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Donnerstag, 14.12.2017

Interview / Archiv | Beitrag vom 10.06.2017

Ökonom über Macrons Reformpläne"Frankreich könnte Deutschland bald überholen"

Holger Schmieding im Gespräch mit Ute Welty

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit Bundeskanzlerin Merkel in Berlin (imago/Xinhua)
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, hier mit Bundeskanzlerin Merkel in Berlin, hat in den kommenden Jahre viel vor. (imago/Xinhua)

Frankreich steht vor der ersten Runde der Parlamentswahl – und der Partei von Präsident Macron winkt eine klare Mehrheit. Eine gute Ausgangslage für Reformen, sagt der Ökonom Holger Schmieding. Wirtschaftlich könnte unser Nachbarland bald an uns vorbeiziehen.

Diesen und nächsten Sonntag wählen die Franzosen ein neues Parlament - und glaubt man den Umfragen, sieht es gut aus für "La Republique en marche": Die Partei von Präsident Macron darf offenbar mit einer komfortablen Mehrheit rechnen. Mit der französischen Wirtschaft könnte es danach deutlich bergauf gehen, sagt der Chefvolkswirt der Berenberg Bank in London, Holger Schmieding.

Mit einem Wahlsieg der Partei des Präsidenten wäre die Ausgangslage für Reformen noch besser, als sie es damals in Deutschland vor der Agenda 2010 gewesen sei, sagt Schmieding. "Deutschland ist heute stark wegen der Agenda 2010. Ich bin recht optimistisch, dass Frankreich in fünf Jahren mindestens so stark sein wird - nach den Reformen von Macron - wie Deutschland es heute ist, und das Frankreich Deutschland sogar überholen könnte."

Proteste sind unvermeidlich

Natürlich werde es auch Proteste geben, so der Ökonom. "Das ist unvermeidlich, vor allem bei relativ einschneidenden Änderungen wie Macron sie wohl plant." Mit mehr Arbeitsplätzen und steigender Produktivität in einigen Jahren werde das Land seine Spaltung wenn nicht überwinden, so doch lindern könne. "Im Vergleich zur jetzigen Situation ist Frankreich in einigem Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit stärker."

Schlechte Zeiten prophezeit der Ökonom dagegen für Großbritannien. Mit dem Brexit, dem Linksruck bei der jüngsten Parlamentswahl und der nun instabilen Regierung, sei zu befürchten "dass das Land langslam, langsam wirtschaftlich zurückfällt".

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