Wissenschaft vom Weihnachtsmann

Im Gespräch mit dem Ethnologen Thomas Hauschild wollen René Aguigah und Philipp Gessler den Weihnachtsmann besser kennenlernen. Sie erfahren, dass der Mann mit dem Rauschebart nicht durch die Werbung entstanden ist und auch nicht von Coca Cola erfunden wurde, sondern viel, viel älter ist.
Heute kommt der Weihnachtsmann harmlos daher, früher trug er Ruten oder Peitschen bei sich, um die Kinder für ihre bösen Taten zu strafen, sagt der Ethnologe Thomas Hauschild. Diese kantige, "knorzige" Seite habe der alte Herr mit dem weißen Bart zwar noch nicht ganz verloren, doch unter dem Einfluss der veränderten Erziehungsmethoden - insbesondere des Verbots der Prügelstrafe - habe er sein Erscheinungsbild zugunsten eines liebevolleren Auftritts verändert.

Hauschild hebt die positive Seite des Weihnachtsmann hervor, der ja heutzutage vor allem für die guten Gaben an Weihnachten oder zum Nikolaus-Fest zuständig ist. Er sagte, er finde es "eine ganz großartige Geste", dass Eltern ihren Kindern etwas schenken und dabei "die Urheberschaft verdecken" - also so tun, als sei der Weihnachtsmann vorbeigekommen. Das entlaste die Kinder. Sie könnten die Geschenke dadurch "ohne Schuldgefühle" oder erzwungene Dankbarkeit genießen.

Sie können das Gespräch mit Thomas Hauschild bis mindestens zum 5. Mai in unserem Audio-on-demand-Angebot nachhören.