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Fazit | Beitrag vom 09.03.2018

Schenkung der Sammlung Hoffmann nach Dresden"Das Bedürfnis, sich zu engagieren"

Marion Ackermann im Gespräch mit Andrea Gerk

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(© SKD, Foto: Oliver Killig)
Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Eva Maria Stange, Sammlerin Erika Hoffmann und Generaldirektorin der SKD Marion Ackermann vor "Untitled" von Félix González-Torres (v.li.) (© SKD, Foto: Oliver Killig)

Rund 1.200 Kunstwerke von den 1910er-Jahren bis in die Gegenwart gehören zur Sammlung Hoffmann - darunter Andy Warhol, Sigmar Polke oder Tracey Emin. Nun schenkt Erika Hoffmann sie den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Die Generaldirektorin Marion Ackermann über die Verantwortung und das Potenzial.

Die Zusammensetzung mache die Sammlung Hoffmann so besonders, meint die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann.

"Einerseits hat sie so wirkliche Superstars der Kunst, die ganz großen Namen, Andy Warhol, Bruce Nauman und andere, auf der anderen Seite auch eine Vielzahl von Werken, die von Künstlern stammen, die zu Unrecht durch das Raster der Kunstgeschichtsschreibung gefallen sind."

Außerdem stammen 50 Prozent der Werke von Künstlerinnen. "Auch das ist schon ungewöhnlich", meint Ackermann.

(© SKD, Foto: Oliver Killig)Erika Hoffmann vor "Woman to go II" von Mathilde ter Heijne (© SKD, Foto: Oliver Killig)

Verschlungener Weg bis nach Dresden

Der Weg der Sammlung bis nach Dresden ist verschlungen. Die Hoffmanns stammen eigentlich aus dem Rheinland, aus Mönchengladbach. "Sie hatten, berührt durch die Wiedervereinigung und allen Prozessen, die damit verbunden waren, das große Bedürfnis sich zu engagieren", so Ackermann.

Die Idee einer eigenen Kunsthalle in Dresden scheiterte, doch die Verbindungen rissen nicht ab. 

Der Vorwurf, dass die Sammlung zu sehr auf "West-Kunst" setze, treffe so nicht zu, meint Marion Ackermann.

"Es gibt auch einen ganz bestimmten Fokus, der auf Osteuropa liegt, es gibt einen ganzen Raum von einem französischen Künstler, der sich mit der DDR befasst. Daraus lässt sich eine Menge machen für die weitere Grundlage der Dialoge zwischen West und Ost." 

Gleichzeitig Geschenk und Herausforderung 

Natürlich sei die Sammlung ein großes Geschenk, meint Ackermann, aber auch eine große Herausforderung.

"Erstmal ist es großartig, dass es eine bedingungslose Schenkung ist. Es ist eine Verantwortung, aber eine, die wir mit großer Freude angehen werden. Was auch dazu gehört ist, dass die Schenker wünschen, dass wir uns auch stärker in der Fläche in Sachsen engagieren." 

Der Umzug der gesamten Sammlung wird noch fünf Jahre dauern, aber: "Einiges ist jetzt schon zu sehen, zum Beispiel Félix González-Torres oder ganz starke Arbeiten von Isa Genzken", sagt die Generaldirektorin Marion Ackermann.

(be)

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