Seit 14:05 Uhr Kompressor
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 14:05 Uhr Kompressor
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 21.10.2015

Neu im Kino: "Malala – Ihr Recht auf Bildung"Ein Mädchen kämpft für ihre Chance

Von Hannelore Heider

Podcast abonnieren
Malala Yousafzai (links) und Kailash Satyarthi zeigen ihre Nobelpreisurkunden und -Medaillen während der Preiszeremonie. (picture alliance / dpa - Cornelius Poppe)
Malala Yousafzai (links) und Kailash Satyarthi zeigen ihre Nobelpreisurkunden und -Medaillen während der Preiszeremonie. (picture alliance / dpa - Cornelius Poppe)

Malala wurde im Alter von 15 Jahren Opfer der Taliban, weil sie sich das Lernen nicht verbieten ließ. Eine Doku des US-Regisseurs Davis Guggenheim erzählt die bewegende Geschichte der jüngsten Friedensnobelpreisträgerin.

Davis Guggenheim ist ein Dokumentarfilmregisseur, der seinen Stoff meist nicht aus der Distanz präsentiert, sondern seine emotionale Nähe deutlich macht. Dieses Prinzip hat ihm Kritik eingebracht, aber auch den Oscar für seinen Klimafilm "Eine unbequeme Wahrheit".

In seinem neuen Film zeichnet er das Porträt von Malala Yousafzai aus Pakistan, der der Friedensnobelpreis verliehen wurde für ihren tapferen Kampf um gleiche Bildungschancen für Mädchen. Vor drei Jahren bewegte das Schicksal der damals 15-jährigen Aktivisten die Welt. Taliban hatten Malalas Schulbus gekapert und ihr direkt in den Kopf geschossen. Da war sie schon als Aktivistin bekannt, ein Reporter der BBC hatte sie entdeckt und die elfjährige Schülerin animiert, ihr Tagebuch als Blog auf BBC zu veröffentlichen.

Inzwischen ist Malala ein Symbol

Inzwischen ist Malala nicht nur weltweit bekannt, sie ist zum Symbol geworden und sprach vor der UNO, traf sich mit dem US Präsidenten, sie saß in Oprah Winfreys Talkshow und mit dem Geld aus ihrem "Malala Fund" werden Schulen für Mädchen in Entwicklungsländern gebaut, in die sie regelmäßig reist. So ist Malala zu einer Diplomatin durch und durch geworden. Dem Menschen hinter dieser "Botschafterin" näher zukommen, das hat Davis Guggenheim sich zur Aufgabe gemacht und es gelingt ihm, das Mädchen hinter der Nobelpreisträgerin sichtbar zu machen. Dafür nutzt der Regisseur alle Mittel. 


Guggenheim begleitet Malala auf Reisen und beobachtet ihre Begegnung mit Schülerinnen aus aller Welt. Er filmt sie mitten in ihrer Familie und dabei gelingen ihm schöne Momentaufnahmen mit ihren Brüdern. Auch die Geschichte des Attentats und der Heilung wird in Rückblenden erzählt, für die er animierte Sequenzen nutzt, zum Beispiel für das Attentat oder die schwierige Kopfoperation. Etwas irritierend ist die permanente Präsenz von Malalas Vater.. Er hat seiner Tochter den Namen einer mutigen Freiheitskämpferin gegeben und als Direktor einer Privatschule seiner Tochter die gleiche Bildung zukommen lassen wie seinen Söhnen. Heute ist er eine Art graue Eminenz, der Malalas Leben managt. Trotzdem strahlt Malala in diesem Filmporträt große Lebensfreude und Souveränität aus, der gegenüber sich Regisseur Davis Guggenheim wohl auch gar nicht auf eine zu distanzierte Beobachterposition begeben wollte.

Malala – Ihr Recht auf Bildung
USA 2015; Regie: Davis Guggenheim; 88 Minuten

Mehr zum Thema

Taliban-Anschlag in Pakistan - War es Rache für Malalas Nobelpreis?
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 17.12.2014)

Pakistan - Eine Nation trauert
(Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 17.12.2014)

Friedensnobelpreis - Kinderrechtsaktivisten geehrt
(Deutschlandfunk, Aktuell, 10.12.2014)

Plädoyer für den blauen Planeten
(Deutschlandradio Kultur, Buchkritik, 22.01.2007)

Agitationsfilm gegen den Klimawandel
(Deutschlandradio Kultur, Filme der Woche, 11.10.2006) " article="305746" target="_self" />

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDer Gegner, der in die Karten spielt
Ein Demonstrant hält ein Protestplakate mit der Aufschrift "Ihr seid Nazis Punkt!" hoch. (dpa / Frank Rumpenhorst)

Auf der Frankfurter Buchmesse wurden Bücher von rechten Verlagen geklaut oder mit Zahnpasta beschmiert. Andererseits hätten Anhänger der identitären Bewegung eine Veranstaltung gestört. "Die Zeit" schreibt über diesen "Kampf zwischen linkem und rechtem Denken".Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Filmfestival in SüdkoreaFilme, die Türen öffnen
Filmstars laufen 2016 bei der Eröffnung des 21. Filmfestivals in Busan über den roten Teppich. (imago / stock&people / Yonhap)

Während die USA und Südkorea Kriegsschiffe ins Japanische und Gelbe Meer senden, treffen sich in der südkoreanischen Hafenstadt Busan die Stars der internationalen Filmbranche. Das dortige Filmfestival zeigt, wie das südkoreanische Kino die Trauma der Vergangenheit verarbeitet.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur