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Fazit / Archiv | Beitrag vom 11.03.2016

Ehemaliger The-Smiths-SängerWarum Morrissey Bürgermeister werden will

Klaus Walter im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Morrissey bei einem Auftritt im Juni 2015.  (imago/ZUMA Press)
Morrissey bei einem Auftritt im Juni 2015: Der Musiker habe in den vergangenen Jahren musikalisch an Relevanz verloren, meint Klaus Walter. (imago/ZUMA Press)

Morrissey will als Kandidat der Tierschutz-Partei Londons Bürgermeister Boris Johnson stürzen. Die Chancen des ehemaligen The-Smiths-Sängers dürften gering sein - die Bewerbung passe aber zum Wandel von Politikern, meint Journalist und DJ Klaus Walter.

Der britische Popmusiker Morrissey will bei der Londoner Bürgermeisterwahl als Kandidat der Tierschutz-Partei den aktuellen Amtsinhaber Boris Johnson herausfordern. "Er sucht sich andere Betätigungsfelder", kommentiert Journalist und DJ Klaus Walter die Ambitionen des ehemaligen The-Smiths-Sängers. Walter vermutet, dass die Entscheidung damit zu tun habe, dass Morrissey als Künstler an Relevanz verloren habe.

Sein Bedeutungsverlust habe auch damit zu tun, dass "er nur noch als Tierschützer in Erscheinung tritt". Morrissey habe mit seinen misanthropischen Allüren stets kokettiert - problematisch werde das, wenn sich sein Engagement für Tierschutz - etwa wie bei Brigitte Bardot - in Menschenhass umschlage.

"Anto Royal" - wäre das auch sein Politik-Stil? Morrissey bei einem Auftritt im Juli 2012. (imago/Steven Patrick)"Anto Royal" - wäre das auch sein Politik-Stil? Morrissey bei einem Auftritt im Juli 2012. (imago/Steven Patrick)

Zudem warnt Walter: Der Musiker habe zwar immer wieder dementiert, mit Rassismus etwas zu tun zu haben, es gebe aber durchaus Interviews von ihm, in denen er vor Überfremdung warnt. "Das ist anschlussfähig auch für rechte Milieus."

Die seltsame Mischung aus "Witzfigur" und "Außenseiter" habe derzeit in der Politik Konjunktur. Johnson sei selbst ein solcher vor acht Jahren gewesen. "Das Bild des Politikers wandelt sich gerade extrem: Da würde auch ein Morrissey als Bürgermeister von London möglicherweise funktionieren."

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