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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 13.12.2006

"Wir können alles. Außer Hymne."

Über die Schwierigkeiten einer Landeshymne für Baden-Württemberg

Von Claus Stephan Rehfeld

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Blick auf das Heidelberger Schloss (AP Archiv)
Blick auf das Heidelberger Schloss (AP Archiv)

"Eine Landeshymne bringen sie im Südwesten nicht zustande. Oder wollen sie nicht? Baden-Württemberg ist unser Land, in dem wir gerne leben" heißt es zwar in einem Liedtext, aber einträchtig anstimmen - nein, nie und nimmer. Eigenartig, sehr eigenartig - wieso nur endete so mancher Versuch zugunsten einer Landeshymne so kläglich?

Wir haben eine Verabredung. Und eine Tonbandkassette in der Jackentasche. Hier.

Zigmal fragten wir uns: Wie meinte er das?

Müller: "… auf Baden-Württemberg können sie keine Nationalhymne dichten."

Von einer "baden-württembergischen Nation" hatten wir bis dato auch nie etwas vernommen. Was also wollte er uns sagen? Immerhin sind wir im Land der Sangeslust, der meisten Chöre, gar der Fischer-Chöre.

Müller: "… auf Baden-Württemberg können sie keine Nationalhymne dichten."

Gebhard Müller, vor 50 Jahren hier Regierungschef, hat das gesagt. Und Gotthilf Fischer erfuhr es am eigenen Stimmband. So mancher Versuch, Baden-Württemberg ein Landeslied zu schenken, oder gar eine Hymne, scheiterte. Bisher. Auch von höchster Stelle. Sogar der von Gotthilf Fischer!

Wir sind am Ziel der Verabredung und nehmen unsere Fragen aus dem Auto mit.

Informant: "Wenn Porsche mal in Schwierigkeiten ist und dann Porsche eine eigene Hymne für sein Unternehmen macht und …"

Wir hatten gefragt, wann und unter welchen Umständen das Land eine Hymne haben könnte?

Informant: "… und dann nachher feststellt, es würde eigentlich ganz gut für alle Baden-Württemberger passen, dann ist wohl die Ausgangssituation gegeben, dass auch Daimler in Baden-Württemberg und Benz in Mannheim auch ne Hymne machen. Dann gibt’s drei Hymnen. Und wenn da der Wettbewerb zwischen den Automobilherstellern mal anfängt, dann kann ich mir vorstellen, dass zum Schluss eine Hymne rauskommt, die für alle Württemberger, Baden-Württemberger natürlich, so passend ist wie die Autos, die hier gemacht werden."

Die Betriebsrat-Chöre verliehen dem Volke Stimme. Zwisteleien ade, alle Autofahrer sind Brüder - der Badener, der Württemberger, der Hohenzoller. Die Hymne würde anfangen so wie ein Anlasser sich anhört, gesungen im Viertaktrhythmus.

Informant: "Und dann, irgendwann, steht man im Stau. Und dann singen alle zusammen dieses wunderschöne Lied. Auch Hessen singen dann das Baden-Württemberg-Lied mit, und das ist dann schön."

Strickt weist unser Informant, ein Hiesiger, Versuche politischer Einflussträger zurück.

Informant: "Dann wird nämlich die Hymne wahrscheinlich so klingen wie eine Verordnung. Und wahrscheinlich ist es dann auch so ein Lied, wo ein Gesetzestext drin steht."


Gescheiterte Versuche

Wir haben die Sache überschlafen – im Hotel. Eine albtraumhafte Zeitreise katapultierte uns 55 Jahre zurück. Eine Reise gescheiterter Versuche. Wir kopieren gerade die Belege dafür im badischen Freiburg, im Deutschen Volksliedarchiv.

Vor und nach der Abstimmung 1951, Baden wurde mit einem Bindestrich an Württemberg gezurrt. - Hohenzollern vermuten wir im Bindestrich. - Die Stimmung war aufgeheizt. Badener und Schwaben standen sich gegenüber, Parteien und Partituren. Ein Auszählungstrick formte das neue Südwestland. An Harmonie und Harmonien war nicht zu denken.

1985. Betriebsausflug Stuttgarter Staatsbeamter ins badische Wertheim. Ein Kinderchor sang frohgemut: "Als Baden und als Württemberg / in Harmonie sich banden / da hatten der Geschichte Lauf / und Wesen sie verstanden." Die Beamten glaubten das auch und sangen mit. Der "Ruf nach einer Landeshymne" erschall, sollte aber vom Volke kommen, aus dem Hymnen- wurde ein Lied-Wettbewerb. Am 05. Oktober 1986 strahlten die schwäbische und die badische Fernsehstation das Finale aus. Ein Siegerlied ward gekürt … und später nicht mehr zu hören. Der Text…

Siegertitel 1986: "Baden-Württemberg ist unser Land, in dem wir gerne leben…"

2002, zum 50.Landesjubläum, ein weiterer Versuch. Gotthilf Fischer fiel mit seinem Text durch, die Presse atmete auf. Am 24. April dann meldeten die "Stuttgarter Nachrichten":

"’In Deutschlands tiefem Süden’ heißt ein weiteres, frisch komponiertes Baden-Württemberg-Lied, bei dem sogar Regierungschef Teufel mitsingt." Zwei Tage später wurde die Hymne ausgestrahlt, sollte auch "bei geeignetem Anlass zum Einsatz kommen", aber – Sie ahnen es - das war es dann auch.

Siegertitel 2002 (Chor): "In Deutschlands tiefem Süden, da liegt das schöne Land…"

Und nun? Badener, Schwaben und Hohenzoller pochen auf ihre eigene Melodie. Aus der Staatskanzlei wurde uns beschieden, eine Hymne Schrägstrich Lied spiele, wir zitieren, spiele "nicht die erste Rolle". Wieso?

Baden im Widerstand

Badnerlied (Fans): "D’rum grüß’ ich dich mein Badner Land./Du edle Perl’ im deutschen Land deutschen Land:/frischauf frischauf frischauf frischauf/frischauf frischauf mein Badner Land."


Sechs Mal "frisch auf" im vierzeiligen Reim! Im Fußballstadion gesungen! Die Badener sind ein genusssüchtiger Stamm. Französische Lebensart!

"Das schönste Land in Deutschlands Gau’n" heißt das Badner Lied. Ein Loblied auf hiesige Örtlichkeiten und ihre Vorzüge. Die Festung Rastatt, dieser 1848er Demokraten-Kerker, wird als "Badens Glück" besungen.

Ein altes lobreiset-Marschlied, von Soldaten so um 1870 gern geschmettert. Auch daheim oft geträllert, ward es ein Volks-Lied. Allerdings, dies sei der Genauigkeit halber angemerkt, es ist die regionale Variante eines Sachsenliedes!

Nun, im Streit um die Baden-Frage und um das AKW Wyhl erlebte der Gesang seine Wiederauferstehung. Mit dem Aufstieg des SC Freiburg in die Fußball-Bundesliga wurde es zu Regionalhymne. Das war 1993.

Gloriose Zeiten


Hug: "Nicht zuletzt, wenn er den VfB Stuttgart als Gegner hatte. Das waren gloriose Zeiten."

Freiburg gegen Stuttgart 2:1, unvergessen, Baden contra Württemberg, hier in Freiburg. Und die sächsische Herkunft des Liedes?

Hug: "Ich glaub sogar, es ist nur eine kleine Minderheit, die sich dessen bewusst ist und die …, ein Teil von denen verdrängt es auch gerne wieder."

Nun, ab der zweiten Strophe sind die Baden-Bezüge eineindeutig, wie Mathematiker so zu sagen pflegen. Ach so, gestatten: Professor Wolfgang Hug.

Hug: "Da bin ich jetzt fast überfragt."

Wir hatten nach dem badischen am Badnerlied gefragt. Wegen der Inbrunst, mit der es allerorten und jederzeit gerne angestimmt wird.

Hug: "Ja, die Inbrunst liegt natürlich dort, ’es liegt in Gottes Hand’ und ’ein Badner möchte ich sein’ und so weiter. Das denk ich schon."

Und wir gedenken leicht verschmitzt des Freiburger Altbürgermeisters Böhme.

Hug: "… der hat ja hier, immer wenn das Lied gespielt wurde, einen Hunderter gestiftet der Gruppe, war also ein festes Ritual, ja, ja."

Banknoten plus Liednoten gleich Volkes Lied.

Hug: "… der hat ja oft zitiert, was der Wohleb, der letzte Staatspräsident Badens, immer gesagt hat: Willst du meiden Streit und Ärger, traue keinem Württemberger. Da kriegt er immer Beifall im Badischen. Das ist ja klar."

Kein Separatismus, wohl aber Erinnerung an die große Baden-Zeit, da es im späten 19. Jahrhundert so etwas wie eine Führungsrolle in deutschen Landen spielte. Wirtschaftlich und politisch. Innovative Industrie und Laboratorium der Freiheit. Musterländle kommt übrigens aus dem Badischen.

Hug: "Wird aber natürlich gerne von den Schwaben annektiert."

Wir nicken freundlich und vernehmen, die Schwaben hätten gar keine Hymne. Dagegen das Badnerlied bringe es mittlerweile auf über 500 Strophen. Und:

Hug: " … das ist eben das Schöne daran, es braucht keinen großen offiziellen Rahmen."

Hohenzollern im Aufwind

Zollernlied (Chor):
"Nicht weit von Württemberg und Baden,/von Bayern und der schönen Schweiz…"


"Abschied und Wiederkehr" stehen im Mittelpunkt der "Hymne" im Hohenzollerischen Lande. Dies teilte uns das "Landesportal Baden-Württemberg" im Internet mit. "Abschied und Wiederkehr" – die Formulierung hat etwas doppelbödiges.

Nicht zweifelsfrei verbürgt ist der Verfasser des Hohenzollernliedes. Eine nette Version der Entstehung besagt, der Konstantin Killmaier habe den Text, "vom Heimweh geplagt", in der Kaserne geschrieben, als er 1858 zum Wehrdienst im preußischen Heer nach Saarlouis eingezogen ward. Wie beim Badnerlied erschien es in einem Soldaten-Liederbuch, Rekruten trällerten es gern und oft.

Die dritte Strophe endet "an Hohenzollerns steilen Felsen, /wo unverzagt die Eintracht ruht." Sie wird in letzter Zeit wieder stärker besungen.

Ein kleiner Werbegag

Jauch: "Ja, aber da können Sie net wieda reinschwätze."

Unser Gesprächspartner hält u-n-s-e-r Mikrofon in der Hand.

Jauch: "Und Baden-Württemberg, das ja eigentlich korrekt Baden-Hohenzollern-Württemberg heißen müsste, da fällts ja raus. Und das ist durchaus gut, jetzt dies den Leuten ins Bewusstsein zu rücken: hier war weder Baden, noch Württemberg, sondern Hohenzollern. Und das ist bekannt auch hier im württembergischen Umland."
Wir sind im Hohenzoller-Kernland, in Hechingen, zu Fuße der Zollernburg, also im Rathaus. Und Herr Jauch ist der oberste Archivar und hält ein bedrucktes Kärtchen hoch.

Jauch: "Das kann man so aus der Tasche ziehen und sagen, da hast ein Hohenzollernlied als kleines Mitbringsel. Das ist einfach nur so ein Werbegag, würde ich fast sagen, oder ein Promotengag, aber es hat sich sehr bewährt."

Die Hohenzollerlied-Karte. Auflage 4.000 Stück.

Jauch: "Und das ist eigentlich eine nette Sache, dann so ein Kärtchen aus der Tasche zu ziehen, ganz einfach."

Hechingens Bürgermeister zog auch bei ministeriellem Besuch aus Württembergs Stuttgart die Karte, die Textkarte.

Jauch: "Und sei es nur drum, um daran zu erinnern, dass Baden-Württemberg nicht nur aus Baden und Württemberg, sondern auch aus Hohenzollern sich entwickelt hat."


Herr Jauch, dies sei noch gesagt, ist gebürtiger Schwabe und praktizierender Hohenzoller.

Jauch: "Und man steht dann auch auf und singt lautstark mit."

Fürstenlob mit Marseillaise-Anklängen

Württemberglied (Chor): "Eberhardt, der mit dem Barte,/Würtembergs geliebter Herr, Würtembergs geliebter Herr …"

"Preisend mit viel schönen Reden" heißt das Stück. Dem Spätromantiker Justinus Kerner floß es 1818 als Ballade aus der Feder. Titel: "Der reichste Fürst". Eberhard mit dem Barte ist gemeint, der von anderen Fürsten ob der Liebe seines Volkes zu ihm gelobt wird. Dabei klingt die Marseillaise an!

Gemeinhin legt der Schwabe Wert auf die Feststellung, dass es sich dabei nicht um eine Hymne, sondern um ein Lied handle, kurz Württemberg-Lied genannt. "Hymne" sei für Pietisten zu pathetisch. Erstaunlich fanden wir daher die Formulierung auf der Internet-Seite vom "Landesportal Baden-Württemberg", wo von der "so genannten Württemberg-Hymne" gesprochen wird. So und genannt sind getrennt geschrieben, also wird sie so genannt. Wir aber hörten von verschiedenen Seiten, sie sei nicht so bekannt.

Schwäbische Bescheidenheiten

Hölzle: "Der Großraum Stuttgart, dieser pietistische Raum, ist zutiefst geprägt von einem protestantischen Arbeitsethos und kontrastiert scharf zu den barocken Landstrichen, die viel mehr Lebensfreude haben, wobei dieser Geiz natürlich auch zutiefst religiös fundiert ist: Ich darf meinen Reichtum nicht zeigen, denn wenn ich…"


Doktor Peter Hölzle. Wir blicken auf die Shoppingmeile von Stuttgart, haben also einen etwas anderen Eindruck. Also der arme Herrscher ist unendlich reich, wenn er vom Untertanen geliebt wird, sein Haupt in den Schoß des Untertanen legen …

Hölzle: "Der bringt ihn nicht um! Sondern der bewacht seinen Schlaf."

Gut, gut. Also die materiell reichen Sachsen, Silberbergwerke, …

Hölzle: "… die werden also gegen dieses arme Württemberg abgesetzt und dann kommt aber eben dieses eigentliche, die heimliche württembergische Nationalhymne, die sagt natürlich auch, auch wieder unter Bescheidenheitstopos: Wir sind arme Schlucker, aber wir lieben uns. Und das ist ein ungeheures Potential."

Das laut, aber selten besungen wird. Wir sind im Altwürttembergischen, wo dem pietistisch geprägten Understatement gehuldigt wird.

Hölzle: "… als Kampflied, um sich abzusetzen gegen die Nicht-Württemberger."

Lieber die Nordseewellen besingen

Chor: "Freude, schöner Götterfunken,/ Tochter aus Elysium,/Wir betreten feuertrunken,/Himmlische, dein Heiligtum."
Wir wohnen einer Welturaufführung bei. Sie daheim am Radio auch. Schillers "Ode an die Freude" zur Melodie "Auf der schwäb’sche Eisebahne". Unser Informant aus Stuttgart hatte die Idee dazu, die "Komödie im Marquardt" hatte stande pedes Freude daran.

Chor: "Deine Zauber binden wieder,/ Was die Mode streng geteilt,/ Alle Menschen werden Brüder,/ Wo dein sanfter Flügel weilt."

Wir, also Sie daheim, hören die schwungvolle Fassung. Und wir fragen uns, was die Landesregierung bei offiziellen Anlässen denn so spielt, also singt?

Bausinger: "Also es gibt seit einiger Zeit, gibt es so eine sehr beliebte Auswahl-, Ausweichmelodie. Das ist das Lied ‚An die Freude’. Das wird also nicht nur als Europa-Hymne deklariert und wird nicht nur bei großen feierlichen Anlässen gesungen, sondern das kommt auch vor, dass das auch im Land dann gesungen wird. Und zwar deshalb, weil es kein einheitliches Baden-Württemberg-Lied gibt. Wenn es das gäbe, dann wäre es einfach, aber …."

Professor Hermann Bausinger. Schwabe, aber über den Gesangsparteien stehend.
Landtagsabgeordnete sollen schon mal "bei nicht hochoffiziellen Anlässen" gemeinsam die Stimmbänder …

Bausinger: "Und wenn sie genügend getrunken haben, dann wird eben nicht nur ein Lied angestimmt, sondern dann also kommen diese drei Lieder zum Zug."

Badnerlied, Württemberg-Lied und Hohenzollernlied! Wobei es doch mehr "ein verhältnismäßig frommes Zuhören" war, wegen Textunkenntnis, "es wurde nicht gestört."

Ja, eher komme es vor, dass man gemeinsam (singt) "Wo die Nordseewellen schlagen an den Strand" singe. – Nur nebenbei: Das Original kommt von der Ostsee. - Da komme Heimatgefühl auf, da könnten Schwaben, Badener und Hohenzollern gemeinsam.

Bausinger: "Und die Leute haben Tränen in den Augen, weil sie das also als heimatliches Lied empfinden, obwohl es also mit unserem meerfernen Gebiet überhaupt nichts zu tun hat."

Chor: "Freude, schöner Götterfunken,/ Tochter aus Elysium, / Wir betreten feuertrunken, / Himmlische, dein Heiligtum."

Dann doch eher die getragene Version von Schillers Ode an die Eisebahne? Wobei: der Subtext, die schwäb`sche Eisebahne, wäre sehr, sehr gegenwärtig!

Chor: "Deine Zauber binden wieder,/ Was die Mode streng geteilt,/Alle Menschen werden Brüder,/Wo dein sanfter Flügel weilt."


Bleiben also die Autofabriken als Hymnen- Querstrich Liedstifter für Baden-Württemberg. Fängt Porsche mit einer Hymne an, ziehen die anderen Autobauer im Ländle gleich nach.

Informant: "Die kommen dann auch mit ihrer Hymne. Das ist ja genau der Punkt. Und aus denen kann man dann zusammen was machen."


Die Hymne könnte sitzend gesungen werden – im Auto. Ein Loblied auf die schöne Landschaft, die schönen Autos, die schönen Staus. Keine gesetzliche Regelung, ob nur die dritte Strophe gilt, die ersten beiden aber net. Auch nicht in die Landverfassung …?

Informant: "Das würde schief gehen. Das würde schief gehen. Nee, das kann ich mir nicht vorstellen. Bevor es in die Verfassung käme, käme dann irgendjemand von irgendeinem einem Zentralrat und täte räten, es müsse unbedingt noch ein Begriff rein. Und dann muß irgendein anderes Wort, das darf man dann net verwenden. Dann muß unbedingt noch eine Strophe rein, wo der alleinerziehenden Mütter gedacht wird. Nee, nee, des geht net."


"Wir können alles. Außer Hymne."


55 Jahre "Wir können alles. Außer Hymne." Die Stämme im Südwesten tragen noch viel Geschichte mit sich herum. Ausgerufene Hymnen Querstrich Lieder mochten die Bindestrich-Völker nicht anstimmen. Die Stimmung …

Bausinger: "Wir sind keine Baden-Württemberger. Also als Baden-Württemberger fühlt sich eigentlich fast niemand. In Württemberg sagen sie: Wir sind Schwaben. Oder wir sind Hohenloher, das sind dann die engeren Regionalitäten. Und in Baden, da wird schon betont, dass man Badener ist."

Die Chance, dass Badener, Württemberger und Hohenzoller einmal mit e-i-n-e-r Stimme singen, wird als eher gering eingeschätzt.

Hug:"Ha, also ich nehme an, gerade der jetzige Ministerpräsident wird das bestimmt nicht wollen. Der ist nicht gerade der Musikalischste. Aber ich rechne überhaupt nicht damit, dass Baden-Württemberg so etwas bekommt. Ja, das Land ist natürlich vielmehr stolz auf seinen technologischen Fortschritt, auf seine Bildungseinrichtungen und weniger auf ja solche das Herz bewegende Dinge."


Ach so, vom Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg wurden wir gebeten, auf eine Broschüre hinzuweisen. Wir tun es gern, gaben wir doch unser Wort. "Volkslied – Hymne – Politisches Lied/Populäre Lieder in Baden-Württemberg" Was da alles drin steht! Na und in den anderen Büchern erst! Ade – wie man hier zu sagen pflegt.

Länderreport

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