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Fazit | Beitrag vom 14.01.2021

Zum Tod von Siegfried FischbacherErfinder raffinierter Fantasiewelten

Nico Hofmann im Gespräch mit Marietta Schwarz

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Siegfried (l.) und Roy bei einem Fernsehauftritt mit Ihren weißen Tigern im Juni 1987. (imago images / Horst Galuschka)
Siegfried (l.) und Roy 1987. Ihre Auftritte mit ihren weißen Tigern machten sie in der ganzen Welt berühmt. (imago images / Horst Galuschka)

Als Teil des Magierduos "Siegfried und Roy" war er mit seinem Partner weltberühmt - nun ist der Zauberer und Künstler Siegfried Fischbacher im Alter von 81 Jahren gestorben. Die Zauberei sei für ihn ein Fluchtpunkt aus dem grauen Nachkriegsdeutschland gewesen, sagt der Filmproduzent Nico Hofmann.

Mit seinem Partner Roy war Siegfried Fischbacher in den 60er Jahren zum weltweit bekanntesten Magierduo aufgestiegen. Die beiden begeisterten mit ihren weißen Tigern und Löwen über Jahrzehnte das Publikum.  

Nun, ein knappes halbes Jahr nach Roy Horns Tod im Mai 2020 in Folge einer Coronavirus-Erkrankung, ist auch Siegfried gestorben. Siegfried und Roy seien "die größten Zauberer der letzten Jahrzehnte" gewesen, sagt Filmproduzent Nico Hofmann, der sich 2016 die Rechte für eine Verfilmung über die beiden Magier gesichert hat. Besonders beeindruckt habe ihn die Raffinesse und Fantasiewelt der beiden, sagt Hofmann.

Besonderes Team

Sie seien ein perfektes Team gewesen: "Roy war voller Energie. Derjenige, der die ganz großen Träume noch größer geträumt hat. Und Siegfried war derjenige, der sie dann pragmatisch durchführen musste. Diese Balance, die die beiden hatten, das ist schon für die Länge der Zeit etwas Einzigartiges."

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Siegfried Fischbacher, Jahrgang 1939, kam wie sein Partner Uwe Ludwig Horn (1944-2020), wie Roy bürgerlich hieß, aus armen Familienverhältnissen. Sie flohen beide aus dem "grauen Nachkriegsdeutschland" und lernten sich auf einem Schiff kennen, so Hofmann. "Es begann mit kleinen Zauberkunststücken auf dem Passagierschiff, teilweise noch mit heftiger Ablehnung des Kapitäns. Die haben im Grunde genommen eine andere Welt gesucht. Die Zauberei war der eine Fluchtpunkt und Amerika war der andere Fluchtpunkt."

Authentische Hinwendung zur Tierwelt

Als Siegfried und Roy nach Las Vegas kamen, sei das noch ein "verlassenes Wild-West-Dorf" gewesen, erklärt Hofmann. All das, was man heute in Las Vegas sehe, auch die Größe der Veranstaltungen und Hotels, sei durch Siegfried und Roy entstanden. "Ohne die beiden hätte es Las Vegas in der Form nicht gegeben." Auch viele andere Zauberer wie David Copperfield seien von Siegfried und Roy maßgeblich geprägt worden.

"Ich kenne niemanden, der so eine unglaubliche Nähe zu Tieren aufgebaut hat wie die beiden", sagt Hofmann. Er kenne die Vorwürfe von Tierschützern, die es immer wieder gegeben habe, glaube aber die "Hinwendung zur Tierwelt" sei bei Siegfried und Roy "ganz intuitiv" und "sehr authentisch und ehrlich" gewesen.

(nho)

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