Zauberwesen, Almschüler, Problemgebirge

    Der Berg ruft!

    28:04 Minuten
    Ein Panorama aus schneebedeckten Berggipfeln vor stahlend blauem Himmel.
    Die Berge - ein Sehnsuchtsort, dem man mit Demut begegnen sollte. © Unsplash / Julian Zett
    Moderation: Martin Böttcher · 09.10.2021
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    In dieser Echtzeit hören wir Bergsteigergeschichten, wir besuchen eine Almschule und sprechen mit einem, der sich seinen Traum vom eigenen Weinberg erfüllt hat. Und wir beschäftigen uns mit Indoor-Bergwelten aus Papier, Kleidung oder Büchern.
    Ein Thema. Vier Facetten. Die Echtzeit steigt hinauf. Andreas Lesti, selbst Alpinist und Buchautor, erzählt uns Bergsteigergeschichten aus den vergangenen 300 Jahren. Wir hören vom Höhenrausch und davon, wie eng Sehnsucht und Gefahr auf dem Berg zusammen liegen. Es geht um die erste Bergführerin, die schon Ende des 19. Jahrhunderts Touristen durch die Schweizer Berge führte, und um das richtige Maß an Demut gegenüber dem Berg, die wir Menschen vor gar nicht allzu langer Zeit noch hatten.
    Dass Berge glücklich machen, erzählt uns ein Hobbywinzer, der sich den Traum vom eigenen Weinberg in Baden-Württemberg erfüllt hat. Auf seinem Weinberg, der ganz traditionell als Terrassen angelegt ist, zieht und erntet er alte Rebsorten und sagt, ohne diesen Berg hätte er den Lockdown in der Stadt nicht überstanden.

    Als Bergbäuerin auf die Alm

    Aber es geht natürlich nicht nur darum, was der Berg für uns tun kann, sondern auch darum, was können wir für ihn tun. Bergwelten als Kulturlandschaften beschäftigen uns ebenso in dieser Echtzeit. Unsere Reporterin Eren Önsöz ist auf eine Alm in Tirol gereist und hat dort drei Tage lang als Bergbäuerin gearbeitet und sich von der Sennerin erklären lassen, wie Ziegen gemolken und Almwiesen mit der Sense gemäht werden. Und sie hat gelernt: Eine Bergwiese ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern erfüllt wichtige Funktionen. Sie bietet Schutz vor Lawinen, sie gibt mehr Sauerstoff ab als der Wald und kann mehr Wasser speichern als Waldboden.
    Dass Gebirge zuweilen freiwillig oder auch unfreiwillig Wohnwelten definieren, davon erzählt unsere Autorin Ruth Rach. Sie lebt mit einem Mann zusammen, der Bergwelten auf Holzböden, Stühlen und Sofas entstehen lässt: aus Büchern, DVDs, Rechnungen, Geschirr, Zeichnungen, Klamotten. Für die einen sind das dann Mahnmale für Nicht-Erledigtes, für andere sind diese Landschaften im Interieur Zeichen einer beneidenswerten Gelassenheit. Denn ganz klar: Oben ist besser als unten!
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