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Im Gespräch | Beitrag vom 09.05.2017

Béa Beste"Lebenskunst beginnt da, wo wir Dinge umsetzen"

Moderation: Katrin Heise

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Bea Beste, Gründerin des Start-Ups Tollabox, Bloggerin, Unternehmerin (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
Bea Beste, Gründerin des Start-Ups Tollabox, Bloggerin, Unternehmerin (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

Die Bloggerin und Unternehmerin Béa Beste treibt die Frage um, wie sie anderen zu mehr Spaß beim Lernen verhelfen kann. So wurde sie zur Gründerin des spielpädagogischen Start-Ups Tollabox. Das Projekt scheiterte zwar, aber Fehler sind für Beste Teil des Lernprozesses.

Béa Beste ist hungrig nach Neuem, und wenn sie ihm auf der Spur ist, dann fragt sich die Bloggerin und Unternehmerin, wie ein Siebenjähriger vorgehen würde. Sie ist im rumänischen Bukarest geboren, verlor sehr früh ihre Eltern und kam mit 15 Jahren nach Deutschland. Sie lernte eine neue Sprache und Kultur und sagt heute sie probiere gern Dinge aus, die sie noch nicht kennt.

"Ich lerne am besten durch machen - und zwar selber machen, selber Dinge ausprobieren, und nicht indem ich Dinge beigebracht bekomme, sondern in dem ich selber Dinge ausprobiere und auch mal richtig auf die Schnauze falle, also indem ich auch Fehler mache und ausprobiere. Ich habe zum Beispiel auch, wenn sich jemand über mein Akzent wundert, auch die deutsche Sprache gelernt. Ich bin kein Muttersprachler, ich bin ursprünglich aus Rumänien und ich habe mich sehr früh getraut zu sprechen, mit all den Fehlern."

Zu mehr Spaß beim Lernen verhelfen

Bea Beste treibt dabei die Frage um, wie sie auch anderen zu mehr Spaß beim Lernen verhelfen kann. So wurde sie zur Gründerin der privaten Phormsschulen und des spielpädagogischen Start-ups Tollabox. Die ehemalige Unternehmensberaterin hat sich nie gescheut, Risiken einzugehen.

"Ich bin nicht ein Typ, der sagt, ich bin ewiges Kind, ich weise Verantwortung von mir ab. Das mache ich nicht. Ich nehme gerne Verantwortung, deswegen auch Edupreneur und vor allem der Preneur-Teil. Ich nehme gerne Verantwortung und kriege Dinge gebacken. Es ist aber manchmal auch so: Dieses Ich-bin-ewiges-Kind, das macht mich manchmal frei von Sorgen und das ist was anderes, weil ein Leitspruch von mir ist: Sorgen sind ein falscher Gebrauch der Fantasie. Und in dem Moment, in dem ich mich als ewiges Kind deklariere und trotzdem Verantwortung übernehme, kann ich sagen: Ich nutze meine Fantasie, um Dinge gebacken zu bekommen."

Beide Projekte verliefen nicht nach Plan, aber für Beste sind Fehler Teil eines Lernprozesses. Als allerdings das Start-up Tollabox Insolvenz anmelden musste, war es für sie ein herber Schlag.

"Es war eine Niederlage. Es hat sich total ungemütlich, unangenehm und unschön angefühlt. Also, ich war irgendwie auf einem Fail-Kongress der Zeitschrift Impulse vor einem halben Jahr davor, da war ich noch Ja, Fehler und Fehlerkultur und super und yeah und das muss man machen - und als ich selber in der Situation war, hat das einfach nur wehgetan. Mir einzugestehen, dass es nicht funktioniert. Ich hatte auch die Buchse voll: Was passiert jetzt, wer wird das den Mitarbeitern sagen, die verlieren ihre Arbeitsstelle. Also all das, all diese Verantwortung, die ein Unternehmer hat, das hat sich sehr dumm angefühlt."

Dann sei ihr aber klar geworden, dass es noch viel schlimmere Verluste geben kann, als mit einem Unternehmen zu scheitern. Für sie gilt nach wie vor der Leitspruch: "Lebenskunst beginnt da, wo wir Dinge umsetzen."

Am 9.5. ab 9:05 Uhr ist Béa Beste zu Gast "Im Gespräch" von Deutschlandfunk Kultur. Wir wollen Béa Beste fragen, woher sie ihre Zuversicht schöpft, was sie zum Lachen bringt und warum Erwachsene sich häufiger an Siebenjährigen orientieren sollten.

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