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Montag, 18.12.2017

Lesart | Beitrag vom 07.12.2017

Manuela Reichart (Hrsg.): "Taschenliebe"Psychogramm der Handtaschenträgerin

Manuela Reichart im Gespräch mit Andrea Gerk

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Buchcover: Manuela Reichart (Hrsg.): "Taschenliebe" (Cover btb Verlag / dpa / Jens Kalaene)
Die Größe der Handtasche hänge auch mit dem Stand der Emanzipation zusammen, sagt Manuela Reichart. (Cover btb Verlag / dpa / Jens Kalaene)

Was kann man mit einem Blick in die Handtasche einer Frau über sie sagen? Antworten darauf finden sich in dem Lesebuch "Taschenliebe", das Geschichten von Schriftstellerinnen wie Felicitas Hoppe, Judith Hermann und Franziska Gerstenberg versammelt.

Für viele Frauen ist eine Handtasche viel mehr als ein Alltagsgegenstand. Die einen tragen immer die eine Lieblingstasche, die anderen haben zu jedem Look das richtige Exemplar. Kann man sich von der monogamen in die polygame Handtaschenträgerin verändern? Manuela Reichart, Herausgeberin des Buches "Taschenliebe":

"So wie es Früh- und Spätaufsteher gibt, so gibt es eben die polygame und die monogame Taschenträgerin. Und vielleicht muss man einfach sagen: Das bin ich eben!"

Metapher für die Vagina

Eine der interessantesten psychologischen Erklärungen ist für Reichart:

"Männer sehen angeblich in der weiblichen Handtasche ein Mysterium und eine Metapher für die Vagina. Deswegen haben sie vielleicht auch Mühe mit dem Reingucken und dem Reinfassen."

Das von ihr herausgegebene Buch "Taschenliebe" versammelt Geschichten von deutschen Gegenwartsautorinnen wie Nora Bossong, Ulrike Draesner, Franziska Gerstenberg, Judith Hermann, Felicitas Hoppe oder Judith Kuckart. Sie nehmen die Tasche nicht nur als Objekt der Begierde, sondern auch Geldanlage in den Blick. 

In mehreren Anekdoten geht es um junge Männer, die Handtaschen stehlen. In Karin Reschkes "Der Sohn der Friseurin" ist es ein Künstler, der aus den gestohlenen Stücken Handtaschen-Installationen macht. In Keto von Waberers "Taschenköder" hebt ein Mann die Handtaschen von den Frauen auf, mit denen er eine Affäre hatte.

Der letzte Text im Buch ist einem Dichter vorbehalten. Mit "Handtaschen" hat Mirko Bonné ein Gedicht über das liebste Stück der Frauen geschrieben.

(cosa)

Manuela Reichart (Hrsg.): "Taschenliebe"
btb Verlag, 18 Euro

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