart | Beitrag vom 31.07.2017

Serie: Ferne WeltenVon Planetenromanen und utopischen Republiken

Stefan Mesch im Gespräch mit Andrea Gerk

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Künstlerische Darstellung des Planeten GJ436b, der einen Roten Zwerg umkreist. (imago )
Irgendwo dahinten ist mit Sicherheit eine Zivilisation, die wir noch nicht kennen. Und die wahrscheinlich Pläne schmiedet ... (imago )

Wer ferne Welten und Science Fiction liebt, muss die Comicreihe "Invisible Republic" zur Kenntnis nehmen, meint der Kulturwissenschaftler Stefan Mesch in unserer Sommerreihe. Auch die futuristischen Romane von Dietmar Dath empfiehlt er - allerdings nicht vorbehaltlos.

Die Comicreihe "Invisible Republic" von Corinna Bechko und Gabriel Hardman erscheint seit 2015, in Fortsetzung meist monatlich, als 20-seitige Hefte. Die Geschichte spielt auf Avalon, einem Mond, den die Menschen besiedelt haben; es ist eine sehr industrielle Welt, deren Städte an Osteuropa und die 70er- und 80er-Jahre erinnern.

Die letzten 40 Jahre hat hier ein Diktator geherrscht: Arthur McBride. Ein Journalist findet das Tagebuch der Cousine von McBride - und beschließt, es zu veröffentlichen.
 
Auf einer zweiten Zeitebene - mehr als 40 Jahre zuvor - erfahren wir, dass die Cousine, ihr Name ist Maia, und Arthur einst linksextreme, junge Revolutionäre waren und gegen einen Polizeistaat kämpften. Maia ist pazifistisch und romantisch. Arthur voller Ideale, aber sehr grausam.

Terroristin, Realpolitikerin und zynische Rebellin

Auch die heutige Maia tritt in der Geschichte in Erscheinung: als Terroristin, Realpolitikerin und zynische Rebellin. Ist sie innerlich gewachsen - oder heute einfach nur ebenso brutal wie ihr Cousin?

Für Mesch ist die Zukunftsversion von Bechko und Hardman die "klügste und differenzierteste" Geschichte über Idealisierung, Terror, Macht und Korruption seit Langem. Er habe schon über 400 Seiten gelesen und wisse immer noch nicht, auf welcher Seite er eigentlich stehen solle, sagte er im Deutschlandfunk Kultur.

Auch die futuristischen Romane von Dietmar Dath wie "Feldeváye" (2014), "Venus siegt" (2015) und "Der Schnitt durch die Sonne" (2017) hat Mesch mit großem Interesse gelesen. Dabei ist er von der Kunst Daths einerseits begeistert, dieser sei der interessanteste deutschsprachige Autor überhaupt - und steht ihm andererseits aber auch sehr kritisch gegenüber.

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