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Literatur | Beitrag vom 25.06.2017

Berliner Rede zur Poesie 2017"Wo die Exekutive ihre Finger einzieht"?

Von John Burnside

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Der schottische Schriftsteller John Burnside 2015 in Köln (dpa / picture alliance / Horst Galuschka)
Der schottische Schriftsteller John Burnside 2015 in Köln (dpa / picture alliance / Horst Galuschka)

Im Rahmen des heute zu Ende gehenden Poesie-Festivals Berlin hielt der schottische Erzähler und Lyriker John Burnside die „Berliner Rede zur Poesie 2017“. "Wo die Exekutive ihre Finger einzieht"? – diese Zeile eines Gedichts von W.H. Auden hat Burnside mit einem Fragezeichen versehen.

Burnside entwickelt in seiner Rede "Wo die Exekutive ihre Finger einzieht"? seine Überlegungen, indem er dem berühmten Vers Dichtung bewegt nichts von W.H. Auden widerspricht. Für Burnside ist Dichtung essentieller Bestandteil des Menschseins. Sie lehrt uns den gleichberechtigten Gebrauch all unserer Fähigkeiten und führt zu einem umfassenderen Verständnis der Dinge. Das Erschaffen von Dichtung und das Erschaffen von Welt hängen aufs Engste zusammen, heißt es in seinem Text.

Der schottische Schriftsteller John Burnside in der Akademie der Künste während seiner Rede zur Poesie, 2017 (Deutschlandradio / Carsten Hueck )Der schottische Schriftsteller John Burnside in der Akademie der Künste während seiner Rede zur Poesie, 2017 (Deutschlandradio / Carsten Hueck )

In diesem Sinne ist Dichtung auch ein politisches Instrument, das heute, "mit einem verrückten König im Palast und steigendem Wasserpegel", dringend benötigt wird. Burnside erteilt den aufkommenden Nationalismen und der Fremdenfeindlichkeit eine entschiedene Absage; gleichzeitig ist die Rede ein kraftvolles Plädoyer für die Dichtung als Form verantwortungsbewussten Denkens und Handelns.

Eine Aufzeichnung vom 18.06.2017 auf dem Berliner Poesie-Festival.

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