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Kompressor | Beitrag vom 07.06.2017

Wonder Woman - Comic-SuperheldinFeministisches Vorbild oder Sexobjekt?

Daniel Stein im Gespräch mit Timo Grampes

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Szene aus "Wonder Woman" mit Gal Gadot in der Titelrolle (Warner Bros. International)
Szene aus "Wonder Woman" mit Gal Gadot in der Titelrolle (Warner Bros. International)

Wonder Woman ist die erste weibliche Comic-Superheldin, die es in einen Blockbuster geschafft hat. In Deutschland kommt der US-Film in der kommenden Woche heraus. Eine Kinokette bewirbt diesen Film mit speziellen Männerabenden. Wird Wonder Woman damit zum reinen Sexobjekt?

Nun gibt es sie endlich, die weibliche Comic-Superheldin, die es auf die ganz große Leinwand geschafft hat: Wonder Woman aus dem DC-Universum. In den USA ist der Kinofilm schon erfolgreich gestartet, in Deutschland kommt er in der kommenden Woche heraus und einer großen Kinokette fällt nichts anderes ein, als diesen Filmstart mit "Männerabenden" zu bewerben.

Bier zum halben Preis, am Eingang gibt es noch ein gratis Playboy-Heft und los geht's. So schnell wird aus einer feministischen Ikone ein Sexobjekt. Oder haben wir da etwas falsch verstanden?

Superhelden-Fans schätzen keine Änderungen

Daniel Stein, Professor für Amerikanistik an der Uni Siegen und Comic-Experte, stört sich am "Entweder-oder" - Sexobjekt oder feministische Ikone: 

"Ich finde es interessant, dass wir uns diese Frage überhaupt stellen und dass wir sie uns so stellen, also, dass wir zwischen zwei Optionen wählen wollen oder fühlen, dass wir das müssen.(...) als ob es nichts dazwischen gäbe."

Diese Diskussion gehe zurück bis in die Anfänge der Figur vor immerhin 75 Jahren. Wonder Woman sei ursprünglich tatsächlich als feministische Figur konzipiert worden, doch dies eben im Genre der Superhelden, das seine Geschichten sehr körperbetont erzähle.

Schon lange gebe es von verschiedenen Seiten Forderungen nach einem Aufbrechen alter Klischees, nach einer größeren Bandbreite beim Superhelden-Personal - also nach lesbischen oder schwulen Helden, nach Schwarzen oder Hispanics, wie Stein sagt. Offenbar seien aber auch heutige Leser noch immer durch das sehr männlich-dominierte Genre gesprägt und würden es nicht sehr schätzen, wenn alte Strukturen verändert werden.

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