ZEIT-Journalistin Anne Kunze äußert sich zu Herausgabe von Tonmaterial an LKA

    Das Helmut-Schmidt-Haus in Hamburg, in dem sich der Zeit Verlag befindet.
    Nach der Sicherstellung bei einer Journalistin von Interview-Aufnahmen mit den Kindern der wegen deren Entführung angeklagten deutschen Unternehmerin C. Block hat die «Zeit» Rechtsmittel gegen die Maßnahme eingelegt. © Ulrich Perrey / dpa / Ulrich Perrey
    Am Montag standen das Hamburger Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft vor der Tür der Wochenzeitung DIE ZEIT in Hamburg und vor der Privatwohnung der ZEIT-Journalistin Anne Kunze in Berlin. Grund sind Tonaufnahmen, die Kunze für den Podcast „House of Block“ gesammelt hatte. Nach ihren Angaben handelt es sich um rund 160 Stunden Rohmaterial. Es geht dabei um den Sorgerechtsstreit und die strafrechtlichen Vorwürfe rund um die Hamburger Unternehmerfamilie Block. Im Mittelpunkt steht die Entführung von zwei Kindern Ende 2023. DIE ZEIT und die Autorin kamen den drohenden Durchsuchungen zuvor und gaben die Aufnahmen versiegelt heraus. Wie Kunze am Dienstag in einer kurzen Sonderfolge ihres Podcasts erklärte, will sich die ZEIT "mit allen rechtlichen Mitteln gegen diesen Angriff auf die Pressefreiheit und unsere Quellen zur Wehr setzen". Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, Mika Beuster, wies im Deutschlandfunk Kultur auf den Quellenschutz hin. Die Tonaufnahmen seien kein Beweismittel wie jedes andere sondern eine journalistische Recherche: "Man kann sich an Journalisten wenden und ihnen Dinge erzählen, und dann kann man auch sicher sein, dass sie nicht weitergegeben werden". Beuster weiter: "So geht nicht Ermittlungsarbeit, dass man einfach Journalisten machen lässt und das dann beschlagnahmt."