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Fazit / Archiv | Beitrag vom 16.05.2019

Zum Tod des Autors Wiglaf Droste Stets ein scharfer Kritiker

Klaus Bittermann im Gespräch mit Gabi Wuttke

Wiglaf Droste sitzt vor einem Mikrofon auf einer Theaterbühne. (Imago / Rolf Zöllner)
Wiglaf Droste - scharfer Satiriker, aber auch großzügiger Förderer von Kolleginnen und Kollegen. (Imago / Rolf Zöllner)

"Er war einer der größten und schärfsten Satiriker", sagt Verleger Klaus Bittermann über den Freund Wiglaf Droste. Das liebste "Kampfmittel" des Gesellschaftskritikers: die Liebe zur Sprache. Doch er kritisierte nicht nur, sondern förderte auch andere.

Obwohl Wiglaf Droste schwer erkrankt war, kam sein Tod doch sehr überraschend. Auch für seinen Freund und Verleger Klaus Bittermann. "Ich habe vor einer Woche noch mit ihm telefoniert, da war er sehr guter Dinge, hat neue Pläne gemacht. Wir hatten schon ein Buch für die nächste Saison im Gespräch und da war das noch überhaupt nicht zu vermuten", berichtete Bittermann im Deutschlandfunk Kultur.

"Ein großer Zusammenbringer"

Bittermann lebte in den 90er Jahren in einer WG mit Wiglaf Droste zusammen. Die Zeit erinnert er als sehr schön:

"Er war wahnsinnig großzügig gewesen. Er konnte mit Geld nicht umgehen, es wäre ihm absurd erschienen zu sparen. Er war auch ein großer Zusammenbringer und ein großer Unterstützer vieler Menschen, die noch nicht so bekannt waren." So habe er unter anderem die damals noch nicht bekannte Sibylle Berg gefördert.

Mit Texten ins "Kampfgetümmel"

Bittermann sieht Droste als einen stets scharfen Kritiker und großen Satiriker, "obwohl er das nicht gerne gehört hat. Er wollte natürlich immer ernst genommen werden. Als Komiker wollte er schon überhaupt nicht gesehen werden", so der Freund. Bei der "taz" und dem Satiremagazin "Titanic" war Droste kurz Redakteur. Dann entschied er sich für das freie Schriftstellerdasein.

"Was sein Schaffen angeht, ich glaube, er war sich schon darüber im Klaren, dass er nicht allzu viel damit ausrichten kann, aber er wollte sich schon ins Kampfgetümmel begeben und sagen, was ihm nicht passt, und Dummheit anprangern und auch auf eine ganz lustige und unterhaltsame Weise den Kulturbetrieb vorführen."

Nicht jeder teilt den Geschmack von Droste, der hin und wieder als "Kurt Tucholsky" bezeichnet wurde. "Er hatte eine bestimmte Art sich mit Sachen auseinanderzusetzen. Das muss man mögen oder nicht mögen", so Bittermann.

(nho)

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