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Im Gespräch | Beitrag vom 02.08.2017

Die Grafiker Nicolaus Ott und Bernard SteinPlakate und Logos für eine schönere Welt

Nicolaus Ott und Bernard Stein im Gespräch mit Britta Bürger

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nicolaus Ott (li.) und Bernard Stein (re.) arbeiten seit vielen Jahrzehnten als Grafikdesigner zusammen (Melchior Imboden)
Mit Logos die Welt ein wenig schöner machen. Das ist die Mission der Grafikdesigner Nicolaus Ott (li.) und Bernard Stein (re.). (Melchior Imboden)

Sie lernten sich zufällig im Zeichenkurs kennen und schrieben dann gemeinsam Designgeschichte. Die Grafiker Nicolaus Ott und Bernard Stein arbeiten seit fast vier Jahrzehnten zusammen. Bei uns sprechen sie über den Reiz ihrer künstlerischen Symbiose.

Mit ihren Buchgestaltungen, Plakaten und Logos haben die Grafiker Nicolaus Ott und Bernard Stein Designgeschichte geschrieben. Ihr visuelles Vokabular hat elementare Formen wie das Dreieck, den Kreis und das Quadrat immer wieder neu belebt.

24 Jahre lang haben "Ott + Stein" in einem gemeinsamen Atelier für die Staatlichen Museen Berlin und viele andere kulturelle Einrichtungen gearbeitet - immer in einem dialogischen Prozess, sagte Bernard Stein "Im Gespräch".

"Nico war für mich immer der Garant, dass es schöner werden würde. Es war nicht mein Bestreben, also mir ging es nicht darum, dass es schöner, mir ging es eigentlich eher darum, dass es anders sein würde als wie wir es uns vorstellen, also die Überraschung, die Veränderung des Neue, das war meine Triebfeder da drin."

Und Nicolaus Ott ergänzte:

"Wir waren zum Beispiel dabei zu gestalten und Bernard sagte kurz vor Schluss, jetzt drehen wir es mal einfach um. Was passiert dann? Da war er wesentlich experimentierfreudiger als ich. Aber ich habe es immer so hinbekommen, dass es ästhetisch wirkte und dadurch konnte sich Bernard auf mich verlassen und ich auf ihn. So arbeiteten wir das Optimum heraus."

15 Jahre lang teilten sie sich eine Professur für Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule in Kassel.

Als die Digitalisierung ihr Handwerk revolutionierte, schlugen beide noch einmal neue Wege ein. Allerdings sehen sie die Entwicklungen auch kritisch.

"Die große Veränderung durch den Computer liegt für mich auch in der genauen Beschreibung, was Gestaltung eigentlich ist. Bis dahin konnte man annehmen, es ist vor allen Dingen ein Handwerk, denn es war durch handwerkliche Dinge geprägt und das ist eigentlich das Wesen von Gestaltung. Das wird sich überhaupt erst in den nächsten Jahrzehnten noch mehr heraus kristallisieren, weil jetzt, alle Menschen Gestaltung machen, und manchmal sieht es auch so aus!"

Ihre Dialoggemeinschaft ist bis heute lebendig.

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