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Breitband | Beitrag vom 03.05.2008

Meine beste Freundin Ana

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Ana heißt mit ganzem Namen Anorexia Nervosa, zu deutsch kurz: Magersucht. Die Anfänge der Magersucht verlieren sich irgendwo in der frühen Hälfte des 20. Jahrhunderts, vielleicht auch am Ende des 19. Jahrhunderts. Der aufkommende Wohlstand hatte sich offenbar sein Gegenteil, den Entzug, die Verweigerung, die Hungerstreik-Slowmotion zum negativen Ideal verklärt.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts schließt sich im Netz die Anhängerschaft unter dem Namen der Pro Ana Bewegung zusammen. Ihre Treffpunkte: Foren und Communities im Netz. 
Hinter smarten Portalen und Interstars wie LastFM, MySpace und Facebook dämmerst also die dunkel Seite der Community-Welt. Ratgeber für optimiertes Hungern, beschleunigte Gewichtsreduzierung und die besten Sättigungssurrogate vom Mate-Tee bis zum verschluckten Schaumstoff.
Manchen geben der übersättigten, schwergewichten Gesellschaft die Schuld, andere vermuten die Ursachen in der jeweils individuellen Familiengeschichte. Dazu gibt es jene, die Modemacher, Models und Medien in der Verantwortung sehen oder eben die Betreiber und Besucher von Pro-Ana-Portalen.
Die Franzosen haben vor knapp zwei Wochen gleich ein waschechtes Gesetz erlassen, daß die Anstiftung zur Magersucht unter Strafe stellen will. Zwei Jahre Haft und 30.000 EUR Strafe.
Ob's was hilft? Und wie will man in Communities und Foren zwischen "Tätern"
und "Opfern" unterscheiden? Wie funktionieren die Pro-Ana-Seiten eigentlich? Wer besucht sie? Sind sie tatsächlich zum Schaden der User? Oder finden verzweifelte junge Menschen Rat unter gleichen? Wir wollen es wissen in der kommenden Sendung. Samstag 14.05 Uhr.



Markus Heidmeier / Redaktion Breitband


Foto Peter W. stx

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