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Kompressor | Beitrag vom 23.12.2020

Zum Tod von Claude BrasseurEin Star in vielen Nebenrollen

Jörg Taszman im Gespräch mit Johannes Nichelmann

Der französische Schauspieler Claude Brasseur 2016 (picture alliance / abaca / Marco Piovanotto)
Claude Brasseur (1936–2020) (picture alliance / abaca / Marco Piovanotto)

Der französische Schauspieler Claude Brasseur ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Seine bekannteste Rolle ist die des Vaters in "La Boum". Aber als Charakterdarsteller überzeugte Brasseur auch anderswo, sagt der Filmkritiker Jörg Taszman.

Claude Brasseur spielte in mehr als 100 Filmproduktionen, war ein beliebter TV-Kommissar und einer der bekanntesten Darsteller des französischen Kinos, aber auch im Theater. Nun ist er 84-jährig gestorben. In den ersten Nachrufen war immer wieder von "La Boum" die Rede, einer äußerst erfolgreichen 80er-Jahre-Teenager-Komödie mit Sophie Marceau. Aber das war längst nicht alles von diesem äußerst produktiven Darsteller, der relativ selten die Hauptrolle spielte.

Sehr populär in den 70ern in Frankreich

Er kam aus einer Schauspielerfamilie und spielte als junger Mann 1961 in "Der Korporal in der Schlinge", der auf der Berlinale gezeigt wurde. Wichtig für seine Karriere waren Rollen in Filmen der Nouvelle Vague, zum Beispiel in Jean-Luc Godards "Außenseiterbande", sagt der Filmkritiker Jörg Taszman.

In Frankreich sei er seit den 70er-Jahren ein äußerst populärer Kinoschauspieler gewesen: "Allein 17 seiner Filme erreichten dort mehr als zwei Millionen Zuschauer." Zwei Mal spielte er an der Seite von Romy Schneider. Eine zweite Karriere eröffnete sich ihm in Krimiproduktionen wie "Der Polizeikrieg".

In Deutschland viele Filme mit Brasseur unbekannt

Warum kennt man in Deutschland Claude Brasseur vor allem aus Komödien? "Das liegt in erster Linie daran, wie wir in Deutschland französische Filme rezipieren", sagt Jörg Taszman. "Französische Krimis oder Gesellschaftsdramen sind hier weit weniger populär als französische Komödien, das geht eben immer am besten."

Es seien viele Stars - abgesehen vielleicht von Juliette Binoche oder Cathérine Deneuve -, die in Deutschland nicht wahrgenommen werden, wenn sie in Nebenrollen auftreten. Dabei sei Brasseur wirklich gut in Komödien gewesen, sagt Taszman, zuletzt etwa in "Frühstück mit Monsieur Henri".

(cre)

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