Seit 02:05 Uhr Tonart
Sonntag, 20.06.2021
 
Seit 02:05 Uhr Tonart

Aktuell / Archiv | Beitrag vom 12.09.2016

Zum Tod von Jutta Limbach"Sie konnte intelligent zuhören und vermitteln"

Jutta Limbach, ehemals Verfassungsrichterin und Präsidentin des Goethe-Instituts, ist gestorben.  (dpa / picture alliance / Thomas Schulze)
Jutta Limbach (1934–2016) (dpa / picture alliance / Thomas Schulze)

Die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Jutta Limbach, ist tot. Die bislang einzige Frau an der Spitze des obersten deutschen Gerichts starb am Samstag im Alter von 82 Jahren in Berlin. Limbach war von 2002 bis 2008 Präsidentin des Goethe-Instituts.

Richterin am Bundesverfassungsgericht zu sein, war ihr Traumziel. Jutta Limbach wurde 1994 ins Amt gewählt, wenige Monate nach ihrem Antritt wurde sie Präsidentin des Verfassungsgerichts. In ihre Amtszeit fiel unter anderem die Billigung des seit 1993 geltenden Asylrechts und die Billigung der Rechtschreibreform.

Unsere Rechtskorrespondentin im Hauptstadtstudio Gudula Geuther sagte über ihre Arbeit als Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts:

"Die eigentliche Wirkung, die sie im Gericht hinterlassen hat, war eine Integrationswirkung. (...) Jutta Limbach konnte zuhören, sie konnte vermitteln und sie konnte vor allem auch intelligent zuhören, und das ist sehr wichtig, diese Vermittlung, in einem Organ, das auch nur gemeinsam Entscheidungen treffen kann."

Limbach war von 2002 bis 2008 ehrenamtliche Präsidentin des Goethe-Institutes. Sie trug damit die Verantwortung für die bedeutendste Organisation zur Vermittlung der deutschen Sprache und Kultur in der Welt. Limbach stand rund 3000 Mitarbeiter in 76 Ländern vor. In ihre Amtszeit fiel die Entscheidung, für einzelne Institute bestimmte Profile zu entwickeln und sie auf bestimmte Zielgruppen auszurichten. Daneben eröffnete das Goethe-Institut in dieser Zeit Vertretungen unter anderem in Havanna neu und in Kabul und Teheran wieder.

Um die Öffentlichkeitsarbeit zu stärken, führte Limbach die Stelle einer Pressesprecherin ein. Kritik erntete sie aber unter anderem dafür, dass das Goethe-Institut sich unter ihrer Führung dazu entschloss, sein Programm eher in Richtung "Friedensinstrument" zu gestalten, mit Schwerpunkten im Nahen Osten und arabischen Raum.

Programmtipp: In unserer Sendung "Im Gespräch" wiederholen wir am Dienstag, 13. September, um 9.07 Uhr ein ausführliches Interview mit Jutta Limbach vom 5.8.2014.

(ske, cre)

Mehr zum Thema:

Jutta Limbach - "Paradies der Gleichberechtigung"
(Deutschlandradio Kultur, Im Gespräch, 5.8.2014)

Frage des Tages - Soll "entartete Kunst" an die früheren Museen zurückgegeben werden?
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 20.11.2014)

Empfehlung der Limbach-Kommission - "Keine faire Lösung im Fall Welfenschatz"
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 20.3.2014)

Ex-Verfassungsrichterin plädiert für Freilassung von Links-Terroristen
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 27.1.2007)

Goethe in Geldnot
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 10.4.2006)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Studio 9

KommentarKonsequenzen für Xavier Naidoo
Xavier Naidoo bei einem Auftritt am Mikro. Er trägt dunkle Kleidung, eine Sonnenbrille und eine Schiebermütze. Hinter ihm leuchtet das warme gelb-organgefarbene Licht eines Scheinwerfers. (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)

Xavier Naidoos Konzert in Berlin steht auf der Kippe. Dem Musiker keine Bühne zu geben, schade ihm, sagt die Journalistin Jenni Zylka. Sie findet: Bei einem umstrittenen Künstler lohnt es sich zu überlegen, ob ein Boykott auch eine Wirkung hat.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur