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Konzert / Archiv | Beitrag vom 24.02.2013

Zwischen Traum und Wirklichkeit

Rattle und die Philharmoniker porträtieren Dutilleux, Lutoslawski und Schumann

Sir Simon Rattle dirigiert die Berliner Philharmoniker (AP)
Sir Simon Rattle dirigiert die Berliner Philharmoniker (AP)

Schritt für Schritt erarbeiten sich Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker das sinfonische Repertoire neu. Im Mittelpunkt dieser Spielzeit: Robert Schumann. Dazu eine Reihe zum 100. Geburtstag des polnischen Komponisten Witold Lutosławski.

Vielfältig und außergewöhnlich sind die Interessen von Sir Simon Rattle, der bis 2018 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker sein wird. Auch das Kernrepertoire steht natürlich im Fokus des britischen Dirigenten, der hier geradezu systematisch vorgeht: Spielzeit für Spielzeit steht ein großer Komponist im Mittelpunkt, flankiert von unterschiedlichen thematischen Reihen.

Im Interview kündigte Rattle neulich an, er wolle sich verstärkt mit Robert Schumann beschäftigen –in dieser Saison bereits stehen viele große Orchesterwerke Schumanns auf den Konzertprogrammen der Berliner Philharmoniker. Allerdings in einer nicht üblichen Konstellation: Jeder Schumann-Aufführung ist ein Werk des französischen Altmeisters Henri Dutilleux (geboren 1916) sowie ein Werk des polnischen Komponisten Witold Lutosławski vorangestellt, an dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr erinnert wird.

Zusammenhänge zwischen Lutosławski und Schumann offenbaren sich nicht auf den ersten Blick, dafür scheint die Verbindung Schumann-Dutilleux nahezuliegen. Dutilleux kann als letzter Erbe des musikalischen Impressionismus in Frankreich betrachtet werden – sein Frühwerk steht noch ganz unter dem überwältigenden Eindruck Debussys, der seinerseits – wie so viele französische Musiker – Schumann bewunderte. Wie Schumann geht auch Dutilleux oft von einer poetischen Grundidee aus, einer Metapher zwischen Traum und Wirklichkeit.

Zwischen diesen Welten schwankt auch das Cellokonzert, das Lutosławski 1970 für Mstislaw Rostropowitsch schrieb und das bald zu einem seiner beliebtesten Werke avancierte. Rund vier Minuten umkreist das Cello darin zunächst unbegleitet den Ton "d", bis sich die Blechbläser mit heftigen Einwürfen in den Diskurs mischen und es zu einem mal dramatischen, mal grotesken Duell zwischen Solist und Kollektiv kommt.
Berliner Philharmoniker

Philharmonie Berlin
Aufzeichnung vom 20.02.2013

Henri Dutilleux
"Métaboles" für großes Orchester

Witold Lutosławski
Konzert für Violoncello und Orchester

ca. 20:50 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

Robert Schumann
Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61

Miklós Perényi, Violoncello
Berliner Philharmoniker
Leitung: Sir Simon Rattle

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