Zurück in den Wertstoffkreislauf
Beim Rückbau eines Atomkraftwerks wird bei allen Teilen messtechnisch geprüft, ob sie radioaktiv kontaminiert sind, sagt Rudolf Printz vom Forschungszentrum Jülich. Wird der Nachweis erbracht, dass es unbelastet ist, "spricht eigentlich nichts dagegen, das Material sinnhaft auch wieder einzusetzen".
Klaus Pokatzky: Rudolf Printz ist Diplomingenieur und am Forschungszentrum Jülich für den Rückbau und die Entsorgung von Reaktoren zuständig. Guten Tag, Herr Printz!
Rudolf Printz: Guten Tag!
Pokatzky: Sie, Herr Printz, gehören zu den ersten, die in Deutschland einen Forschungsreaktor zurückgebaut haben, von 1996 bis 2008, also zwölf Jahre, dauerte das bis zur grünen Wiese quasi, also besenrein. Wie genau läuft so etwas ab?
Printz: Da muss man vielleicht vorausschicken: Wenn eine Anlage abgeschaltet ist und die Brennelemente aus der Anlage entfernt sind, fallen zwei der drei wesentlichen Punkte, die zu beachten sind, weg. Die drei Punkte sind einmal Abfuhr der Nachzerfallswärme, wir lernen das gerade sehr, sehr intensiv und mit allen Nachteilen, die damit verbunden sind, in Japan, da gibt es das Problem der Nachwärmeabfuhr.
Das Zweite ist, was in jedem Fall gewährleistet werden muss, ist, dass der Reaktor nicht wieder kritisch wird und nicht wieder eine Kettenreaktion einsetzt; und das Dritte ist, dass man alles tut, um Freisetzungen, die unzulässig sind, zu vermeiden.
Wenn der Kernbrennstoff raus ist, gibt es nicht mehr das Problem der Nachzerfallswärmeabfuhr, und es gibt nicht mehr das Problem, dass eine Kritikalität entstehen kann. Es verbleibt die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass keine unzulässige radioaktive Freisetzung stattfindet. Dazu werden zuerst mal alle Systeme, die vorher in Betrieb waren, in Betrieb gelassen, insbesondere die Lüftungsanlagen, die Schleusen, die Kontaminationsüberprüfungseinrichtungen und anderes mehr. Und diese werden so lange in Betrieb gelassen, solange noch radioaktive Stoffe sich in der Anlage befinden, sodass, selbst, wenn in der Anlage Stoffe aerosolförmig freigesetzt werden, diese nicht zu einer unzulässigen Freisetzung führen.
Damit hat man die Umwelt und die Bevölkerung geschützt. Das Personal hat man damit noch nicht geschützt. Um das Personal zu schützen, werden auch entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen. Im Wesentlichen bei Gefahren, wo es zur Aerosolfreisetzung kommt, werden die in einen Schutzanzug, so was wie einen Raumluftanzug, kann man fast sagen, eingepackt, der wird fremdbelüftet, sodass sie die Atemluft in diesem Schutzanzug haben und im Prinzip keine Möglichkeit besteht, dass sie radioaktive Stoffe inkorporieren. Das ist eigentlich das Problematischste beim Umgang mit radioaktiven Stoffen, dass man diese in den Körper aufnimmt, und das ist mit allen Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, zu verhindern.
Wenn man diese Maßnahmen berücksichtigt, führt das dazu, dass derjenige, der vor Ort tätig wird, weitgehend geschützt ist. Und jetzt gibt es noch den letzten Punkt, der zu berücksichtigen ist, das ist die Strahlung, die direkt auf den Körper wirkt, und da ist es abhängig davon, wie stark diese ist. Wenn diese zu stark ist, verwendet man entsprechende Abschirmmaßnahmen und arbeitet hinter den Abschirmungen, um diese Arbeiten durchzuführen. Auf diesem Wege wird gewährleistet, dass auch das Personal nur ganz gering belastet wird, und deshalb ist die Sache dann auch genehmigungsfähig. Wenn das nämlich nicht so wäre, würde eine solche Maßnahme auch gar nicht genehmigt.
Pokatzky: Wer baut denn jetzt genau ab? Sind das ganz normale Bauarbeiter im Blaumann, oder sind die besonders geschützt, sind das besonders qualifizierte Leute, die das machen, die besonders dafür ausgebildet wurden?
Printz: Das sind kerntechnische Facharbeiter überwiegend, das sind Strahlenschützer, die die Facharbeiter begleiten. Diese sind ausgebildet im Umgang mit radioaktiven Stoffen, damit sie diese Arbeit auch so ausführen können, wie die Planung das vorsieht.
Pokatzky: Was passiert denn jetzt abgesehen von den radioaktiven Teilen mit den ganz normalen Bauteilen eines solchen Reaktors?
Printz: Also bei den Materialien sieht das so aus, dass wir als Betreiber die Pflicht haben, zuerst mal alles durchzumessen und das zu protokollieren. Dann melden wir das der Aufsichtsbehörde, und die Aufsichtsbehörde bestimmt einen unabhängigen Gutachter, der wiederum Kontrollmessungen an dem von uns frei gemessenen Material vornimmt. Wenn der auch bestätigt, dass das Material nicht mehr belastet ist, dann können wir es dem normalen Wirtschaftskreis zuführen, ich sage mal, bei Metallen zum Beispiel können wir es an eine Schmelzanlage abgeben, bei Bauschutt können wir es an eine Deponie abgeben oder auch wieder im Straßenbau oder wo auch sonst einsetzen.
Wenn das Material freigegeben ist, dann ist der Nachweis erbracht, dass es nicht mehr radioaktiv belastet ist, und dann ist es im Prinzip wieder jeder Baustoff, wie jeder Stahlschrott, er wird so behandelt, wie das im Wirtschaftssystem eben üblich ist. Die meisten Stahlschrotte werden ja doch irgendwann wieder einer Schmelzanlage zugeführt, und die Bauschutte werden rezykliert und in der Regel auch wieder im Bau eingesetzt.
Pokatzky: Das heißt, aus dem ehemaligen kleinen Atomkraftwerk wird dann auf einmal eine Bundesstraße oder das kleine Eigenheim?
Printz: Zumindest bei den Materialien, die freigegeben wurden, stimmt das, da könnte das sogar so sein. Es gibt ja auch keinen Grund, anders mit dem Material umzugehen als mit den Bauschutten, die im konventionellen Bereich angefallen sind. Hier wurde über ein sehr aufwändiges Prozedere ja nachgewiesen, dass keine Belastung vorhanden ist. Wenn ich mir einen Bürotrakt zum Beispiel an einem Forschungsreaktor angucke, da ist nie Radioaktivität gewesen. In dem Fall wird es aber dann messtechnisch noch sehr aufwändig überprüft, und wenn dieser Nachweis gebracht worden ist, spricht eigentlich nichts dagegen, das Material sinnhaft auch wieder einzusetzen.
Pokatzky: Im Falle von Stade, wir haben es ja in dem Beitrag vorhin gehört, da wird es zwölf Jahre dauern und 500 Millionen Euro kosten. Bei größeren Atomkraftwerken dauert es dann ja wahrscheinlich länger und wird auch teurer sein?
Printz: Das kann sein, das muss nicht sein, aber es wird in jedem Fall teurer. Also am meisten Zeit braucht man eigentlich für die Arbeiten, die mit besonderen Hilfen, mit Fernbedienungseinrichtungen, mit Robotern und Ähnlichem durchgeführt werden müssen, also da, wo eine starke Strahlung, wo eine hohe Kontamination ist, da geht es sehr langsam vonstatten beim Rückbau.
Und was auch nicht zu unterschätzen ist, was oftmals auch Jahre dauert, das sind die sehr aufwendigen Freimessprozedere, die zu berücksichtigen sind. Selbst wenn das Gebäude schon entkernt ist und keine nennenswerte Radioaktivität mehr da ist, dann bleibt es trotzdem noch eine kerntechnische Anlage und wird erst, wenn die Freimessung erfolgreich geführt wurde, aus dem Anwendungsbereich der atomrechtlichen Gesetze und Verordnungen entlassen, und das ist ein sehr, sehr zeitaufwendiger Akt.
Pokatzky: Und wer bezahlt das Ganze?
Printz: Letzten Endes immer der Betreiber, also ...
Pokatzky: Also der Stromkunde am Ende?
Printz: Ja, bei den Leistungsreaktoren ist es ganz klar der Stromkunde, das wird in den Preisen sicherlich eingerechnet, und bei den Kernkraftwerken ist es so, die Betreiber der Kernkraftwerke müssen dazu – da sind sie gesetzlich auch zu verpflichtet – entsprechende Rückstellungen machen, um zu einem späteren Zeitpunkt dann den Rückbau auch bezahlen zu können.
Pokatzky: Und Herr Printz, wenn wir jetzt sagen würden, politisch läuft ja alles darauf hinaus, wir werden jetzt alle Atomkraftwerke in Deutschland stilllegen – haben wir überhaupt genug Fachleute, die das jetzt bewältigen können in einer angemessenen Zeit?
Printz: Natürlich kann ich das nicht mit absoluter Präzision vorhersagen, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung steht, um dann diese Maßnahmen kurzfristig umzusetzen.
Pokatzky: Was heißt kurzfristig?
Printz: Ich sage mal, das, was man an einer Hand abzählen kann. Also in den nächsten fünf Jahren könnte man anfangen, eine entsprechend große Mannschaft aufzubauen. Das wird sich ganz bestimmt auf der Zeitachse niederschlagen.
Pokatzky: Aber das heißt, bis alle dann abgebaut sind, müssen wir einen Zeitraum von 50, 60, 70 Jahren einkalkulieren?
Printz: Das würde ich nicht sagen, weil wenn man ja größere Mannschaften aufbaut, ...
Pokatzky: Wie viel dann? Sagen Sie einen Zeitraum.
Printz: Also ich denke, das wird 20 Jahre dauern.
Pokatzky: Was zu beachten ist, wenn man ein Atomkraftwerk oder gleich alle abbauen will, hat uns Rudolf Printz erklärt, der am Forschungszentrum Jülich den Geschäftsbereich Nuklear-Service leitet. Vielen Dank!
Rudolf Printz: Guten Tag!
Pokatzky: Sie, Herr Printz, gehören zu den ersten, die in Deutschland einen Forschungsreaktor zurückgebaut haben, von 1996 bis 2008, also zwölf Jahre, dauerte das bis zur grünen Wiese quasi, also besenrein. Wie genau läuft so etwas ab?
Printz: Da muss man vielleicht vorausschicken: Wenn eine Anlage abgeschaltet ist und die Brennelemente aus der Anlage entfernt sind, fallen zwei der drei wesentlichen Punkte, die zu beachten sind, weg. Die drei Punkte sind einmal Abfuhr der Nachzerfallswärme, wir lernen das gerade sehr, sehr intensiv und mit allen Nachteilen, die damit verbunden sind, in Japan, da gibt es das Problem der Nachwärmeabfuhr.
Das Zweite ist, was in jedem Fall gewährleistet werden muss, ist, dass der Reaktor nicht wieder kritisch wird und nicht wieder eine Kettenreaktion einsetzt; und das Dritte ist, dass man alles tut, um Freisetzungen, die unzulässig sind, zu vermeiden.
Wenn der Kernbrennstoff raus ist, gibt es nicht mehr das Problem der Nachzerfallswärmeabfuhr, und es gibt nicht mehr das Problem, dass eine Kritikalität entstehen kann. Es verbleibt die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass keine unzulässige radioaktive Freisetzung stattfindet. Dazu werden zuerst mal alle Systeme, die vorher in Betrieb waren, in Betrieb gelassen, insbesondere die Lüftungsanlagen, die Schleusen, die Kontaminationsüberprüfungseinrichtungen und anderes mehr. Und diese werden so lange in Betrieb gelassen, solange noch radioaktive Stoffe sich in der Anlage befinden, sodass, selbst, wenn in der Anlage Stoffe aerosolförmig freigesetzt werden, diese nicht zu einer unzulässigen Freisetzung führen.
Damit hat man die Umwelt und die Bevölkerung geschützt. Das Personal hat man damit noch nicht geschützt. Um das Personal zu schützen, werden auch entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen. Im Wesentlichen bei Gefahren, wo es zur Aerosolfreisetzung kommt, werden die in einen Schutzanzug, so was wie einen Raumluftanzug, kann man fast sagen, eingepackt, der wird fremdbelüftet, sodass sie die Atemluft in diesem Schutzanzug haben und im Prinzip keine Möglichkeit besteht, dass sie radioaktive Stoffe inkorporieren. Das ist eigentlich das Problematischste beim Umgang mit radioaktiven Stoffen, dass man diese in den Körper aufnimmt, und das ist mit allen Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, zu verhindern.
Wenn man diese Maßnahmen berücksichtigt, führt das dazu, dass derjenige, der vor Ort tätig wird, weitgehend geschützt ist. Und jetzt gibt es noch den letzten Punkt, der zu berücksichtigen ist, das ist die Strahlung, die direkt auf den Körper wirkt, und da ist es abhängig davon, wie stark diese ist. Wenn diese zu stark ist, verwendet man entsprechende Abschirmmaßnahmen und arbeitet hinter den Abschirmungen, um diese Arbeiten durchzuführen. Auf diesem Wege wird gewährleistet, dass auch das Personal nur ganz gering belastet wird, und deshalb ist die Sache dann auch genehmigungsfähig. Wenn das nämlich nicht so wäre, würde eine solche Maßnahme auch gar nicht genehmigt.
Pokatzky: Wer baut denn jetzt genau ab? Sind das ganz normale Bauarbeiter im Blaumann, oder sind die besonders geschützt, sind das besonders qualifizierte Leute, die das machen, die besonders dafür ausgebildet wurden?
Printz: Das sind kerntechnische Facharbeiter überwiegend, das sind Strahlenschützer, die die Facharbeiter begleiten. Diese sind ausgebildet im Umgang mit radioaktiven Stoffen, damit sie diese Arbeit auch so ausführen können, wie die Planung das vorsieht.
Pokatzky: Was passiert denn jetzt abgesehen von den radioaktiven Teilen mit den ganz normalen Bauteilen eines solchen Reaktors?
Printz: Also bei den Materialien sieht das so aus, dass wir als Betreiber die Pflicht haben, zuerst mal alles durchzumessen und das zu protokollieren. Dann melden wir das der Aufsichtsbehörde, und die Aufsichtsbehörde bestimmt einen unabhängigen Gutachter, der wiederum Kontrollmessungen an dem von uns frei gemessenen Material vornimmt. Wenn der auch bestätigt, dass das Material nicht mehr belastet ist, dann können wir es dem normalen Wirtschaftskreis zuführen, ich sage mal, bei Metallen zum Beispiel können wir es an eine Schmelzanlage abgeben, bei Bauschutt können wir es an eine Deponie abgeben oder auch wieder im Straßenbau oder wo auch sonst einsetzen.
Wenn das Material freigegeben ist, dann ist der Nachweis erbracht, dass es nicht mehr radioaktiv belastet ist, und dann ist es im Prinzip wieder jeder Baustoff, wie jeder Stahlschrott, er wird so behandelt, wie das im Wirtschaftssystem eben üblich ist. Die meisten Stahlschrotte werden ja doch irgendwann wieder einer Schmelzanlage zugeführt, und die Bauschutte werden rezykliert und in der Regel auch wieder im Bau eingesetzt.
Pokatzky: Das heißt, aus dem ehemaligen kleinen Atomkraftwerk wird dann auf einmal eine Bundesstraße oder das kleine Eigenheim?
Printz: Zumindest bei den Materialien, die freigegeben wurden, stimmt das, da könnte das sogar so sein. Es gibt ja auch keinen Grund, anders mit dem Material umzugehen als mit den Bauschutten, die im konventionellen Bereich angefallen sind. Hier wurde über ein sehr aufwändiges Prozedere ja nachgewiesen, dass keine Belastung vorhanden ist. Wenn ich mir einen Bürotrakt zum Beispiel an einem Forschungsreaktor angucke, da ist nie Radioaktivität gewesen. In dem Fall wird es aber dann messtechnisch noch sehr aufwändig überprüft, und wenn dieser Nachweis gebracht worden ist, spricht eigentlich nichts dagegen, das Material sinnhaft auch wieder einzusetzen.
Pokatzky: Im Falle von Stade, wir haben es ja in dem Beitrag vorhin gehört, da wird es zwölf Jahre dauern und 500 Millionen Euro kosten. Bei größeren Atomkraftwerken dauert es dann ja wahrscheinlich länger und wird auch teurer sein?
Printz: Das kann sein, das muss nicht sein, aber es wird in jedem Fall teurer. Also am meisten Zeit braucht man eigentlich für die Arbeiten, die mit besonderen Hilfen, mit Fernbedienungseinrichtungen, mit Robotern und Ähnlichem durchgeführt werden müssen, also da, wo eine starke Strahlung, wo eine hohe Kontamination ist, da geht es sehr langsam vonstatten beim Rückbau.
Und was auch nicht zu unterschätzen ist, was oftmals auch Jahre dauert, das sind die sehr aufwendigen Freimessprozedere, die zu berücksichtigen sind. Selbst wenn das Gebäude schon entkernt ist und keine nennenswerte Radioaktivität mehr da ist, dann bleibt es trotzdem noch eine kerntechnische Anlage und wird erst, wenn die Freimessung erfolgreich geführt wurde, aus dem Anwendungsbereich der atomrechtlichen Gesetze und Verordnungen entlassen, und das ist ein sehr, sehr zeitaufwendiger Akt.
Pokatzky: Und wer bezahlt das Ganze?
Printz: Letzten Endes immer der Betreiber, also ...
Pokatzky: Also der Stromkunde am Ende?
Printz: Ja, bei den Leistungsreaktoren ist es ganz klar der Stromkunde, das wird in den Preisen sicherlich eingerechnet, und bei den Kernkraftwerken ist es so, die Betreiber der Kernkraftwerke müssen dazu – da sind sie gesetzlich auch zu verpflichtet – entsprechende Rückstellungen machen, um zu einem späteren Zeitpunkt dann den Rückbau auch bezahlen zu können.
Pokatzky: Und Herr Printz, wenn wir jetzt sagen würden, politisch läuft ja alles darauf hinaus, wir werden jetzt alle Atomkraftwerke in Deutschland stilllegen – haben wir überhaupt genug Fachleute, die das jetzt bewältigen können in einer angemessenen Zeit?
Printz: Natürlich kann ich das nicht mit absoluter Präzision vorhersagen, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung steht, um dann diese Maßnahmen kurzfristig umzusetzen.
Pokatzky: Was heißt kurzfristig?
Printz: Ich sage mal, das, was man an einer Hand abzählen kann. Also in den nächsten fünf Jahren könnte man anfangen, eine entsprechend große Mannschaft aufzubauen. Das wird sich ganz bestimmt auf der Zeitachse niederschlagen.
Pokatzky: Aber das heißt, bis alle dann abgebaut sind, müssen wir einen Zeitraum von 50, 60, 70 Jahren einkalkulieren?
Printz: Das würde ich nicht sagen, weil wenn man ja größere Mannschaften aufbaut, ...
Pokatzky: Wie viel dann? Sagen Sie einen Zeitraum.
Printz: Also ich denke, das wird 20 Jahre dauern.
Pokatzky: Was zu beachten ist, wenn man ein Atomkraftwerk oder gleich alle abbauen will, hat uns Rudolf Printz erklärt, der am Forschungszentrum Jülich den Geschäftsbereich Nuklear-Service leitet. Vielen Dank!