Zentrale Figur der "Black Art": Betye Saar ist tot

    Betye Saar auf der Art + Film Gala 2025 in Los Angeles.
    Betye Saar. © picture alliance / Photoshot
    Betye Saar, eine der bedeutendsten afroamerikanischen Künstlerinnen ihrer Generation, ist tot. Die für ihre Assemblagen zu schwarzer Identität, Kultur und Geschichte bekannte Künstlerin starb im Alter von 99 Jahren in Los Angeles. Das bestätigte ihre Familie. In dieser Woche wäre Saar 100 Jahre alt geworden. Saar war eine zentrale Figur der Black-Art-Bewegung der 1960er Jahre. Sie prägte die Kunstform der Assemblage - Skulpturen aus gefundenen Gegenständen - und machte Erinnerungsstücke aus der Zeit der Segregation zu Symbolen schwarzer Emanzipation. Zu ihren bedeutendsten Arbeiten zählt auch ”The Liberation of Aunt Jemima”aus dem Jahr 1972. Das Werk verarbeitet von Saar gesammelte Erinnerungsstücke, die schwarze Menschen herabwürdigten, darunter die sogenannte "Mammy" - ein rassistisches Stereotyp aus der Unterhaltungskultur des 19. Jahrhunderts, das lächelnd weiße Sklavenhalter bedient. Saar deutete die Figur jedoch um: Sie lächelt zwar, hält aber ein Gewehr und eine Handgranate. Laut Angela Robinson Witherspoon, die 2023 einen Dokumentarfilm über Saar produzierte, entstand das Werk als Reaktion auf die Ermordung des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr.