Seit 11:05 Uhr Deutschlandrundfahrt

Sonntag, 24.06.2018
 
Seit 11:05 Uhr Deutschlandrundfahrt

Fazit / Archiv | Beitrag vom 11.03.2016

Ehemaliger The-Smiths-SängerWarum Morrissey Bürgermeister werden will

Klaus Walter im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

Podcast abonnieren
Morrissey bei einem Auftritt im Juni 2015.  (imago/ZUMA Press)
Morrissey bei einem Auftritt im Juni 2015: Der Musiker habe in den vergangenen Jahren musikalisch an Relevanz verloren, meint Klaus Walter. (imago/ZUMA Press)

Morrissey will als Kandidat der Tierschutz-Partei Londons Bürgermeister Boris Johnson stürzen. Die Chancen des ehemaligen The-Smiths-Sängers dürften gering sein - die Bewerbung passe aber zum Wandel von Politikern, meint Journalist und DJ Klaus Walter.

Der britische Popmusiker Morrissey will bei der Londoner Bürgermeisterwahl als Kandidat der Tierschutz-Partei den aktuellen Amtsinhaber Boris Johnson herausfordern. "Er sucht sich andere Betätigungsfelder", kommentiert Journalist und DJ Klaus Walter die Ambitionen des ehemaligen The-Smiths-Sängers. Walter vermutet, dass die Entscheidung damit zu tun habe, dass Morrissey als Künstler an Relevanz verloren habe.

Sein Bedeutungsverlust habe auch damit zu tun, dass "er nur noch als Tierschützer in Erscheinung tritt". Morrissey habe mit seinen misanthropischen Allüren stets kokettiert - problematisch werde das, wenn sich sein Engagement für Tierschutz - etwa wie bei Brigitte Bardot - in Menschenhass umschlage.

"Anto Royal" - wäre das auch sein Politik-Stil? Morrissey bei einem Auftritt im Juli 2012. (imago/Steven Patrick)"Anto Royal" - wäre das auch sein Politik-Stil? Morrissey bei einem Auftritt im Juli 2012. (imago/Steven Patrick)

Zudem warnt Walter: Der Musiker habe zwar immer wieder dementiert, mit Rassismus etwas zu tun zu haben, es gebe aber durchaus Interviews von ihm, in denen er vor Überfremdung warnt. "Das ist anschlussfähig auch für rechte Milieus."

Die seltsame Mischung aus "Witzfigur" und "Außenseiter" habe derzeit in der Politik Konjunktur. Johnson sei selbst ein solcher vor acht Jahren gewesen. "Das Bild des Politikers wandelt sich gerade extrem: Da würde auch ein Morrissey als Bürgermeister von London möglicherweise funktionieren."

Mehr zum Thema

Le Grand Rex, Paris - Morrissey - The "World Peace Is None Of Your Business "-Tour 2014
(Deutschlandradio Kultur, In Concert, 23.03.2015)

Morrissey kam nur bis Gummersbach
(Deutschlandfunk, Freistil, 23.06.2013)

"Years of Refusal" von Morrissey
(Deutschlandradio Kultur, Album der Woche, 16.02.2009)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsLüge und Wahrheit
Donald Trump (picture alliance / dpa / CNP)

Lüge und Wahrheit haben die Feuilletons dieser Woche bestimmt. Die "SZ" widmete sich der Frage, ob Donald Trump mit Absicht lügt, während die "FAZ" aufzeigt, wie mit korrekten Aussagen von nicht genehmen Wahrheiten abgelenkt werden kann.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 5Auf der Bühne und dahinter
Der Intendant des Schauspiels Köln, Stefan Bachmann, stellt am 21.05.2013 in Köln (Nordrhein-Westfalen) den Spielplan für die kommende Saison vor.  (picture-alliance / dpa / Oliver Berg)

Künstler oder Servicepersonal? Dulden oder Aufbegehren? Im Mai-Theaterpodcast geht es um die Rolle des Schauspielers im 21. Jahrhundert. Außerdem Thema: Die Proteste von Mitarbeitern der Bühnen in Cottbus und Köln.Mehr

Folge 4Von diversen Zukünften
"Tchüss, Chris"-Plakate kommentieren den Rückzug des Belgiers Chris Dercon als Intendant der Berliner Volksbühne am 13.4.2018. (Karoline Scheer/Deutschlandradio)

Die Amtszeit von Chris Dercon als Intendant der Berliner Volksbühne dauerte nur wenige Monate und hinterließ einen Scherbenhaufen. Der neue "Theaterpodcast" beschäftigt sich mit dem Ursachen des Desasters. Weitere Themen: das Verhältnis von Theater und Digitalisierung. Und: Theater-Propaganda in Österreich.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur