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Tonart | Beitrag vom 23.01.2017

Zum Tod des Ex-Can-Schlagzeugers"Jaki Liebezeit war ein ganz Großer"

Michael Rother im Gespräch mit Mascha Drost

Jaki Liebezeit spielt am Schlagzeug auf dem Moers Festival in Moers  (picture-alliance / dpa/Bernd Thissen)
Der Schlagzeuger Jaki Liebezeit (1938-2017) (picture-alliance / dpa/Bernd Thissen)

Er war einer der einflussreichsten Schlagzeuger der Rockgeschichte. Im Alter von 78 Jahren ist in Köln Jaki Liebezeit gestorben, der zum Beispiel die Band Can mitgründete. Der Musiker und Komponist Michael Rother würdigte ihn als einen Könner der Intuition.

Er spiele wie eine Maschine – bloß besser. Das sagte einmal Holger Czukay, der Bassist von Can, über Jaki Liebezeit, über den Schlagzeuger von Can. Jaki Liebezeit reduzierte sein Spiel über die Jahre hin immer mehr und mehr. Er duldete keinen Ballast, kein Zuviel und machte die Monotonie zur Kunstform.

Im Alter von 78 Jahren ist Jaki Liebezeit am Sonntag in Köln gestorben, einer der einflussreichsten Schlagzeuger der Rockgeschichte. Michael Rother hat im Jahr 1977 mit Liebezeit für sein eigenes Album "Flammende Herzen" gespielt und aufgenommen. Dabei verband sie das gemeinsame Ziel der Reduktion, erinnert sich der Musiker und Komponist in Deutschlandradio Kultur. Rother war vor der eigenen Solokarriere unter anderem Mitglied bei den Bands Kraftwerk und Neu!.

Kleinste Variationen und Ungenauigkeiten

Das Geheimnis der kunstvollen Monotonie des Schlagzeugers Jaki Liebezeit umschreibt Rother so:

"Es kommt bei der Reduktion darauf an, besser zu sein, als eine Maschine, die das einfach nur wiederholt. Das hat auch seinen Reiz. Aber die menschliche Fähigkeit zu kleinen Variationen und natürlich auch Ungenauigkeiten, aber auch Intuition, das Reagieren auf kleinste Veränderungen, atmosphärische Veränderungen auf das Geschehen auf der Bühne oder im Studio: Das zeichnet den Könner aus. Und in dieser Hinsicht war Jaki Liebezeit ein ganz Großer!"

(hum)

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