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Lange Nacht / Archiv | Beitrag vom 25.02.2017

Eine Lange Nacht über Spaniens geraubte Kinder in der Franco-ZeitMauern des Schweigens

Von Margot Litten

Spaniens Ex-Diktator Francisco Franco während einer Militärparade (imago/United Archives International)
Mehr als 300.000 Babys sollen in der Zeit von Francisco Franco in Spanien verschwunden sein. (imago/United Archives International)

In vielen Ländern der Welt gab es Fälle von Babyraub. Irland erlangte in diesem Kontext traurige Berühmtheit, ebenso Argentinien oder Australien, aber nirgendwo verschwanden so viele Babys wie in Spanien. Und nirgendwo sonst widerfährt den Opfern so wenig Gerechtigkeit.

Die Tragödie begann zur Zeit des spanischen Bürgerkriegs und setzte sich bis in die 90er-Jahre fort. Ursprünglich politisch motiviert, wurde der Babyraub bald zu einem lukrativen Geschäft, in das Ärzte, Anwälte, und vor allem die katholische Kirche verwickelt waren. Man schätzt, dass in spanischen Geburtskliniken über die Jahrzehnte mehr als 300.000 Babys verschwanden und mit gefälschten Papieren an kinderlose Paare verkauft wurden.

Inzwischen suchen Mütter ihre Kinder, und Kinder ihre leiblichen Eltern - doch das gestaltet sich extrem schwierig: Kein Wunder angesichts fehlender Dokumente, mangelndem politischen Willen und vor allem der Mauer des Schweigens, mit der sich die Kirche umgibt.

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