Danger Dan: ZDF-Intendant räumt Fehler ein - Kritik von Fernsehräten

    Norbert Himmler steht vor Kameras an einem Pult mit ZDF-Logo.
    ZDF-Intendant Norbert Himmler © imago / epd / Kristina Schäfer
    Die ZDF-Spitze räumt Fehler bei der Ausladung der Musiker Danger Dan und Igor Levit ein. Vor allem die Kurzfristigkeit muss man sich vorwerfen lassen, findet ZDF-Intendant Himmler. Er sagte in der Süddeutschen Zeitung wörtlich: "Wir hätten früher die Grundsatzfrage stellen müssen, am besten schon vor der eigentlichen Einladung." Himmler betonte gleichzeitig die Unabhängigkeit der Entscheidung: "Politische Kräfte – egal, welcher Couleur – haben darauf keinen Einfluss", sagte Himmler und weist so den Vorwurf zurück, sein Sender sei vor der AfD und anderen rechten Kräften eingeknickt. Auch inhaltlich steht der ZDF-Intendant zu der Ausladung. Acht Mitglieder des ZDF-Fernsehrates beklagten in einem Schreiben, das auf netzpolitik.org veröffentlicht wurde, fehlenden Mut: "Das ZDF hat hier die Gelegenheit verpasst (...), eine Debatte über Rechtsextremismus in Deutschland und die vielfältigen Möglichkeiten seiner Bekämpfung anzustoßen". Danger Dan selbst sieht einen Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit. Zusammen mit Igor Levit hat er mittlerweile einen Ersatz-Auftritt angekündigt. Sie spielen den Song "Keine Angst" statt in der ZDF-Sendung "Die Anstalt" im Berliner Columbia Theater; das Ganze wird auf Youtube übertragen. Der Gewinn aus dem Ticketverkauf soll den Angaben zufolge an den Verein "Opferperspektive" gehen, der sich selbst als „die zentrale Anlaufstelle in Brandenburg für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt“ bezeichnet.
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