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Fazit | Beitrag vom 09.07.2021

Zum Tod von Uli RichterMode für die It-Girls der 60er

Katrin Lindemann im Gespräch mit Andrea Gerk

Der Modemacher Uli Richter steht 90-jährig im Anzug vor großen Fotos von Models, die seine Entwürfe targen. (picture alliance / Wolfgang Kumm)
Zu seinem 90. Geburtstag gab es eine Uli-Richter-Retrospektive im Kunstgewerbemuseum Berlin. (picture alliance / Wolfgang Kumm)

Der Modemacher Uli Richter ist mit 94 Jahren gestorben. Von der Diva über die Kanzlergattin bis zur Fürstin kleidete er die Damen seiner Zeit ein. Immer elegant, nie opulent. Das war nicht nur sein Motto für die Mode, in diesem Sinne unterrichtete er auch.

Geboren wurde Uli Richter in Potsdam, doch nach seiner Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft am Ende des Zweiten Weltkriegs zog es den 20-Jährigen nach Berlin. Dort ließ er sich zum Diplom-Textilkaufmann ausbilden und dort ist der Modedesigner jetzt im Alter von 94 Jahren gestorben.

Mehr als Berlin

Aber Richter wollte sich nicht auf Berlin beschränken: "Ich wollte nie Berliner Mode machen. Ich wollte von Anfang an internationale Mode", sagte er. Gesagt, getan. Richter kleidete die It-Girls der 1950er- und 60er-Jahre ein: Die Schauspielerin und Sängerin Hildegard Knef, Kanzlergattin Rut Brandt und Fürstin Gracia Patricia von Monaco trugen seine Kreationen.

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Als schlicht, aber elegant könne man Richters Stil beschreiben, sagt Katrin Lindemann, die zu Richters 90. Geburtstag eine Retrospektive im Berliner Kunstgewerbemuseum organisierte. "Sein Motto war immer, weniger ist mehr. Die Modelle waren sportlich, aber trotzdem elegant mit einem besonderen Twist", so Lindemann.

Design im Stil der Zeit

Richters Entwürfe spiegelten die Ära des Wirtschaftswunders. "Sie waren natürlich auch immer ein Hauch konservativ. Das hat genau dieser Zeit entsprochen."

Auch woraus Richter seine Kreationen fertigt, ist typisch für die 1950er-Jahre. "Das sind ganz außergewöhnliche Materialien und Kombination, die er genutzt hat. Solche Materialien wie Schlangenhaut und Kaschmir in Kombination. Das entspricht absolut der Wirtschaftswunderzeit", sagt Lindemann.

Harte Arbeit versus Kreativität

Als Modeschöpfer wollte sich Richter nicht bezeichnen, er sah sich als Arbeiter im Dienst der Mode. "Er hat es nicht als Schöpfung gesehen, sondern als harte Arbeit", sagt Lindemann. Und in diesem Geist hat er auch angehende Modedesigner unterrichtet, an der Universität der Künste in Berlin, die damals noch Hochschule der Künste hieß.

"Das hat er auch seinen Studierenden vermittelt. Es geht nicht nur darum, besonders kreativ zu sein, sondern es geht auch darum, die Modelle, die man entwirft, zu verkaufen. Diesen ganzen Weg von dem Entwurf, von der Zeichnung bis zu dem fertigen Modell, das hat er begleitet und so auch die Studierenden geprägt", sagt Lindemann.

(beb)

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