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Literatur / Archiv | Beitrag vom 02.10.2016

Literatur-Stadt am Schwarzen Meer Oden an Odessa

Von Charlotte Misselwitz

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Odessa - von den Einwohnern liebevoll "Mama Odessa" genannt.  (picture-alliance/ dpa / Daniel Gammert)
Odessa - von den Einwohnern liebevoll "Mama Odessa" genannt. (picture-alliance/ dpa / Daniel Gammert)

Es gibt viele Oden an Odessa. Puschkins Versdichtung "Eugen Onegin" besingt Anfang des 19. Jahrhunderts die multinationale Stadt. Sie beherbergt etwa ein Drittel Russen, Ukrainer und Juden, dazu Griechen, Moldawier und Italiener. "Mama Odessa" wird die Stadt am Schwarzen Meer liebevoll von ihren Einwohnern genannt.

Die Erzählungen, Gedichte, Romane, die von der architektonischen, geografischen oder kulturellen Topografie der Stadt inspiriert wurden, lassen Odessa weitaus größer erscheinen als es ist: eine Stadt mit knapp einer Million Einwohnern.

Odessa hat viele Sprachen

Über ein Jahr weilte Alexander Puschkin in Odessa, weil ein Gedichtband von ihm in Ungnade gefallen war. Es war eine der Sternstunden der Stadt. Aber auch Isaak Babel, Anna Achmatowa und die Odessiter Autorenschule, darunter Valentin Katajew und Konstantin Paustovskij, mehrten ihren Ruhm. Paustovskij schreibt von Odessa: "Stadt mit ihrem Lachen, dem weichen Stimmengewirr in den Straßen".

Am Anfang des 20. Jahrhunderts lebten hier verschiedenste Nationen miteinander; neben Russich wurde Französisch, Deutsch, Italienisch, Griechisch gesprochen. Auch eine große jüdische Gemeinde bestimmte das Stadtleben.  Doch heute ist das goldene Zeitalter der Literatur in Odessa längst Vergangenheit. (lk)

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