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Kompressor | Beitrag vom 25.02.2020

Zum Tod von Katherine JohnsonWegbereiterin zum Mond

Kristina Vaillant im Gespräch mit Jana Münkel

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Die Mathematikerin Katherine sitzt an ihrem Schreibtisch, vor ihr eine Schreibmaschine und ein Globus. Schwarz-weiß Bild. (imago images/ZUMA Press/NASA/Cover )
Ohne sie wäre die Mondlandung nicht möglich gewesen: Die Mathematikerin Katherine Johnson wurde 101 Jahre alt. (imago images/ZUMA Press/NASA/Cover )

Sie war eine der wichtigsten Mathematikerinnen und berechnete für die NASA die Flugbahn für die Mondlandung. Dennoch war sie lange der Öffentlichkeit nicht bekannt. Nun ist Katherine Johnson im Alter von 101 Jahren gestorben.

Wäre Katherine Johnson ein weißer Mann gewesen, hätte sie vielleicht sehr viel mehr in der Öffentlichkeit gestanden. Dass sie lange Zeit der Öffentlichkeit kaum bekannt war, ist sicherlich auch mit der Zeit, in der sie arbeitete, zu erklären. In der 50er-Jahren arbeitete Johnson als afroamerikanische Frau für die NASA. In den Südstaaten der USA gab es noch Rassentrennung.

"Mittlerweile ist ihr Werdegang im Netz auf Seiten der NASA gut dokumentiert", sagt die Wissenschaftsjournalistin Kristina Vaillant, "aber als sie ihre wissenschaftlichen Leistungen erbrachte, war sie noch unsichtbar."

Eine besondere Karriere

Als Johnson den "Apollo 11"-Flug der US-Amerikaner zum Mond mit ihren Berechnungen möglich machte, habe maximal die afroamerikanische Presse über sie berichtet, erzählt Vaillant. Die Journalistin war selbst erst 2016 auf die Mathematikerin aufmerksam geworden, als der Film "Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen" in die Kinos kam, der die Geschichte von Johnson und ihren afroamerikanischen Kolleginnen erzählt. In dem Film wird auch gezeigt, wie die Mathematerinnen an ihrem Arbeitsplatz bei NASA auf Grund ihrer Hautfarbe eine andere Toilette nutzen mussten oder nicht mit ihren weißen Kollegen am gleichen Tisch Pause machen durften.

In einem Interview sagte Johnson später, sie habe sich bei der NASA jedoch nicht diskriminiert gefühlt. "Katherine Johnson hat sich vor allem als Wissenschaftlerin verstanden", so Vaillant. "Sie hat auch in einem anderem Interview gesagt, dass es für sie ein großes Glück gewesen sein, dass sie diese Chance bekommen hat bei der NASA."

(nho)

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