"Zimmer 212" neu im Kino

Wenn die alten Liebhaber wieder anklopfen

05:56 Minuten
Fallback Image
Regisseur Christophe Honoré wandert in "Zimmer 212" auf den verschlungenen Pfaden der Liebe. © Deutschlandradio
Von Anke Leweke · 13.10.2021
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Im Ehedrama "Zimmer 212" schlägt Regisseur Christophe Honoré heitere Töne an. Sein Film erinnert an ein frivoles Boulevardstück mit dem Auftauchen vieler imaginierter Personen in einer magischen Nacht. Beste Unterhaltung, findet unsere Kritikerin.

Um was geht es?

Nach 20 Jahren Ehe erfährt Richard, dass seine Frau, die selbstbewusste Juraprofessorin Maria, ihn mit jüngeren Männern betrügt. Es kommt zum Eklat. Maria verlässt die gemeinsame Wohnung, zieht in ein Hotelzimmer gegenüber.
Von der anderen Straßenseite aus beobachtet sie ihren Mann. Plötzlich tauchen zahlreiche Menschen aus ihrer Vergangenheit und auch Gegenwart auf. Maria lässt ihre Ehe Revue passieren.

Was ist das Besondere?

Im Zimmer 212 des Hotels Lenox herrscht ein permanentes Kommen und Gehen. Das stilisierte Dekor und das künstliche Licht verleihen dem Film eine Irrealität, in der die Wirklichkeit doch immer wieder zum Vorschein kommt.
Personen aus Marias Gedanken nehmen Gestalt an. Mutter und Großmutter klopfen an die Tür, auch ihre Liebhaber. Auch die erste Frau im Leben von Richard, seine Klavierlehrerin, die ihn einst in die Liebe einführte, erscheint.
Einbettung
Mit seinen zahlreichen Auf- und Abtritten erinnert der Film an ein frivoles Boulevardstück wie von Georges Feydeau. Mit jeder neuen Person wird eine andere Perspektive auf die Beziehung von Richard und Maria geworfen.
Die Tonlagen wechseln. Das Begehren für Richard flackert wieder auf, als dieser als junger Mann an der Türschwelle des Hotelzimmers steht.

Bewertung

Musical, Kostümfilm oder Drama – stets sucht der Regisseur Christophe Honoré neue Formen, um die verschlungenen Pfade der Liebe zu erkunden. Sein neuer Film zeigt nun aufs Schönste, dass er auch heitere Töne anschlagen kann.
Man fühlt sich im besten Sinne unterhalten.

"Zimmer 212" von Christophe Honoré
Mit Chiara Mastroianni, Vincent Lacoste, Camille Cottin
Frankreich / Belgien 2019, 86 Minuten

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