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Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 10.08.2015

Nach dem Ende von hitchBOTKönnen Roboter Menschen vertrauen?

Von Martina Buttler

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Der trampende Roboter hitchBOT sitzt am 12.02.2015 in München am Straßenrand und lächelt in die Kamera. (picture-alliance / dpa / Sven Hoppe)
Ein Bild aus besseren Zeiten: hitchBOT lächelnd am Straßenrand. (picture-alliance / dpa / Sven Hoppe)

Mehrere Prominente warnten kürzlich in einem offenen Brief: Intelligente Roboter könnten künftig die Menschheit bedrohen. Aktuell ist die Gefährdung allerdings genau umgekehrt, wie das vorzeitige gewaltsame Ende von hitchBOT zeigt - dem Roboter, der per Anhalter durch die Welt gefahren ist und dabei zunächst ziemlich weit kam.

Es ist ein trauriges Bild. Die Arme abgerissen, der Kopf verschwunden. Der trampende Roboter hitchBOT liegt zwischen Müll und trockenen Blättern am Straßenrand. Das Ende seiner Reise: Philadelphia. Dabei hatte hitchBOT große Pläne, erzählt er auf NBC.

Per Anhalter wollte der Roboter quer durchs Land reisen – bis nach Kalifornien kommen. Da träumte er von einer Filmkarriere. Der Roboter mit den leuchtend gelben Gummistiefeln war auf die Hilfsbereitschaft von Menschen angewiesen, wenn er den Daumen am Straßenrand raushielt. Und sie haben ihn mitgenommen. Er ist schon quer durch Deutschland getrampt, hat Urlaub in den Niederlanden gemacht und Kanada durchquert. Auch in Neuengland hat er Station gemacht:

Ein twitternder Roboter, der sang, tanzte und redete

Er wusste nicht so recht, wie ihm Providence, die Hauptstadt von Rhode Island gefällt. Unterwegs haben viele Menschen auf hitchBOT unterschrieben. Und der hat einige Dinge von seiner To-Do-Liste abgehakt: Er hat La Ola in einem Stadion bei einem Spiel der Red Sox mitgemacht, das verriet der GPS-Tracker. Und seine Reisefotos. HitchBOT postete alle paar Minuten Bilder. Mal händchenhaltend mit jemandem, der ihn mitgenommen hat, mal vom Times Square in New York. Ein twitternder Roboter, der nicht nur seine Fans in den sozialen Medien, sondern auch am Straßenrand begeistert hat. Er sang, tanzte und redete.

Den Grand Canyon wird er nun nicht mehr sehen. HitchBOT verabschiedete sich per Twitter mit den Worten "Manchmal passieren guten Robotern schlechte Dinge." Wer ihn zerstört hat, ist nicht bekannt. Die große Frage, die bleibt: Können Roboter Menschen vertrauen? Darauf hat hitchBOT keine Antwort mehr. Nur einen großmütigen Kommentar: Meine Liebe für die Menschen wird niemals vergehen.

Mehr zum Thema:

Reisender Roboter - Was Hitchbot über uns verrät
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 04.08.2015)

Trampende Quasselstrippe - Wie ein Roboter Kanada durchquerte
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 19.08.2014)

hitchBOT-Projekt - Roboter reist per Anhalter durch Kanada
(Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 29.07.2014)

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