Seit 15:30 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 15:30 Uhr Tonart
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 10.03.2016

RaubkunstMuss die Limbach-Kommission reformiert werden?

Markus Stötzel im Gespräch mit Vladimir Balzer

Podcast abonnieren
Der Ausschnitt einer historischen Museumsakte zeigt den handschriftlichen Eintrag "Zugang 1943". (dpa / Fredrik Von Erichsen)
Museumsakte, in der die Ein- und Ausgänge zwischen 1933 und 1945 aufgezeichnet sind. (dpa / Fredrik Von Erichsen)

Die Anwälte von Hinterbliebenen fordern in einem Offenen Brief eine Reform der Limbach-Kommission, die bei Streit über NS-Raubkunst vermittelt. Der Mangel an Fairness, Transparenz und Gerechtigkeit sei offensichtlich. Anwalt Markus Stötzel im "Fazit"-Gespräch darüber, warum er zu den Unterzeichnern gehört.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist dafür. Die Jewish Claims Conference ist dafür: die Richtlinien der Limbach-Kommission zu ändern. Es geht um Kulturgüter, die ihren Eigentümern von den Nazis geraubt wurden. Die Limbach-Kommission vermittelt auf Wunsch zwischen Beteiligten, wenn es Streit um mögliche Raubkunst gibt.

Der Präsident der Jewish Claims Conference, Ronald Lauder, hatte Kulturstaatsministerin Grütters bei ihrem Besuch in den USA gerade aufgefordert, es müssen "sichergestellt sein, dass sich deutsche Museen und Sammlungen nicht einer Anrufung der Limbach Kommission widersetzten."

Hermann Parzinger, der Chef der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, kritisierte schon seit vergangenem November, dass die Limbach-Kommission, die zwischen Opfern des Kunstraubs und heutigen Besitzern vermitteln soll, nur angerufen werden kann, wenn beide Parteien zustimmen. Deshalb habe die Kommission bisher nur sehr wenige Fälle bearbeiten können.

"Mangel an Fairness"

Weil auch Anwälte von Hinterbliebenen auf Granit beißen, haben sie an Vertreter der Bundesregierung einen Offenen Brief geschrieben, in dem es unter anderem heißt:

"In ihrer aktuellen Form bietet die 'Beratende Kommission', obschon mit dem entsprechenden Anspruch angetreten, kein geeignetes Forum, um den Ansprüchen der Opfer gerecht zu werden. Der Mangel an Fairness, an Transparenz und Gerechtigkeit des Verfahrens ist offensichtlich."

Deshalb fordern sie:

"Aus Sicht der Familien der NS-Opfer wäre ein international aufgestelltes, verbindliches Schlichtungsverfahren der geeignete und bevorzugende Weg, um auf diesem Gebiet zu 'fairen und gerechten Lösungen' zu kommen."

Anwalt Markus Stötzel gehört zu den Verfassern dieses Offenen Briefes. In der Sendung "Fazit" am 10. März, spricht er ab 23:05 Uhr darüber, warum die Limbach-Kommission reformiert werden muss.

Mehr zum Thema

Tagung zu Kulturgutverlusten - Viel Kritik an Umgang mit NS-Raubkunst
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 29.11.2015)

Tutzinger Tagung zur Raubkunst - Rechtliche Regeln und moralische Verpflichtungen
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 27.09.2015)

NS-Raubkunst - Bemühungen um Provenienz sind nicht genug
(Deutschlandradio Kultur, Kommentar, 03.11.2014)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsEin Kater als Bürgermeister
Wenn eine Katze am Computer sitzt und mit der Maus spielt, dann hat das immer etwas Merkwürdiges. (picture alliance / dpa / dpaweb / Frank Rumpenhorst)

Seit 20 Jahren soll ein Vierbeiner in Talkeetna das Bürgermeisteramt innegehabt haben. Nun ist der Kater Stubbs gestorben. Außerdem in den Feuilletons: Frauen bei der BBC verdienen schlechter als ihre männlichen Kollegen und Sexismus in Literaturbetrieb.Mehr

weitere Beiträge

Fazit

SpionageserieNetflix-Serie schlägt Homeland
Die App des Streamingdienstes Netflix auf einem iPhone 6, aufgenommen am 15.02.2016 in Düsseldorf (picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd)

Berlin als Zentrum der Spionage: Das gab es schon in der US-Serie "Homeland". Doch wo diese auf Abziehbilder setzt, ist die Netflix-Serie "Berlin-Station" um realistischere Bilder bemüht. Ein Zeichen dafür, dass die Macher den europäischen Geschmack treffen wollten.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur